• IT-Karriere:
  • Services:

iPhone-Hacking: Kein Jailbreak für iOS 7?

Aus finanziellen Gründen werde niemand mehr einen Jailbreak für iOS 7 veröffentlichen, behauptet Sicherheitsspezialist Charlie Miller. Doch manches deutet darauf hin, dass bereits daran gearbeitet wird.

Artikel veröffentlicht am , Wolfgang Plank/Secure-ios.de
iPhone-Hacking: Kein Jailbreak für iOS 7?
(Bild: Apple/Screenshot: Golem.de)

Mit einer originellen Argumentation kündigte der frühere NSA-Mitarbeiter und jetzige Twitter-Sicherheitsspezialist Charlie Miller schon im März 2013 an, es werde keinen Jailbreak für iOS 7 geben. Kurz nach Veröffentlichung des aktuellen Jailbreaks Evasi0n sagte Miller, dieser werde der letzte öffentlich verfügbare Jailbreak für iOS-Geräte sein. Unveröffentlichte Sicherheitslücken brächten Hackern einfach viel mehr Geld ein, Jailbreaks machten zu viel Mühe und lohnten daher nicht. Doch Evasi0n zeigt: Das Interesse an einem Jailbreak ist groß - und auch Jailbreaks bringen Geld.

Schwachstellen zu finden, wird immer schwerer

Stellenmarkt
  1. ekom21 - KGRZ Hessen, Darmstadt, Gießen, Kassel
  2. Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin

Miller argumentiert, es werde immer schwieriger, Schwachstellen in iOS zu finden. Fast ein Jahr dauerte es, bis ein Jailbreak für iOS 6 zur Verfügung stand. Auch reichte eine Schwachstelle nicht für den erfolgreichen Jailbreak aus, es mussten fünf Schwachstellen kombiniert ausgenutzt werden, um alle Sicherheitshürden von Apple zu überwinden.

Gleichzeitig bringen unveröffentlichte Schwachstellen von iOS viel Geld ein, wenn sie an die richtigen Stellen verkauft werden. Der Preis für eine unveröffentlichte iOS-Schwachstelle lag 2012 bei 250.000 US-Dollar, 2013 werden angeblich bereits 500.000 US-Dollar gezahlt.

Auch Jailbreaks bringen Geld

Doch Miller gibt zu, dass Jailbreaks sogar noch mehr Geld einbringen können, zum Beispiel über Werbung und Spenden auf der Downloadseite. Stefan Esser, deutscher iOS-Sicherheitsexperte, ist ebenfalls dieser Meinung. Evasi0n wurde seiner Ansicht nach nur kreiert, um dessen Entwicklern Geld einzubringen, und wenn man sich die Zahlen der Seitenbesucher ansieht - 3 Millionen Unique Visitors bereits einen Tag vor dem Release des Jailbreaks - könnte er damit durchaus richtig liegen.

Dass auf 14 Millionen iOS-Geräte bereits zwei Wochen nach der Veröffentlichung von Evasi0n ein Jailbreak ausgeführt worden ist, zeigt, welch großes Interesse nach wie vor an einem Jailbreak besteht. Das hat vielfältige Gründe. Der Jailbreak ermöglicht unter anderem, einen alternativen Standardbrowser zu definieren, eine andere E-Mail-App zu nutzen oder die Geräte mit einer Mehrbenutzerfähigkeit auszustatten - Funktionen, die Apple für iOS so nicht vorsieht. Auch bietet der alternative App Store "Cydia" eine große Auswahl an Tweaks und Modifikationen, die die Benutzung von iOS erleichtern.

Risiken werden in Kauf genommen

Dass ein Jailbreak auch Risiken birgt, ist dem Benutzer meist mehr oder weniger bewusst. Die Freiheit, mit dem iOS-Gerät mehr zu tun, als Apple vorgibt, wird erkauft mit dem Unterlaufen wesentlicher Sicherheitskonzepte von iOS. Die Kapselung von Apps und Daten in einer sogenannten Sandbox ist eine der wichtigsten. iOS erlaubt nur über fest definierte (API) Funktionen, die Sandbox zu verlassen, dadurch werden Datenzugriffe kontrollierbar. Der Jailbreak umgeht diese Beschränkungen, auch um die Installation von beliebigen Apps zu ermöglichen. Apps sind aber auch ein beliebter Angriffsvektor auf die Daten der Benutzer, wie ein Blick über den Tellerrand zeigt.

Hinweise auf Arbeiten an Jailbreak für iOS 7

Das große Nutzerinteresse erklärt vielleicht, dass entgegen Millers Prognose womöglich doch schon an einem Jailbreak für iOS 7 gearbeitet wird. Neben den Evad3rs, die ankündigten, mit Hilfe eines Jailbreaks die neue, vieldiskutierte UI von iOS 7 zu verändern, scheinen zum Beispiel auch iOS-Hacker Ryan Petrich oder Joshua Hill eine Schwachstelle zu kennen, die für einen Jailbreak verwendet werden kann. Ryan Petrich, Entwickler der populären Cydia-App Activator, veröffentlichte einen Screenshot, der auf Arbeiten an einem Jailbreak hindeutet.

Ob diese Aussagen auch stichhaltig sind und tatsächlich in einen funktionierenden Jailbreak münden oder nur gemacht werden, um Aufmerksamkeit zu erregen, kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht festgestellt werden. Fakt ist: Auch iOS 7 ist ein interessantes Ziel und eine neue Herausforderung für iOS-Hacker und Sicherheitsspezialisten.

Wolfgang Plank beschäftigt sich seit 2007 mit dem Thema Sicherheit von Apple iOS und bloggt unter Secure-ios.de.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 15,00€
  2. (-53%) 13,99€
  3. 14,99€
  4. 39,99€

NeverDefeated 09. Jul 2013

Ich besitze weder ein Mobiltelefon noch eines dieser Lifestyle-Tablets mit proprietärem...

Thug 08. Jul 2013

Der Beitrag dem ich geantwortet habe:

swissmess 08. Jul 2013

Schlechter Vergleich. Wenn von 7Mio jb-phones geredet wird, interessiert wenn wie viele...

rommudoh 08. Jul 2013

Das ist das Problem... Ich als Experte für Experten für Experten kann da nur sagen, dass...

Anonymer Nutzer 08. Jul 2013

Ne, du wusstes ja das Google den Begriff zwei Jahre vor Apple benutzt hat. Und selbst...


Folgen Sie uns
       


Parksensor von Bosch ausprobiert

Wenn es darum geht, Autofahrer auf freie Parkplätze zu lotsen, lassen sich die Bosch-Sensoren sinnvoll einsetzen.

Parksensor von Bosch ausprobiert Video aufrufen
Radeon RX 5600 XT im Test: AMDs Schneller als erwartet-Grafikkarte
Radeon RX 5600 XT im Test
AMDs "Schneller als erwartet"-Grafikkarte

Für 300 Euro ist die Radeon RX 5600 XT interessant - trotz Konkurrenz durch Nvidia und AMD selbst. Wie sehr die Navi-Grafikkarte empfehlenswert ist, hängt davon ab, ob Nutzer sich einen Flash-Vorgang zutrauen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Grafikkarte AMD bringt RX 5600 XT im Januar
  2. Grafikkarte Radeon RX 5600 XT hat 2.304 Shader und 6 GByte Speicher
  3. Radeon RX 5500 XT (8GB) im Test Selbst mehr Speicher hilft AMD nicht

Lovot im Hands-on: Knuddeliger geht ein Roboter kaum
Lovot im Hands-on
Knuddeliger geht ein Roboter kaum

CES 2020 Lovot ist ein Kofferwort aus Love und Robot: Der knuffige japanische Roboter soll positive Emotionen auslösen - und tut das auch. Selten haben wir so oft "Ohhhhhhh!" gehört.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Orcam Hear Die Audiobrille für Hörgeschädigte
  2. Schräges von der CES 2020 Die Connected-Kartoffel
  3. Viola angeschaut Cherry präsentiert preiswerten mechanischen Switch

Arbeit: Warum anderswo mehr Frauen IT-Berufe ergreifen
Arbeit
Warum anderswo mehr Frauen IT-Berufe ergreifen

In Deutschland ist die Zahl der Frauen in IT-Studiengängen und -Berufen viel niedriger als die der Männer. Doch in anderen Ländern sieht es ganz anders aus, etwa im arabischen Raum. Warum?
Von Valerie Lux

  1. Arbeit Was IT-Recruiting von der Bundesliga lernen kann
  2. Arbeit Wer ein Helfersyndrom hat, ist im IT-Support richtig
  3. Bewerber für IT-Jobs Unzureichend qualifiziert, zu wenig erfahren oder zu teuer

    •  /