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iPhone-Drosselung: Apple gibt fehlerhaftes Power-Management zu

Bisher hat Apple älteren Akkus die Schuld an der iPhone-Drosselung gegeben. Jetzt hat das Unternehmen erstmals eingeräumt, dass sich das Smartphone unerwartet abschaltet, weil das Power Management fehlerhaft ist. Möglicherweise sind neue Modelle weniger stark betroffen.

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Apple antwortet auf Fragen eines US-Senators.
Apple antwortet auf Fragen eines US-Senators. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Acht Wochen lang hat Apple keine technischen Details zur iPhone-Drosselung bekanntgegeben. Erst die Anfrage eines US-Senators bringt Klarheit: Ars Technica hat die Antwort veröffentlicht. Darin räumt Apple ein, dass die Drosselung der Prozessoren bei den Modellen iPhone 6, 6 Plus, 6s, 6S Plus, SE, 7 und 7 Plus notwendig gewesen sei, weil das Power Management der Geräte fehlerhaft sei. Apple-typisch wird das allerdings nur indirekt zugegeben.

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Apple spricht erstmals davon, bei den aktuellen Modellen iPhone 8, 8 Plus und X eine Hardware-Modifikation vorgenommen zu haben, die ein besseres Power Management ermögliche. Damit würden unerwünschte Abschaltungen des Smartphones verhindert. Apples Stellungnahme lässt offen, ob die Prozessoren weiterhin gedrosselt werden, wenn ein älterer Akku erkannt wird. Es gibt auch keine Details dazu, welche Hardware-Änderungen vorgenommen wurden.

Laut Apple gibt es generell keine Prozessordrosselung bei den älteren Modellen iPhone 4, iPhone 5 und iPhone 5S. Diese hätten andere Anforderungen an die Energieversorgung und nutzten ein anderes Power Management. Das unerwartete Ausschalten komme hier nicht vor, so dass Apple darauf verzichtet habe, den Prozessor künstlich zu verlangsamen.

Apple ließ US-Handelsausschuss warten

Der Senator John Thune hatte Apple Anfang Januar 2018 einen Fragenkatalog rund um die zuvor bekanntgewordene iPhone-Drosselung zugeschickt. Thune sitzt im US-Handelsausschuss und hat Apple eine Frist von knapp zwei Wochen gesetzt. Diese ließ Apple verstreichen, ohne die Fragen zu beantworten. Erst weitere knapp zwei Wochen später hat Apple die Fragen beantwortet.

Das Schreiben bestätigt erneut, dass Apple auf die Prozessordrosselung erst hinwies, als diese im Dezember 2017 vom Benchmark-Hersteller Geekbench bekanntgemacht und mit Messwerten belegt wurde. In den Release Notes zu den betreffenden iOS-Updates etwa vom Januar 2017 heißt es lediglich, dass das Power Management verbessert worden sei, um eine unerwartete Abschaltung eines iPhones zu verhindern.

Auch gegenüber mehreren US-Medien verschleierte Apple im Februar 2017 die Prozessordrosselung: In einer von Apple bestätigten Mitteilung heißt es, dass die nicht geplante Abschaltung mit dem im Januar erschienenen iOS-Update auf 10.2.1 aufgefangen worden sei. Welche Mittel dafür angewendet wurden, erklärte der Hersteller darin nicht.

Bis zum Erscheinen des Updates plagten sich viele iPhone-Besitzer damit, dass sich ihr Smartphone abschaltete und dann nicht mehr ohne weiteres verwendet werden konnte. Es konnte erst wieder eingeschaltet werden, wenn ein Netzteil an das Smartphone und die Steckdose angeschlossen wurde.

Weiterhin keine Rückerstattung für Akkutausch

Seit Ende 2017 bietet Apple Besitzern eines iPhone 6, 6 Plus, 6s, 6S Plus, SE, 7 und 7 Plus einen vergünstigten Akkutausch an. Sie können den Akku für 30 statt 90 Euro austauschen lassen, falls ihr Gerät von der künstlichen Drosselung betroffen ist. Dabei entscheidet Apple, ob der Akkutausch nur wegen der Drosselung notwendig ist. Die Preisreduktion ist bis Ende des Jahres beschränkt.

Wer im vergangenen Jahr seinen Akku wegen der Drosselung getauscht und den vollen Preis bezahlt hat, erhält bislang keinen nachträglichen Rabatt. Apple hat noch nicht entschieden, ob sich das noch ändern wird.



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