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iPhone-Drosselung: Apple entschuldigt sich und plant vergünstigten Akkutausch

Nach Sammelklagen in den USA entschuldigt sich Apple für die jahrelang geheimgehaltene Drosselung bei iPhones - und will zeitweilig den Akkutausch günstiger anbieten. In Europa ist die erste Sammelklage eingereicht worden.

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Apple hat Ärger mit dem iPhone.
Apple hat Ärger mit dem iPhone. (Bild: Carl Court/Getty Images)

Die wegen der iPhone-Drosselung in den USA eingereichten Sammelklagen gegen Apple bleiben nicht folgenlos: Apple hat sich erstmals seit Bekanntwerden des Vorfalls vor über einer Woche öffentlich dazu bekannt. Das Unternehmen entschuldigt sich in einem offenen Brief in englischer Sprache wortreich bei seinen Kunden, räumt Fehler ein und beteuert, dass es keine Absicht habe, die Nutzungszeit seiner Geräte künstlich zu verkürzen.

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Vor über einer Woche war bekanntgeworden, dass Apple bewusst iPhones mit älteren Akkus verlangsamt. Entdeckt hatte dies der Benchmark-Anbieter Geekbench. Eine solche künstliche Drosselung der Prozessorgeschwindigkeit wurde 2016 beim iPhone 6, iPhone 6s und iPhone SE eingeführt. Mittlerweile ist sie auch für das iPhone 7 aktiviert worden. Beim iPhone 6 und iPhone 6S sollte damit der Fehler beseitigt werden, dass die Smartphones sich unvermittelt bei extremen Temperaturen abschalteten. Apple hatte die Drosselung über ein Jahr geheim gehalten und das Vorgehen zunächst nur gegenüber ausgewählten Medien eingeräumt.

Apple widerspricht Vorwürfen

In dem offenen Brief ist Apple nun sehr bemüht, alle Vermutungen zu zerstreuen, dass damit Kunden gezwungen werden sollten, neue iPhones zu kaufen, weil die alten Modelle für die Gerätebesitzer zu langsam geworden seien. In dem Brief beteuert Apple: "In erster Linie haben wir nie etwas unternommen - und würden es auch nie tun -, um die Lebensdauer eines Apple-Produkts absichtlich zu verkürzen oder die Benutzererfahrung zu verschlechtern, um Kunden-Upgrades voranzutreiben."

Das Unternehmen gab im Zuge dessen eine Änderung beim Austausch von iPhone-Akkus bekannt. Ab Ende Januar 2018 sollen iPhone-Besitzer die Möglichkeit erhalten, den fest verbauten Akku für 30 US-Dollar auszutauschen. Regulär kostet der Akkutausch bei Apple 80 US-Dollar. Die Aktion soll weltweit angeboten werden und gilt für alle Modelle ab dem iPhone 6, die einen entsprechend alten Akku besitzen. Apple spekuliert wohl darauf, dass die Aufregung in einem Jahr abgeklungen ist. Denn die Aktion ist nur bis Dezember 2018 geplant, danach wird der Austausch eines Akkus wieder zum alten Preis angeboten.

Apple hat zudem erstmals einen Support-Artikel zu der künstlichen Prozessordrosselung veröffentlicht. Anfang 2018 will das Unternehmen ein iOS-Update veröffentlichen, das iPhone-Besitzer besser über den Zustand des iPhone-Akkus informiert und anzeigt, wenn die Prozessorleistung wegen eines alten Akkus künstlich beschränkt wird.

Mehrere Sammelklagen in den USA und Europa

In den USA wurden bereits mehrere Sammelklagen eingereicht, derzeit sind knapp zehn bekannt. In einer neuen Sammelklage wird eine Rekordsumme von 999 Milliarden US-Dollar von Apple gefordert. Begründet wird die Summe damit, dass iPhone-Besitzer von Apple bewusst getäuscht worden seien, und Kunden daher neue Modelle gekauft hätten, ohne dass dies notwendig gewesen wäre.

Auch in Europa gibt es eine erste Sammelklage. In Frankreich reichte die Organisation HOP (Halte à l'Obsolescence Programmée) nach eigener Aussage eine Sammelklage gegen Apple ein. Grundlage der Klage ist ein seit 2015 in Frankreich geltendes Gesetz gegen geplante Obsoleszenz. Unter geplanter Obsoleszenz wird verstanden, dass Unternehmen die Betriebsdauer von Produkten gezielt verringern, ohne dies bekannt zu machen.

Nach Ansicht des HOP hat Apple mit der iPhone-Drosselung gegen dieses Gesetz verstoßen. Das Gesetz verbiete "die Praxis der geplanten Obsoleszenz". Unternehmen dürfen demnach keine Produkte verkaufen, bei der die "Haltbarkeit bewusst" verkürzt werde, um so dafür zu sorgen, dass Kunden neue Geräte kaufen müssen. Das Gesetz sieht eine Höchststrafe von zwei Jahren Freiheitsstrafe und bis zu 300.000 Euro Geldstrafe und 5 Prozent des Jahresumsatzes des Unternehmens vor. Nach Ansicht der Organisation scheint die Verlangsamung älterer Geräte absichtlich dazu gedacht zu sein, Apple-Kunden zum Kauf eines neuen Modells zu bewegen.

Die von der HOP eingeschaltete Anwaltskanzlei kritisiert, dass Apple-Kunden bereits vor einigen Jahren eine Verlangsamung älterer Geräte bemerkt hätten, sobald ein neues Modell auf den Markt gekommen sei. Die Kanzlei fragt sich, warum Apple all die Jahre dazu geschwiegen habe. "Warum diese Verlangsamung, als das neue Modell veröffentlicht wurde? Warum findet man dieses Phänomen nicht bei anderen Herstellern, wie z.B. Samsung?"

Kein vergleichbares Vorgehen von Android-Herstellern bekannt

Bisher ist nicht bekannt, dass Hersteller aus dem Android-Lager ähnliche Maßnahmen ergriffen hätten. Zumindest HTC und Lenovos Motorola-Tochter bekannten sich auf Nachfrage von The Verge dazu, dass sie die Prozessorleistung nicht reduzierten, auch wenn die Akkus in den verwendeten Geräten schon älter und nicht mehr so leistungsfähig wie zum Zeitpunkt des Kaufs seien. The Verge fragte auch Google, Samsung, LG und Sony, wartet hier aber noch auf Antworten.

Künftig will Apple die Prozessordrosselung auch bei weiteren iPhone-Modellen vornehmen, sobald der fest verbaute Akku nach Ansicht von Apple zu alt ist. Apple sagte aber bislang nicht, mit welcher iOS-Version und wann diese Drosselung bei den aktuellen Modellen iPhone 8 und iPhone X aktiviert wird.



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Tuxgamer12 31. Dez 2017

* Ich habe den vollen Dialog zwischen dir und FalschesEnde gelesen. FalschesEnde hat zu...

Lord Gamma 31. Dez 2017

Da lobe ich mir als IT-Profi ein Android Handy. Denn da wird das Gerät immer schneller...

FreiGeistler 31. Dez 2017

Jemine. Ich sagte explizit "Android < 4.4.". Das "<" meint "unter", ok? Wobei es auch 4...

xploded 30. Dez 2017

Gott sei Dank wird das vor einem Gericht entschieden,... Hier hat ein Hersteller ein...

Anonymer Nutzer 30. Dez 2017

Lies Dir Deinen Post doch einfach nochmal durch. Außer dem Anwurf, dass meine Argumente...


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