iPhone auf Ketten: Smartphone-Roboter Romo wird schlauer

Romo macht das Smartphone zum Roboter mit Kettenantrieb und Grinsegesicht. Durch ein komplett neu entwickeltes und leistungsfähigeres Chassis soll Romo bald deutlich mehr können als sein Vorgänger – und auch mehr werden als ein mobiler Wohnungswachhund, ein kleines Telepräsenzsystem oder ferngesteuertes Spielzeug mit simulierten Gefühlen.

Der neue Romo(öffnet im neuen Fenster) soll smarter und schneller sein und eine einfache Bedienung ermöglichen. Er soll auch selbstständig Hindernissen ausweichen können, Gesichter erkennen und mehr Persönlichkeit zeigen. Das wird auch unterstützt dadurch, dass das eingesteckte Smartphone über einen Motor geneigt werden kann.
Android-Smartphones werden anders als beim ersten Romo gar nicht unterstützt. Es soll zwar Pläne für einen weiteren Romo mit Android-Unterstützung geben, aber das Startup Romotive(öffnet im neuen Fenster) sah sich nach eigenen Angaben wegen des höheren Entwicklungsaufwands dazu gezwungen, sich beim zweiten Romo auf eine Smartphone-Plattform zu konzentrieren.
iPhone-Roboter
In den neuen Romo lassen sich deshalb nur noch ein iPhone 4, ein iPhone 4S oder ein iPod Touch der vierten Generation einstecken. Die werden dann aber digital über den alten Apple-Connector angeschlossen, was unter anderem eine bessere Steuerung und ein Laden des eingesteckten Apple-Geräts ermöglicht. Beim ersten Romo erfolgten Anschluss und Steuerung noch analog über den Audioausgang, was die Möglichkeiten beschränkte.






Den iPhone-5-Connector wird laut Romotive erst eine spätere Romo-Generation bieten. Der alte Connector soll aber keinen Nachteil darstellen, im Gegenteil – Kunden sollen ihn sich ausdrücklich gewünscht haben, denn wer zum iPhone 5 wechselt, kann dann das alte iPhone im Romo lassen. Bei der Steuerung des Romo gibt es weniger Beschränkungen, die iOS-Apps unterstützen iPhones, iPads und iPods; darüber hinaus ist eine Steuerung über Webbrowser möglich.
Interessanter für Entwickler
Romotive will es Entwicklern über ein verbessertes SDK und APIs ermöglichen, komplexe eigene Apps für den neuen Romo zu entwickeln. Durch die verbesserte Hardware und mehr Möglichkeiten zur Programmierung dürfte der neue Romo auch besser als Lehrplattform geeignet sein.
Die erste Romo-Generation wird mit der neuen Romo-Plattform und deren APIs nicht funktionieren. Der alte Romo und dessen SDK sind derzeit auf der Romotive-Website(öffnet im neuen Fenster) gar nicht mehr zu finden – sie widmet sich voll dem neuen Produkt. Der Hersteller verspricht aber, weiterhin "Legacy Support" zu leisten; was nicht auf die Entwicklung neuer Apps für das alte Gerät hindeutet.
Der Akku des neuen Romo soll 8 Stunden durchhalten und lässt sich nicht ohne weiteres auswechseln. Romotive bietet einen Akkuwechsel an, für den der Roboter in die USA geschickt werden muss. Für europäische Kunden dürfte das ein teures und zeitaufwendiges Unterfangen werden, zumindest solange es keinen Vertriebs- oder Servicepartner in Europa gibt.
Nicht mehr 2012
Romotive peilt an, seinen neuen Romo ab Anfang 2013 auszuliefern. Und wieder setzt das Startup dabei auf die Finanzierung durch Spenden und Vorbestellungen über das Crowdfunding-Portal Kickstarter(öffnet im neuen Fenster) . Das dürfte sich auszahlen: Bereits fünf Tage nach Start der Kickstarter-Kampagne ist Romo 2 auf gutem Weg, seine Finanzierung zu schaffen: 100.000 US-Dollar werden angestrebt, über 41.000 US-Dollar sind es schon und es bleiben noch 28 Tage Zeit.
Bereits der erste Romo stieß auf ungemein großes Interesse und verschaffte Romotive Kickstarter-Vorbestellungen in Höhe von rund 1,5 Millionen US-Dollar – in Handarbeit wurden schließlich 2.000 Romos gebaut und verschickt. Die Fertigung des zweiten, deutlich aufwendigeren und professioneller gestalteten Geräts sollen nun Partner übernehmen. Der Preis des neuen Romo liegt deshalb auch höher, statt 99 US-Dollar kostet er 150 US-Dollar – respektive 175 US-Dollar bei Bestellungen etwa aus Europa.