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iPhone: Apples Jugendschutzfilter schützt nicht

Eltern können auf dem iPhone einstellen, dass als jugendgefährdend geltende Inhalte blockiert werden. Wie ein US-Portal für sexuelle Aufklärung festgestellt hat, arbeitet dieser Filter äußerst einseitig und lässt zudem sehr gefährliche Inhalte weiterhin zu.
/ Tobias Költzsch
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Den Filter gibt es beispielsweise auf Apples iPhones. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Den Filter gibt es beispielsweise auf Apples iPhones. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Die Webseite O.School(öffnet im neuen Fenster) hat festgestellt, dass Apples Jugendfilter für iOS zahlreiche gefährliche und sexuelle Inhalte nicht blockiert. O.School ist ein Portal für sexuelle Aufklärung. Zu den nicht blockierten Inhalten gehören rechtsextreme Webseiten sowie auch Internetangebote, die sexuelle Gewalt verherrlichen.

Der Filter ist für Eltern gedacht, damit sie auf einem iPhone und iPad Inhalte für Kinder blockieren können. Dadurch soll gewährleistet sein, dass keine jugendgefährdenden Inhalte aufgerufen werden. In den Tests von O.School zeigte sich, dass besonders die Filter zu sexuellen Inhalten sehr unterschiedlich gewichtet sind.

Filter arbeitet einseitig und schlecht

So können beispielsweise zahlreiche Sub-Reddits zu Themen sexueller Gewalt aufgerufen werden sowie Google-Suchen zu traditionell männlich besetzten Sexualthemen durchgeführt werden. Suchen zu weiblich konnotierten Sexualthemen hingegen werden vom Filter blockiert.

Problematisch ist zudem, dass Suchen und Webangebote zu Aufklärungsthemen blockiert werden. Auf diese Weise können Kinder zu wichtigen Fragen, die sich im Laufe der Entwicklung stellen, keine Informationen erhalten. Auch Leitfäden, wie man sexuellen Missbrauch melden kann, werden auf zahlreichen Seiten blockiert.

Zu den nicht herausgefilterten Inhalten zählen auch stramm rechtsradikale und rassistische Internetseiten sowie homophobe Webangebote. Diese würde der gesunde Menschenverstand zu denjenigen Inhalten zählen, die Apples Filter eigentlich blockieren sollte.

Die Webseite Motherboard(öffnet im neuen Fenster) hat Apple um eine Stellungnahme gebeten. Bis dato hat sich das Unternehmen noch nicht geäußert.


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