iPhone: Apple soll Modem-Entwicklung unterschätzt haben

Gespräche mit an Apples Modementwicklung beteiligten Personen deuten an, dass das Unternehmen die Entwicklung von 5G-Modems für seine iPhones unterschätzt hat. Apple hat vor kurzem das Abkommen mit Qualcomm über die Lieferung von Modem-Chips bis 2026 verlängert ; internen Quellen zufolge sollte eigentlich ab 2023 ein eigenes 5G-Modem verwendet werden.
Das Wall Street Journal sprach mit einigen am Projekt beteiligten Personen gesprochen. Ihnen zufolge soll die angestrebte Deadline unter anderem deshalb nicht eingehalten werden können, da sie viel zu knapp gesetzt wurde. Vor allem das Führungspersonal soll die Komplexität der Modementwicklung unterschätzt haben.
Modems für Mobiltelefone müssen mit den verschiedenen Netzen weltweit reibungslos funktionieren, um den Besitzern der Geräte ein uneingeschränktes Nutzungserlebnis zu bieten. Den internen Quellen zufolge sollen Apples Prototypen aus dem Jahr 2022 technisch gesehen ungefähr drei Jahre hinter dem Top-Modell von Qualcomm gelegen haben.
Modem-Prototyp soll technisch unterlegen gewesen sein
Ein neues iPhone mit diesem Chip wäre also, was die mobile Netzanbindung betrifft, langsamer als Smartphones der Konkurrenz gewesen. Dies dürfte mit zu der Entscheidung beigetragen haben, den Vertrag mit Qualcomm bis 2026 zu verlängern.
Den beteiligten Personen zufolge sollen einige Verantwortliche bei Apple die Herausforderungen erst nach der Präsentation des Prototyps im letzten Jahr realisiert haben. Zuvor schien man davon auszugehen, dass mit einer hohen Zahl an Entwicklern ein schnelles und vor allem gutes Ergebnis erzielt werden könne - vergleichbar mit der Entwicklung von Prozessoren, bei der Apple sehr erfolgreich ist.
Apple arbeitet bereits seit einigen Jahren an Modem-Chips und hat unter anderem Intels 5G-Modem-Abteilung übernommen. Die neuen iPhones mit Qualcomm-Modem-Chips wurden am 12. September 2023 vorgestellt.



