iPhone: Apple integriert Modem-Gruppe in SoC-Team
Apple hat die für das iPhone-Modem verantwortliche Zulieferer-Abteilung der eigenen Chip-Design-Gruppe zugeteilt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster), nachdem bereits The Information(öffnet im neuen Fenster) eine Meldung dazu vorzuweisen hatte. Apple sucht derzeit weitere Ingenieure für die Baseband-Entwicklung, um mittelfristig eigene integrierte Modems nutzen zu können.
Bisher wurden diese von Qualcomm und zuletzt exklusiv von Intel eingekauft. Es ist aber typisch für Apple zu versuchen, sich bei zentralen Komponenten unabhängig von Zulieferern zu machen. So leitet Johny Srouji seit 2008 als Senior VP for Hardware Technologies die Entwicklung eigener Chips, welche als A-Serie vermarktet werden.
Seit dem A6 von 2012 setzt Apple auf selbst entworfene CPU-Kerne in seinen SoCs, alle sind nach Stürmen wie Monsun oder Zyklon benannt. Seit dem A11 von 2017 verbaut Apple überdies eine eigene GPU, statt ein PowerVR-Design von Imagination Technologies zu lizenzieren und hat 2018 einen Teil des deutschen PMIC-Herstellers Dialog Semiconductor übernommen, um die Power-Management-Chips besser anzupassen.
Durch ein selbst entwickeltes Modem, egal ob dediziert oder in ein SoC integriert, hätte Apple mehr Kontrolle über das Baseband. Damit einher gehen üblicherweise eine bessere Energie-Effizienz und somit eine längere Laufzeit sowie gegebenenfalls eine höhere Leistung, was schlussendlich stärkere Verkaufsargumente für die iPhones wären. Ob Apple noch ein LTE- oder gleich ein 5G-Modem entwirft, ist unklar. Eigene Designs gibt es bisher nicht, denn außer im iPhone und im iPad verwendet der Hersteller auch in den Watches zugekaufte Basebands.
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