iPhone am Steuer: Apple will an Autounfällen nicht schuld sein

Apple bestreitet vehement, an der mangelnden Einsicht mancher Autofahrer schuld zu sein, weil sie sich vom Smartphone ablenken lassen und es verbotenerweise während der Fahrt benutzen. Das zeigt ein aktueller Rechtsstreit in den USA. Dennoch werden in iOS 11 Sperrmaßnahmen ergriffen.

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Smartphone-Nutzung beim Autofahren soll verhindert werden.
Smartphone-Nutzung beim Autofahren soll verhindert werden. (Bild: Pexels/CC0 1.0)

Posten, Twittern, Texten, Googeln: Viele Autofahrer verwenden das Smartphone auch während der Fahrt, doch das ist nicht erlaubt. Fachleute fordern, wegen der steigenden Zahl von Unfällen durch Ablenkung durch Smartphones neue Maßnahmen zu ergreifen - wie etwa die Pflicht, eine Freisprecheinrichtung einzubauen. In den USA ist Apple im Rahmen einer Sammelklage beschuldigt worden, aus Geldgier wirksame Sperren nicht verbaut zu haben. Geklagt haben Unfallopfer.

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Bei der Sammelklage vor dem kalifornischen Gericht geht es darum, dass Apple eine Mitverantwortung bei Unfällen angelastet werden soll, die nur passierten, weil sich der Fahrer durch das iPhone ablenken ließ. Das Unternehmen habe Gewinnstreben vor Sicherheit gestellt, heißt es darin, weil kein Aufwand betrieben wurde, um eine automatische Sperrfunktion zu integrieren, die es verhindere, dass sich das Smartphone vom Fahrer nutzen lasse, obwohl Apple auf eine solche Technik ein Patent angemeldet habe.

Apple bestreitet jegliche Mitschuld, weil es allein in der Verantwortung des Fahrers liege, das iPhone während der Fahrt zu benutzen. So lautet nach einem Bericht von Macrumors die Argumentation des Smartphone-Herstellers. Als Hersteller des Geräts sei Apple nicht in die Verantwortung zu nehmen, weil die Nutzer damit etwas Ungesetzliches machten. Die Gegenseite argumentiert, dass Apple eine Technik entwickelt habe, um bestimmte Funktionen des Smartphones automatisch zu deaktivieren. Apple habe sogar seit 2014 ein Patent auf so eine Technik. Das Unternehmen weigere sich aus Sorge, Marktanteile zu verlieren, aber, diese Technik einzusetzen.

Apple ist schon des Öfteren verklagt worden, weil Autofahrer abgelenkt wurden und dann verunfallt sind. Ein US-Amtsgericht in Texas hatte bereits eine Klage gegen Apple fallengelassen. Die Angehörigen eines fünfjährigen Kindes hatten versucht, Apple zu verklagen (PDF), weil ihre fünfjährige Tochter im Dezember 2014 bei einem Autounfall ihr Leben verlor. Ein Autofahrer, der mit dem Auto der Eltern kollidierte, verwendete währenddessen Facetime.

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Seitdem iOS 11 im Juni 2017 angekündigt wurde, ist die Aussage, dass Apple sich nicht um die Fahrsicherheit kümmere, künftig kaum noch zu machen. In iOS 11 wird eine Nicht-stören-Funktion eingebaut, die verhindert, dass der Fahrer eingehende Nachrichten, Anrufe oder Hinweise von Apps erhält. Die sogenannte Do-not-distract-Funktion kann freiwillig aktiviert werden: Sie erkennt automatisch, ob das iPhone im Auto unterwegs ist und schaltet alle Benachrichtigungen auf stumm. Auch das Display bleibt dunkel, wenn eine Nachricht eingeht.

In Deutschland ist die Diskussion um immer mehr Unfälle durch Handys und Smartphones am Steuer bereits in vollem Gange. Verkehrsexperten sprechen sich für eine härtere Bestrafung bis hin zum Fahrverbot aus. Anfang 2017 sprachen Experten anlässlich des 55. Verkehrsgerichtstag über das Thema Unfallursache Smartphone. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) fordert, wer ohne Freisprecheinrichtung telefoniere, SMS tippe oder Nachrichten lese, solle ein Vielfaches des bisherigen Bußgeldes von 60 Euro zahlen. Zudem müsse das bisherige Handyverbot auf andere elektronische Geräte erweitert werden. Im DVR sind rund 200 Verkehrsorganisationen, Verbände, öffentliche Einrichtungen und Autoclubs organisiert.

Eine Untersuchung des Automobilclubs von Deutschland (AvD) habe ergeben, dass 53 Prozent der Befragten während der Fahrt schon Nachrichten eingetippt und sogar 72 Prozent Nachrichten gelesen haben. Zur genauen Zahl der durch Smartphone-Ablenkung verursachten Unfälle in Deutschland gibt es laut Verkehrssicherheitsrat zwar keine verlässlichen Angaben. Die Experten sind sich aber einig, dass die Zahl immer weiter steigt.

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ptepic 25. Aug 2017

Ja genau, höhere Strafen. Ich sehe ständig irgendwelche Bonzen mit dicken Karren, die das...

plutoniumsulfat 23. Aug 2017

Na dann verklagt man den Autohersteller, weil ein anderer einen Unfall gebaut hat. Oder...

xxtesaxx 23. Aug 2017

Willkommen in der Generation Schneeflocke. Wo Eigenverantwortung und Freiheit etwas...

plutoniumsulfat 23. Aug 2017

Klar hab ich ihn gelesen ;) Ich halte nur ein HUD oder Ähnliches für suboptimal, weil das...



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