iPhone 6S und 6S Plus: Neue iPhones kommen mit 3D Touch und besseren Kameras

Mit dem iPhone 6S und dem iPhone 6S Plus hat Apple wie erwartet zwei neue Smartphones vorgestellt. Wie die bisherigen S-Versionen unterscheiden sich auch die beiden neuen Geräte vom Design und der Größe nicht von den im vergangenen Jahr präsentierten Modellen , sie wurden aber mit einigen sinnvollen und teilweise innovativen Hardware-Verbesserungen versehen.

Die interessanteste Neuerung dürfte das 3D-Touch-Display sein, das bei beiden neuen Geräten zum Einsatz kommt. Die Bildschirme sind druckempfindlich und können zwischen einfachem Tippen, Tippen mit leichtem Druck und Tippen mit starkem Druck unterscheiden. Damit stehen dem Nutzer drei Druckstufen zur Verfügung – und nicht nur zwei, wie etwa bei der Apple Watch oder dem Force-Touch-Pad der neuen Macbooks.













So öffnet ein leichter Druck auf ein App-Icon ein Shortcut-Menü, das Schnellzugriffe zu bestimmten Funktionen der Anwendung bietet, etwa den Zugriff zur Frontkamera bei der Kamera-App. Im E-Mail-Client öffnet ein leichter Druck eine Vorschau der Nachricht; lässt der Nutzer wieder los, findet er sich in der Übersicht wieder. Drückt er während der Vorschau stärker auf das Display, öffnet sich die Nachricht komplett.

Im Kalender lassen sich mit einem druckvollen Klick Details zu Terminen aufrufen, bei der Karten-App lassen sich Routenangaben direkt starten. Auch einige Apps von Fremdherstellern unterstützen 3D Touch bereits, unter anderem Instagram, Facebook und Dropbox.
Apple ist mit ziemlicher Sicherheit der erste Hersteller, der ein Smartphone mit einem derartigen druckempfindlichen Display auf den Markt bringt. Huawei hat auf der Ifa 2015 zwar sein neues Smartphone Mate S ebenfalls in einer Version mit druckempfindlichem Display vorgestellt, für dieses Modell aber noch kein Veröffentlichungsdatum genannt. Der chinesische Hersteller nennt die Technik analog zu den Macbooks Force Touch.

Der Bildschirm des iPhone 6S hat weiterhin eine Diagonale von 4,7 Zoll, der des iPhone 6S Plus 5,5 Zoll. Die Auflösung beträgt unverändert 1.334 x 750 Pixel beim iPhone 6S und 1.920 x 1.080 Pixel beim iPhone 6S Plus.
Hauptkameras haben jetzt 12 Megapixel
Die Kameras der neuen iPhones hat Apple verbessert: Statt 8 Megapixel hat die Hauptkamera jetzt 12 Megapixel. Zwar machen das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus gute Fotos, die Auflösung kann aber mit der anderer Smartphone-Kameras schon länger nicht mehr mithalten. Neu ist die Möglichkeit, 4K-Videos aufzunehmen; Slow-Motion-Videos können wieder mit bis zu 240 fps bei 720p aufgenommen werden. Ein aufgrund der erhöhten Pixelzahl verstärktes Rauschen will Apple durch Farbfilter über statt unter den Halbleiterdetektoren sowie einer speziellen Isolierung dazwischen verhindern.

Mit Live Photos bindet Apple die neue 3D-Touch-Funktion in die Aufnahme von Fotos ein. Standardmäßig ist die Kamera-App so eingestellt, dass sie Live Photos aufnimmt. Drückt der Nutzer in der Galerie leicht auf diese Fotos, wird ein kleines Video abgespielt. Die Kamera nimmt automatisch mehrere Fotos vor und nach dem eigentlichen Auslösen auf; daraus wird dann ein kleiner Film erzeugt, wenn der Nutzer auf das Foto drückt.
Auch die Auflösung der Frontkameras hat Apple bei den neuen iPhones verbessert: Sie machen jetzt Fotos mit 5 Megapixeln. Angesichts der allgemeinen Beliebtheit von Selbstporträts war dieser Schritt überfällig – beim iPhone 6 hatte die Frontkamera nur 1,2 Megapixel, was verglichen mit der Konkurrenz sehr wenig ist. Der Bildschirm kann jetzt als Frontblitz verwendet werden.
Besserer, schnellerer A9-Prozessor
Im Inneren der neuen iPhones arbeitet mit dem A9-Prozessor ein verbessertes System-on-a-Chip, das im 14- oder 16-nm-FinFET-Verfahren gebaut wird. Der Chip soll bezüglich der Prozessorleistung 70 Prozent schneller sein als der im iPhone 6 verbaute A8-Prozessor, die Grafikleistung soll um 90 Prozent besser sein. Der Bewegungssensor M9 ist jetzt direkt in den Chip eingebaut, was sparsamer ist. Wie die vorigen iPhone-Modelle haben auch das iPhone 6S und das iPhone 6S Plus einen Touch-ID-Fingerabdrucksensor. Dieser soll bei den neuen Smartphones jetzt zweimal schneller arbeiten.
Die neuen iPhones unterstützen Quad-Band-GSM, UMTS und LTE mit 300 MBit/s auf 28 Frequenzbändern. WLAN wird nach 802.11ac mit einer Geschwindigkeit von 866 MBit/s unterstützt. Ein GPS-Empfänger ist eingebaut, ebenso ein NFC-Chip, der für das in Deutschland noch nicht verfügbare Apple Pay verwendet werden kann. Der eingebaute Akku soll beim iPhone 6S für eine Standbyzeit von bis zu zehn Tagen reichen, beim iPhone 6S Plus für bis zu 16 Tage.
Bei der Auslieferung der neuen iPhones wird das neue iOS 9 vorinstalliert sein. Das iPhone 6S und das iPhone 6S Plus sollen ab dem 12. September 2015 in Deutschland vorbestellt werden können. Der Verkauf beginnt am 25. September. Das 16-GByte-Modell des iPhone 6S kostet 740 Euro, das 64-GByte Modell 850 Euro und das 128-GByte-Modell 960 Euro. Das iPhone 6S Plus kostet in der 16-GByte-Variante 850 Euro, die 64-GByte-Version 960 Euro und die 128-GByte-Variante 1.070 Euro.