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iPhone 5C: Plastik-iPhone wird unter schlechten Bedingungen produziert

Die Hinweise auf ein Billig-iPhone verdichten sich. Nun bestätigt ausgerechnet China Labor Watch Arbeiten am neuen Apple-Smartphone, das wohl den Namen iPhone 5C tragen wird. Der erwartete günstige Preis werde auch durch katastrophale Arbeitsbedingungen ermöglicht, so der Vorwurf.

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Apple bringt bald ein iPhone für die Massen.
Apple bringt bald ein iPhone für die Massen. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Gleich in der Einleitung des 60 Seiten umfassenden Berichts über die Zustände in Pegatron-Fabriken, die für Apple Produkte fertigen, offenbart China Labor Watch die Arbeiten am kommenden iPhone mit Kunststoffgehäuse. Ein Mitarbeiter berichtet sogar direkt, dass er Schutzfolie auf die Kunststoffhüllen des neuen iPhones kleben muss. Die Massenfertigung hat dem Bericht zufolge noch nicht begonnen. Das vermutlich iPhone 5C genannte Gerät soll besonders günstig werden, und das dürfte auch mit Pegatron als Auftragshersteller zusammenhängen.

Inhalt:
  1. iPhone 5C: Plastik-iPhone wird unter schlechten Bedingungen produziert
  2. Auch Schwangere müssen mehr als 10 Stunden arbeiten

Bereits am Wochenende wurde grob bekannt, dass Apple dort zu entsprechend günstigen und schlechten Arbeitsbedingungen fertigen lässt. Die Mitarbeiter arbeiten demnach weit mehr Wochenstunden, als gesetzlich erlaubt sind, machen teilweise unbezahlte Überstunden, wohnen in schlechten Unterkünften und werden nicht ausreichend bezahlt.

Jetzt ist der Bericht mit vielen Details und einigen Fotos offen zugänglich. Bisher waren vor allem die schlechten Arbeitsbedingungen bei Auftragshersteller Foxconn bekanntgeworden. Das Unternehmen verbesserte aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit auf Apple, das seinerseits Druck auf Foxconn ausübte, die Arbeitsbedingungen. Dem Bericht zufolge gilt das offenbar nicht für Pegatron. Dort arbeiten demnach 10.000 Mitarbeiter im Alter zwischen 16 und 20 Jahren sowie weitere 60.000 ältere Mitarbeiter unter unwürdigen Arbeitsbedingungen in drei von China Labor Watch untersuchten Fabriken, die alle zur Pegatron-Gruppe gehören.

16-jährige Schüler müssen einen Teil des Lohns an die vermittelnde Schule und Lehrer abgeben

Der Spiegel, dem der Bericht vorab vorlag, berichtete zuvor von Minderjährigen, Schülern und Studenten, was eine deutlich weitere Altersgruppe bedeuten würde und vor allem sehr viel jüngere Mitarbeiter einschließt. Der veröffentlichte Bericht von China Labor Watch stellt nun klar, dass mit minderjährigen Schülern die Altersgruppe ab 16 Jahren gemeint ist. Sie müssen allerdings genauso arbeiten wie die Erwachsenen und genießen keinen besonderen Schutz. Schüler werden durch ihre Schulen an zwei der drei Pegatron-Fabriken vermittelt, die einen Teil des Gehalts einbehalten. Sie verdienen also auch noch weniger als die Erwachsenen. Einen Unterschied gibt es zudem bei der Beschäftigungsdauer: Die Schulen vermitteln auch Arbeitsbeschäftigungen für drei Monate. Pegatron hat normalerweise Interesse an längerfristigen Beschäftigungen.

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Die schlechten Arbeitsbedingungen werden von China Labor Watch im Detail ausgeführt und unterscheiden sich in einigen Punkten von Fabrik zu Fabrik. Insgesamt 200 Interviews hat China Labor Watch mit Pegatron-Mitarbeitern in einem Zeitraum von März bis in den Juli 2013 hinein geführt, um sich einen Überblick zu verschaffen, und das auch mit Fotos dokumentiert. Angehörige der Organisation waren zudem als Mitarbeiter getarnt unterwegs. Pegatron werden dutzendfach allgemeine Rechtsverletzungen, Arbeitsrechtsverletzungen und ethisch nicht akzeptable Methoden vorgeworfen. So arbeiten laut China Labor Watch die Mitarbeiter häufig an sechs Tagen pro Woche in Schichten, die bis zu 10,5 Stunden lang andauern. Überstunden gelten als Pflicht, und so sind 66-Stunden-Arbeitswochen die übliche Arbeitszeit. In China sind allerdings nur 49 Stunden erlaubt. Apples eigene Richtlinien werden damit nur geringfügig verletzt. So gestattet Apple 60-Stunden-Wochen bei seinen Auftragsherstellern. In Ausnahmefällen ist mehr zulässig.

So schafft Pegatron ein 2-Schicht-System in den Fabriken. Der Basisstundenlohn beträgt 1,50 US-Dollar, der in Grenzen, etwa durch einen Nachtzuschlag oder Überstunden, gesteigert werden kann. Teils müssen feste Quoten erzielt werden. Ein Pegatron-Mitarbeiter kommt so auf einen Basislohn von etwa 264 US-Dollar ohne Überstunden. Der Lohn steigert sich noch durch Überstunden, die in der Regel nicht freiwillig sind, so China Labor Watch. Zudem werden bis zu 14 Überstunden je Monat nicht bezahlt. Notwendige Besprechungen vor der Arbeit gelten nicht als zu bezahlende Arbeitszeit. Sie sind auch keine Freizeit oder gar freiwillig. Wer den Besprechungen fernbleibt, muss mit Lohnabzügen rechnen. In einer Fabrik gibt es in Hochzeiten sogar 7-Tage-Wochen à 11 Stunden.

Dem Bericht zufolge gibt es Kontrollen durch Apple, doch Pegatron zwingt die Mitarbeiter zu falschen Angaben, um etwa Überstunden zu verschleiern, so der Vorwurf, der wegen der laxen Kontrollen auch an Apple gerichtet ist. Die Mitarbeiter müssen sich zudem mit elf weiteren Personen die 20-Quadratmeter-Räumlichkeit teilen, wollen sie in der Nähe der Fabrik wohnen. Die sind zudem unbelüftet, und Duschen sind in einigen Fällen in so geringer Menge vorhanden, dass es zu langen Wartezeiten kommt.

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Auch Schwangere müssen mehr als 10 Stunden arbeiten 
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SSD 01. Aug 2013

Genau, und da müsste meiner Meinung nach angesetzt werden. Mit dem Web 2.0 hat sich das...

Lemo 31. Jul 2013

Möglicherweise meinte er Prestige statt Umsatz, aber ich kann mich auch täuschen, keine...

Anonymer Nutzer 31. Jul 2013

Natürlich muss man das global ändern. Bisher nur aufgrund von Gerechtigkeitssinn und...

Sander Cohen 31. Jul 2013

Zumal die Geräte die bei Pegatron hergestellt werden, wohl noch weit weniger Gewinnmarge...

Anonymer Nutzer 31. Jul 2013

Das S4 konnte nur mit ordentlichen Rabatten am Markt psoitioniert werden, damit man die...


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