Auch Schwangere müssen mehr als 10 Stunden arbeiten

Beschimpfungen durch Vorgesetzte oder das Vorführen vor Kollegen wegen schlechter Arbeit gehört in den Fabriken zum Job. Dem Bericht zufolge arbeiten auch Schwangere in langen 10,5-Stunden-Schichten an Apple-Produkten, obwohl für werdende Mütter 8-Stunden-Schichten gesetzlich zulässig sind. Auch ein besonderer Schutz ist in vielen Fällen nicht vorhanden. Vermittlerfirmen begehen weitere Gesetzesverstöße. Sie behalten etwa die ID-Karten teils wochenlang ein, ohne die kein anderer Job angenommen werden kann. Während der Anheuerung werden etwa Notizbücher und Kugelschreiber verteilt. Allerdings darf der Arbeiter diese nicht behalten. Sollte der Mitarbeiter denken, es wären kostenlose Utensilien, und sie mitnehmen, muss er immerhin fast drei Stundenlöhne bezahlen: 4,07 US-Dollar. Während der Anheuerung fallen zudem zahlreiche Gebühren an. Arbeiter müssen für die medizinische Untersuchung bezahlen oder auch die Arbeitskleidung. Das addiert sich schnell zu Kosten in Höhe von mehreren Tagen Lohn, nur um den Job anzutreten.

Zudem wird Mitarbeitern mitunter angedroht, dass sie ihr Gehalt nur bekommen, wenn sie mindestens drei Monate in den Fabriken durchhalten. Das ist durch weitere Regeln nicht so einfach. So dürfen Mitarbeiter kein Wasser an ihre Einsatzorte mitnehmen, und auf die Toilette zu gehen, erfordert teils eine Erlaubnis des Teamleiters, der diese nicht unbedingt geben muss. Zudem gibt es viele Arbeitsplätze, bei denen nur Stehen erlaubt ist. Rund ein Viertel der Mitarbeiter in der Einführungsphase hält diesem Druck nicht stand und muss aufgeben.

In der Folge müssen sie mitunter auf mehrere Wochen Lohn verzichten, etwa durch anfallende Gebühren. Pegatron und damit Apple erhalten dadurch kostenlose Arbeit. Diese Vorteile kann, so zynisch es klingt, Pegatron direkt weitergeben und sich so als günstiger Produzent anbieten. Apple kann dadurch die Kosten senken und so beispielsweise das iPhone 5C günstiger anbieten oder die ohnehin sehr hohe Marge des Konzerns auch beim iPhone für die Masse halten. Ob das mit einer Produktion in Foxconn-Werken möglich wäre, ist unbekannt. Insgesamt listet der Bericht von China Labor Watch neben allgemeinen Rechtsverstößen auch 17 Verstöße gegen Apples eigene Richtlinien (Supplier Code of Conduct) auf.

Pegatron arbeitet nicht nur für Apple

Pegatron ist, wie auch Foxconn, einer der größten Hardwareproduzenten und einer der wichtigsten Partner von Apple. Nicht nur für Apple produziert die Firma mit Sitz in Taipeh (Taiwan), die einmal eine Tochter von Asus war. Auf dem chinesischen Festland der Volksrepublik China werden unter anderem Desktops, Notebooks, Tablets, Smartphones, Grafikkarten, Spielkonsolen und E-Book-Reader gefertigt. Eine der drei untersuchten Fabriken produziert laut China Labor Watch auch für Nokia, Panasonic, HP, Dell, Asus, Acer und Sony, wie die Organisation sagt, auch wenn der Bericht sich hauptsächlich auf die Produktion von Apple-Hardware konzentriert.

Der 60-Seiten-Bericht steht als PDF bereit und zeigt deutlich, wie schlecht Arbeitsbedingungen in China sind. Viele Zustände sind für europäische Verhältnisse kaum vorstellbar.

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 iPhone 5C: Plastik-iPhone wird unter schlechten Bedingungen produziert
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SSD 01. Aug 2013

Genau, und da müsste meiner Meinung nach angesetzt werden. Mit dem Web 2.0 hat sich das...

Lemo 31. Jul 2013

Möglicherweise meinte er Prestige statt Umsatz, aber ich kann mich auch täuschen, keine...

Anonymer Nutzer 31. Jul 2013

Natürlich muss man das global ändern. Bisher nur aufgrund von Gerechtigkeitssinn und...

Sander Cohen 31. Jul 2013

Zumal die Geräte die bei Pegatron hergestellt werden, wohl noch weit weniger Gewinnmarge...



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