Dreifachkamera mit neuer Standardauflösung
Die Kamera auf der Rückseite hat wie beim Vorgängermodell drei Objektive: eine Hauptkamera mit 48 Megapixeln, eine Superweitwinkelkamera mit 12 Megapixeln und ein Teleobjektiv mit ebenfalls 12 Megapixeln. Beim iPhone 15 Pro kommt ein Dreifach-Tele zum Einsatz, das Max-Modell hat das neue Periskop-Objektiv mit fünffacher Vergrößerung. Entsprechend ist der digitale Zoom beim uns vorliegenden Pro-Modell 15-fach, beim Max 25-fach.
Zu den interessantesten Neuerungen bei der Kamera gehören die Standardauflösung von 24 statt 12 Megapixeln und das automatische Speichern von Tiefeninformationen. Falls mehrere Personen im Bild erkannt werden, werden die für ein Porträt mit unscharfem Hintergrund notwendigen Informationen auch dann gespeichert, wenn der Porträtmodus nicht aktiviert ist. Dann können wir im Nachhinein noch ein Porträt mit unscharfem Hintergrund aus dem Bild machen.
Beim iPhone 15 Pro können wir bei der Hauptkamera neben der natürlichen Brennweite von 24 mm auf 28 und 35 mm Brennweite umschalten, indem wir auf den 1x-Button in der Kamera-App drücken. Das iPhone zoomt dann leicht digital in das Bild, um die längere Brennweite zu simulieren. Im Grunde geschieht dabei nicht viel mehr als beim iPhone 14 Pro, wenn wir manuell auf eine 1,2-fache oder eine 1,5-fache Vergrößerung wechseln – nur dass wir dies dort nicht einfach per Knopfdruck machen können.
Alternative Brennweiten lassen sich als Standard einstellen
Interessant ist, dass wir eine der alternativen Brennweiten als Standard einstellen können. Wem die 24 mm der Hauptkamera zu weitwinklig sind, der kann grundsätzlich 28 oder 35 mm nehmen. Einen nennenswerten Qualitätsverlust können wir nicht feststellen, was angesichts einer Auflösung von 48 Megapixeln und des nur geringen Digitalzooms nicht verwunderlich ist.
Die Hauptkamera des iPhone 15 Pro macht Bilder mit guter Schärfe. Im direkten Vergleich mit der Hauptkamera des iPhone 14 Pro Max fällt eine geringfügig bessere Kantenschärfe auf, zudem gibt es weniger Artefakte. Das ist aber nur bei sehr starker Vergrößerung zu sehen, Tageslichtaufnahmen sehen auf den ersten und auch zweiten Blick identisch aus. Bei den mit der Superweitwinkelkamera geschossenen Bildern können wir gar keinen Unterschied ausmachen.
Das Teleobjektiv des iPhone 15 Pro hat eine dreifache optische Vergrößerung – das neue 5x-Periskop-Tele kommt nur im Max-Modell zum Einsatz. In Sphären wie die Konkurrenz, von Samsung etwa, mit 10x-Teleobjektiven wagt sich Apple noch nicht vor. Digital ist beim iPhone 15 Pro eine 15-fache Vergrößerung möglich, die qualitativ noch sehr gut nutzbar ist – vor allem, wenn der Zoom sparsam eingesetzt wird.
Grundsätzlich haben die Bilder auch beim iPhone 15 Pro den von Apple gewohnten Look: Der Dynamikumfang ist hoch, auch bei schlechter Beleuchtung macht das Smartphone gute Bilder. Der Nachtmodus ermöglicht auch wieder Porträts, die gut belichtet sind. Apple zufolge funktioniert der Verbesserungsalgorithmus Photonic Engine jetzt auch bei Nacht. Wir merken das vor allem im Porträtmodus, der bei abgeschaltetem zweifachem Zoom automatisch den Nachtmodus zuschaltet. Die Hautfarbe ist wesentlich natürlicher, zudem ist das Rauschen geringer.
Porträts lassen sich im Nachhinein erstellen
Gut funktioniert in unseren Tests die automatische Aufnahme von Tiefeninformationen, wenn das iPhone 15 Pro ein Gesicht im Bild erkennt. Haben wir den Porträtmodus nicht aktiviert, nimmt das iPhone ein normales Bild auf; überlegen wir uns es im Nachhinein noch anders, können wir den Hintergrund unscharf machen – als hätten wir von Anfang an den Porträtmodus verwendet. Wir können beim iPhone 15 Pro auch den Fokuspunkt nachträglich ändern; dank iOS 17 geht das auch beim iPhone 14 und iPhone 13.
Aufnahmen mit der Hauptkamera mit 48 Megapixeln bringen etwas mehr Schärfe, die Standardeinstellung finden wir aber bereits sehr gut – das ist angesichts von 24 Megapixeln auch wenig überraschend. Apple erklärte vor Kurzem, dass die Einstellung mit 24 Megapixeln eine bessere Bilddynamik bringe, da mehr Zeit für die Verarbeitung der Daten zur Verfügung stehe. Im direkten Vergleich kommen uns helle Bereiche mit 48 Megapixeln tatsächlich etwas zu hell vor, anders als bei 24 Megapixeln – das ist aber nur im direkten Vergleich und bei genauem Hinschauen erkennbar. Wir finden die Bilddynamik auch bei voller Auflösung sehr gut.
Das iPhone 15 Pro nimmt bei voller Sensorauflösung im RAW-Format auf, neu ist, dass die volle Auflösung auch im HEIF-Format möglich ist. Videos können Nutzer in 4K mit bis 60 fps aufnehmen, auch in HDR. Videos im Prores-Format lassen sich erstmals auch mit 60 fps in 4K aufnehmen – dann ist aber ein externes Speichermedium notwendig. Der Nachtmodus macht wieder sehr gut belichtete Aufnahmen im Dunkeln.
Vielseitiges und qualitativ hochwertiges Kamerasystem
Insgesamt ist das Kamerasystem des iPhone 15 Pro sehr vielseitig und macht hochwertige Fotos. Die Bildqualität ist verglichen mit dem direkten Vorgänger iPhone 14 Pro nur in kleinen Details besser; der generelle Bildeindruck und die Qualität der Aufnahmen sind sehr ähnlich. Das ist aber nichts Schlechtes, gehörte die Kamera des Vorgängermodells doch auch schon zu den besten am Markt.