Willkommen auf der dynamischen Insel
Statt die Kameralöcher wie alle anderen Smartphonehersteller als ungenutzte, schwarze Flächen zu belassen, bindet Apple sie in ein Benachrichtigungs- und Interaktionssystem ein. Starten wir beispielsweise ein Lied auf Spotify und wechseln auf den Homescreen, erscheinen das Albumcover und eine Wellenform des aktuellen Liedes im Bereich um die Kameralöcher. Tippen wir auf den Bereich, kommen wir direkt zu Spotify zurück; halten wir den Bereich gedrückt, erscheint eine Mediensteuerung und wir können beispielsweise zum nächsten Lied wechseln.
Starten wir einen Timer, sehen wir den Fortschritt und können ebenfalls mit Hilfe eines langen Tipps mit der Funktion interagieren. Verwenden wir beispielsweise Spotify und den Timer gleichzeitig, werden beide Funktionen in der Dynamic Island angezeigt. Zu den Apps, die Dynamic Island bereits unterstützen, gehören momentan zahlreiche Audioanwendungen sowie Basisfunktionen von iOS - neben dem Timer etwa Carkey, Airdrop, Apple Pay, der Fokus-Status und Verbindungsnachrichten für Zubehör.
Dynamic Island könnte durch Entwickler noch interessanter werden
Zugegeben, viele der aktuellen Anwendungsszenarien lassen sich unter iOS auch durch das Herunterziehen des Mitteilungszentrums und anschließendes Klicken auf eine entsprechende Statusmitteilung umsetzen - etwa der Liedwechsel bei einer Musik-App oder das Pausieren eines Timers. Interessant finden wir die Nutzung dieses toten Bereichs des Bildschirms aber dennoch, vor allem, sobald Apple die Schnittstelle komplett für Programmierer freigibt. Dann könnten Nutzer beispielsweise direkt in der Dynamic Island erkennen, wann ihr Essen geliefert wird oder das Taxi ankommt.
Befürchtungen, das Tippen auf den Bereich der Frontkamera und des Face-ID-Systems würden diese Funktionen behindern, können wir übrigens ausräumen. Das Verstauen des iPhone 14 Pro Max in unserer Hosentasche hat die Dynamic Island ebenso wie den Rest des Displays stets von unseren Fingerabdrücken befreit. Beim iPhone 14 Pro Max finden wir es aufgrund der Displaygröße nur mitunter etwas mühselig, den oberen Bereich des Displays zu erreichen.
Apple verwendet beim iPhone 14 Pro Max ein LTPO-OLED-Display mit 2.796 x 1.290 Pixeln, das mit bis zu 2.000 cd/m² im Freien zum einen extrem hell werden kann, zum anderen mit Bildraten von 1 bis 120 Hz sowohl Bildschirminhalte sehr flüssig anzeigen als auch sehr sparsam sein kann. Der Blickwinkel ist wie von Apples Geräten gewohnt sehr gut, die Farben sind natürlich und nicht so übertrieben wie etwa bei Samsungs Smartphones. Im Freien haben wir auch bei starker Sonneneinstrahlung keinerlei Probleme damit, Inhalte zu erkennen; im HDR-Modus liegt die Helligkeit bei maximal 1.200 cd/m², was zu einer guten Darstellung führt.
Dank der möglichen niedrigen Bildrate ist das iPhone 14 Pro Max das erste iPhone, das ein Always-On-Display hat. Im Standby-Betrieb werden also Informationen auf dem Display angezeigt, anstatt dass es einfach ausgeschaltet ist. Auch hier muss natürlich gesagt werden: Apple hat das Always-On-Display absolut nicht erfunden, sondern ist im Gegenteil mehrere Jahre zu spät mit der Funktion, die im Android-Bereich bereits in der unteren Mittelklasse häufig anzutreffen ist.