IPCEI: EU-Staaten planen lokale Halbleiter-Industrie

Der Fokus liegt auf der Finanzierung, der Entwicklung und der Produktion von Hardware in Europa - statt externer Abhängigkeit.

Artikel veröffentlicht am ,
Euopa will die lokale Halbleiterentwicklung.
Euopa will die lokale Halbleiterentwicklung. (Bild: EPI)

Eine Allianz aus 18 europäischen Staaten hat erklärt, die Halbleiter-Industrie in Europa stärken zu wollen (PDF). Ziel sei es, mehr eigene Chips zu designen und auch zu produzieren, statt diese primär von anderen Nationen zukaufen zu müssen. "Das ist ein entscheidender Bereich für die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

Stellenmarkt
  1. Field Service Engineer oder IT-Systemelektronikern oder Informationselektroniker (m/w/d)
    IPB Internet Provider in Berlin GmbH, Berlin
  2. (Senior) Consultant (m/w/d) Success Factors
    Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG, Bielefeld
Detailsuche

An der gestrigen Videokonferenz der für Digitalisierung verantwortlichen EU-Minister nahmen Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Spanien, Kroatien, Malta, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, die Slowakei, Slowenien und Zypern teil. Zusammen wurde ein Important Project of Common European Interest (IPCEI) erstellt, welches die Halbleiter-Industrie samt Lieferkette in Europa vorantreiben soll.

Derzeit besteht in Europa eine steigende Abhängigkeit an Chips aus dem Ausland, vor allem aus China und den USA. Ohne diese wäre die Hardware für die digitale Infrastruktur nicht umsetzbar, weshalb die europäischen Staaten dort ansetzen: In Europa sollen das Design und die Fertigungsanlagen entstehen, um selbst passende Prozessoren zu entwerfen und zu produzieren. Erste Schritte sind mit EuroHPC und der European Processor Initiative (EPI) bereits erfolgt, derzeit befindet sich der SiPearl Rhea in Entwicklung.

Europa ist wichtig für die Halbleiterfertigung

Geplant ist, dass 20 Prozent des Budgets für die Aufbau- und Resilienzfazilität in die digitale Transformation fließen sollen, was etwa 145 Milliarden Euro in den kommenden zwei bis drei Jahren entspricht. So viel Geld ist auch dringend notwendig, denn moderne Fabs sind extrem teuer, selbst technisch international rückständige Werke wie Boschs RB300 für 130 nm bis 65 nm kosten über eine Milliarde Euro. STMicroelectronics hat derzeit mit 28 nm den fortschrittlichsten Node in Europa. Das IPCEI sieht vor, auch besonders feine Fertigungsverfahren wie 2 nm in Europa einsetzen zu wollen - diese werden bisher von Fabs in Taiwan (TSMC), den USA (Intel) und Südkorea (Samsung Foundry) vorbereitet.

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Die Gesamtinvestition für 5 nm soll vorerst 24 Milliarden US-Dollar für Forschung und Entwicklung betragen, sagte TSMC - denn die neue Fab 18 alleine kostete 17 Milliarden US-Dollar. Allerdings sind europäische Staaten daran nicht unbeteiligt: Die von TSMC und Samsung Foundry genutzten EUV-Scanner mit extrem ultravioletter Belichtung stammen von ASML aus den Niederlanden, die dazu verwendeten Laser von Trumpf aus Deutschland und die umlenkenden Spiegel von Zeiss ebenfalls aus Deutschland.

Ungeachtet dessen ist es eine Sache, wenn die notwendigen Tools in Europa entwickelt werden, die Fabs, welche sie einsetzen, aber in Asien oder den USA stehen. Der Handelskrieg mit China führt überdies dazu, dass dort ebenfalls der Fokus auf lokale Errungenschaften wie eigene 28-nm-Scanner gelegt wird.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kooperation
Amazon Kreditkarte mit Landesbank Berlin wird eingestellt

Während der ADAC seine Kunden bereits informiert hat, schweigt Amazon Deutschland noch zum Ende der Kooperation mit der Landesbank Berlin.

Kooperation: Amazon Kreditkarte mit Landesbank Berlin wird eingestellt
Artikel
  1. Linux: Vom einfachen Speicherfehler zur Systemübernahme
    Linux
    Vom einfachen Speicherfehler zur Systemübernahme

    Ein häufig vorkommender Fehler in C-Code hat einen Google-Entwickler motiviert, über Gegenmaßnahmen nachzudenken.

  2. Social-Media-Plattform: Paypal will Pinterest kaufen
    Social-Media-Plattform
    Paypal will Pinterest kaufen

    Der Zahlungsabwickler Paypal soll bereit sein, 45 Milliarden US-Dollar für den Betreiber digitaler Pinnwände zu bezahlen.

  3. Pixel 6 (Pro): Googles Tensor-SoC ist eine wilde Mischung
    Pixel 6 (Pro)
    Googles Tensor-SoC ist eine wilde Mischung

    Viel Samsung, wenig Google: Der Chip kombiniert extreme Computational Photography mit einem kuriosen Design zugunsten der Akkulaufzeit.
    Eine Analyse von Marc Sauter

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week Finale: Bis 33% auf Digitus-Monitorhalterungen & bis 36 Prozent auf EVGA-Netzteile • Samsung-Monitore (u. a. 24" FHD 144Hz 169€) • Bosch Professional zu Bestpreisen • Sandisk Ultra 3D 500GB 47,99€ • Google Pixel 6 vorbestellbar ab 649€ + Bose Headphones als Geschenk [Werbung]
    •  /