IPCEI AST: Deutschland meldet EU erste Projekte für Halbleiterförderung
Bis zu 3,8 Milliarden Euro stehen auf Bundesebene für die Förderung von Halbleiterprojekten im Rahmen des IPCEI AST zur Verfügung. Der Bundesregierung liegen insgesamt 35 Projektanträge vor, die allerdings noch von der EU-Kommission genehmigt werden müssen. Denn eigentlich sind staatliche Beihilfen in der EU verboten. Als erstes am IPCEI AST teilnehmendes Land meldete Deutschland über das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie am 30. Juni 14 Projekte an die EU-Kommission(öffnet im neuen Fenster).
Hier findet zunächst eine Vorprüfung (Pränotifizierung) statt, im Rahmen des komplexen Genehmigungsprozesses (Übersicht, PDF(öffnet im neuen Fenster)) erfolgen anschließend Beantragung und Begutachtung auf nationaler und EU-Ebene. Fördermittel werden ausschließlich von den teilnehmenden EU-Mitgliedsländern gestellt. Im Vergleich etwa zur Chips for Europe Initiative sind bei IPCEI-Projekten die Fördersummen niedriger, der Aufwand ist aber ebenfalls geringer.
Im Rahmen des IPCEI AST sollen, wie der Programmname Advanced Semiconductor Technologies aussagt, moderne, weltweit wettbewerbsfähige Halbleitertechnologien entwickelt und kommerzialisiert werden. Das Programm hat sieben Schwerpunkte(öffnet im neuen Fenster), ganz oben stehen KI-Chips und Chiplet-Technologien. Daneben sollen bestehende Stärken wie Sensoren, Leistungselektronik und Silicon Photonics weiter ausgebaut werden.
Beteiligt sind Start-ups und globale Konzerne
Projekte im Rahmen des IPCEI AST haben sowohl bekannte Unternehmen wie Globalfoundries, X-Fab und Bosch eingereicht, aber auch der RISC-V-Entwickler Quintauris und Start-ups wie Spiketronix aus Dresden sind vertreten.
Bei den Important Projects of Common European Interest, wofür IPCEI ausgeschrieben steht, handelt es sich um länderübergreifende Projekte. Sie sollen insbesondere neue, innovative Entwicklungen zur Marktreife bringen und so Europas Wettbewerbsfähigkeit steigern. Das IPCEI AST koordiniert Deutschland zusammen mit Frankreich und den Niederlanden, beteiligt sind außerdem Belgien, Finnland, Irland, Italien, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien und Tschechien. Das Programm läuft von 2026 bis 2031(öffnet im neuen Fenster).