M5 mit solider Leistung
Unabhängig von der Bildschirmgröße ist das iPad Pro M5 stets mit dem M5-Chip ausgestattet. Allerdings bekommen nur die teureren Modelle, etwa unsere Variante, den Vollausbau zusammen mit 16 GByte RAM und mindestens 1 TByte SSD-Kapazität.
Die beiden günstigeren Varianten mit 256- oder 512-GByte-SSD werden mit dem abgespeckten M5 ausgestattet. Hier schaltet Apple einen der vier Performance-Cores für eine Maximalzahl von neun Cores ab. Da es sich hier um einen der vier P-Cores handelt, dürften die Leistungseinbußen in einigen Anwendungen bei etwa 20 bis 25 Prozent liegen.
Die Leistung unseres iPad Pro M5 bleibt indes in etwa auf dem Niveau eines aktuellen Macbook Pro mit M5-Chip (Test) , wie wir in mehreren Benchmarks erfahren. In der Praxis ist das System bei den meisten iPad-typischen Anwendungen Overkill. Daran würde auch ein abgeschalteter P-Core nichts ändern.
Bestwerte dank neuem Chip
Schauen wir zunächst auf Benchmarks, die sich gut mit anderen Geräten vergleichen lassen. In Geekbench 6 kommt unser Testmuster auf 16.285 Punkte im CPU- und 74.385 Punkte im GPU-Teil. Die Werte kommen fast an das ebenfalls von uns getestete Macbook Pro mit M5 (17.723 und 75.656 Punkte) heran. Durch die passive Kühlung ordnet sich das iPad Pro M5 etwas darunter ein. Das iPad Pro mit M4-Chip kommt im gleichen Test und mit M4-Vollausbau auf nur 14.727 und 53.750 Punkte.

















Wir können nur noch einmal wiederholen, was uns schon beim Macbook Pro M5 aufgefallen ist: Apple hat vor allem bei der GPU-Leistung noch einmal viel Potenzial aus Apple Silicon herausholen können. Im 3D-Benchmark 3DMark Steel Nomad Light erreicht das iPad Pro sehr gute 5.303 Punkte bei durchschnittlich 32 fps. In der offiziellen Bestenliste landet das System hier hinter einem Mac Studio mit M1-Max-Chip – einem auf Videoschnitt und Rendering ausgelegten System mit 32-Core-GPU und aktiver Kühlung.
Da überrascht es wenig, dass unser Testmuster unter allen Mobilgeräten auch auf den ersten Plätzen des Geekbench-AI-Benchmarks landet. Die integrierte GPU des M5 schafft 12.584 Punkte in Single Precision. Das iPad Pro 13 mit M4-Chip kommt auf maximal 8.966 Punkte.
Apple Intelligence noch in der Beta-Phase
Mit 16 GByte Shared Memory und den beim M5 eingeführten Machine-Learning-Cores in der GPU wird sich das iPad vor allem für KI-Anwendungen eignen. Eine Vision von Apple Intelligence, bei der iPads lokale ML-Modelle ausführen und uns bei unserer Arbeit unterstützt, zeigte Apple bereits auf einigen Vorführevents.
| Test | iPad Pro M5 (11 Inch, 1 TByte SSD, 16 GByte RAM) | iPad Pro M4 (13 Inch, 1 TByte SSD, 16 GByte RAM) |
|---|---|---|
| ----- | ----- | ----- |
| Helligkeit SDR/HDR | 501/1.043 cd/m², max: 1.578 cd/m² | 490/1.018 cd/m², max: 1.572 cd/m² |
| SRGB | 145,3 % | 142,7 % |
| DCI-P3 | 102,4 % | 101,1 % |
| Adobe RGB | 98,7 % | 98,3 % |
| ----- CPU ----- | ----- | ----- |
| Geekbench 6 Single Core/Multicore | 4.119/16.285 | 3.739/14.724 |
| Geekbench 6 AI | 5.233 | 4.675 |
| Antutu | 975.649 | 751.299 |
| ----- Grafikeinheit ----- | ----- | ----- |
| 3DMark Steel Nomad Light Unlimited | 4.303 | 3.493 |
| 3DMark Wild Life Extreme Unlimited | 9.471 | 8.587 |
| Geekbench 6 | 74.385 (Metal) | 53.750 (Metal) |
| Geekbench 6 AI | 12.491 | 6.689 |
| Antutu | 1.236.292 | 1.058.001 |
| ----- Neural Engine/NPU ----- | ----- | ----- |
| Geekbench 6 AI | 5.226 | 9.532 |
| ----- Weitere Tests ----- | ----- | ----- |
| Akkulaufzeit (Mix aus leichter und schwerer Last (80%/20%)) | 14:20 Stunden | 13:51 Stunden |
| Diskspeed (Antutu R/W) | 6.803/7.378 MByte/s | - |
In iPadOS befindet sich Apple Intelligence aber noch in der Betaphase und wir müssen das Feature erst aktivieren. Anschließend können wir auch einstellen, von welchen Apps die Software lernen soll. Sie nimmt dabei auch Informationen aus unseren angezeigten Apps und verarbeitet sie teilweise auf unbekannten Cloudservern. Zudem können wir uns für das (ebenfalls onlinegebundene) ChatGPT anmelden, das aktuell noch einen großen Stellenwert bei Apple Intelligence hat.
Das alles wirkt noch wie ein Flickenteppich verschiedener kleiner Features, die in Zukunft einige Vorteile versprechen. Ein iPad Pro mit M5-Chip könnte hier eine sinnvolle Investition in die Zukunft sein. Aktuell halten wir das aber noch für etwas überstürzt.
Sehr gute Akkulaufzeit
Der M5-Chip bringt neben der merklich besseren Leistung eine bessere Energieeffizienz mit sich. Das können wir auch in unserem Akkulaufzeit-Test bestätigen. Das 11-Zoll-Modell kommt bei einer Helligkeit von 200 cd/m² und mit eingeschaltetem WLAN auf 14:20 Stunden.

















Dabei haben wir das Gerät zu 80 Prozent leichter Last, hier ein 4K-Youtube-Video mit eingeschaltetem Ton, und 20 Prozent schwerer Last, einem 3DMark-Stresstest, laufen lassen. Bei für Tablets typischen Anwendungen wie dem Medienkonsum, Lesen oder dem Erstellen von Notizen und Skizzen dürfte das Gerät noch besser dastehen.
Für uns bleibt das iPad Pro vor allem für kreative Köpfe interessant, die ein sehr gut kalibriertes Display benötigen, was vor allem an der exzellenten Hardware liegt. Als Desktop-Ersatz finden wir iPadOS allerdings schrecklich – vor allem, wenn wir von MacOS, Linux oder Windows kommen.



