iPad Mini 4: Hardware ist schwächer als von Apple behauptet

Apples Phil Schiller hatte das iPad Mini 4 mit der gleichen Leistung beworben wie das iPad Air 2 - im Stream bei Minute 50:58(öffnet im neuen Fenster) zu hören. Apples eigener Onlineshop und ein Hands-on von Ars Technica strafen diese Aussagen aber Marketing-Lügen. Tatsächlich steckt im iPad Mini 4 ein schwächerer Prozessor mit einem CPU-Kern weniger, der Takt hingegen ist identisch.
Im Onlineshop nennt Apple für das iPad Air 2(öffnet im neuen Fenster) den A8X-Chip, für das iPad Mini 4(öffnet im neuen Fenster) hingegen den A8 ohne X-Suffix. Beide Chips basieren zwar auf der gleichen, als Typhoon bezeichneten Mikroarchitektur. Im A8X -Chip allerdings stecken drei CPU-Kerne und im A8-Modell nur zwei. Letzterer stammt ursprünglich aus dem iPhone 6 und taktet dort mit bis zu 1,4 GHz. Die A8-Variante im iPad Mini 4 ist Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) zufolge bis zu 100 MHz flotter, läuft also mit der gleichen Frequenz wie der A8X-Chip im iPad Air 2.


Bei Benchmarks, die einen oder zwei CPU-Kerne nutzen, ist das Air 2 kaum schneller als das Mini 4 - außer die App benötigt viel Bandbreite, denn der A8X-Chip scheint an flotteren Speicher angebunden zu sein. Bei Last auf drei Kernen zieht das Air 2 dann vorbei, was beispielsweise bei der sogenannten Split View mit zwei parallel laufenden Apps passieren könnte. Die PowerVR-Grafikeinheit des A8- ist ebenfalls langsamer als die des A8X-Chips.
Keinen Unterschied gibt es bei der reinen Speichermenge: Im iPad Air 2 und im iPad Mini 4 sind jeweils 2 GByte RAM verbaut, vermutlich jeweils LPDDR3-Arbeitsspeicher. Wie für Apple typisch äußert sich der Hersteller aber nicht zur Menge und dem RAM-Typ. Dafür vergleicht Apple das iPad Mini 4 mit früheren iPad Mini und spricht von bis zu fünffacher CPU-Geschwindigkeit und einer Steigerung der Grafikleistung um den Faktor zwölf.
Das iPad Mini 4 ist mit 16, 64 und 128 GByte Flash-Speicher erhältlich(öffnet im neuen Fenster) und kostet 390, 490 sowie 590 Euro.



