iPad 3: Millionenstrafe für Apple wegen 4G-Werbeaussagen

Apple hat zugestimmt, eine Strafe von 2,25 Millionen Australischen Dollar (1,78 Millionen Euro) wegen Werbeaussagen zur 4G-Nutzung mit dem iPad 3 zu zahlen. Das berichtet die australische Zeitung The Age(öffnet im neuen Fenster) .
Die Wettbewerbsbehörde Australian Competition & Consumer Commission (ACCC) ging gegen die Werbebotschaft: "Das neue iPad bietet Wifi und 4G" vor. Das iPad 3 beherrscht LTE nur in den Frequenzbereichen 700 und 2.100 MHz. Das einzige australische 4G-Netz wird von Telstra mit 1.800 MHz betrieben. 4G ist im Gegensatz zu LTE aber kein eindeutiger Begriff.
Die ACCC hatte Apple am 28. März 2012 wegen Verletzung des australischen Verbrauchergesetzes verklagt. Die Aussagen zu 4G seien irreführend gewesen. Apple erklärte sich daraufhin bereit, auf seiner australischen Website eindeutig zu erklären, dass das iPad 3 nicht mit den 4G-LTE- und Wimax-Netzwerken in Australien kompatibel sei. Der US-Konzern bot zudem Kunden, die das Tablet in der Zeit vom 16. März 2012 bis zum 28. März 2012 gekauft hatten, eine Entschädigung an.
Apple-Anwalt Paul Anastassiou verteidigte das Unternehmen. Apple habe nie behauptet, das iPad würde im 4G-Netzwerk von Telstra vollständig kompatibel arbeiten. Die australischen Medien hätten zudem lange vor dem Verkaufsstart breit darüber berichtet, dass das australische LTE vom iPad 3 nicht unterstützt werde.
Der Festsetzung der Millionenstrafe muss Mordecai "Mordy" Bromberg, Richter am Federal Court of Australia, noch zustimmen. Bromberg wird am 13. Juni 2012 eine Entscheidung treffen. Er will aber zuvor von Apple Angaben dazu bekommen, wie viele iPads mit dem Werbeversprechen "Wifi + 4G" verkauft wurden und wie viele Geräte von Kunden wegen mangelnder 4G-Funktionalität zurückgesandt wurden. Ein Apple-Anwalt hat die Angaben verweigert. Der US-Konzern habe allen Kunden eine Entschädigung angeboten. Damit sei niemand zu Schaden gekommen. Deshalb seien die Verkaufszahlen irrelevant.



