IP: Nvidia bietet Lizenzen für Patente und Kepler-Architektur an

Für jedes Gerät einen Chip bauen - das geht nicht mehr. Daher bietet Nvidia nun seine Erfindungen bis hin zur GPU-Architektur Kepler in Lizenz an. Chipdesigner, etwa andere ARM-Anbieter, könnten so die GPUs von Nvidia in ihren Bausteinen verwenden.

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Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang
Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang (Bild: Nvidia)

In einem Blogeintrag hat Nvidia eine für die Geschichte des Unternehmens umwälzende Änderung des Geschäftsmodells angekündigt. Künftig will der Chipentwickler seine bisher gut gehüteten Entwicklungen auch anderen Firmen durch Lizenzen zugänglich machen.

Dazu gehören nach Angaben von Nvidia über 5.500 erteilte oder angemeldete Patente im Bereich Visual Computing. Besonders ungewöhnlich ist, dass das Unternehmen auch ausdrücklich die Kepler-Architektur der aktuellen Geforce-Grafikkarten und Tesla-Beschleuniger lizenzieren will. Kepler wird auch im für 2014 erwarteten Tegra 5, Codename Logan, als GPU neben den ARM-Kernen eingesetzt werden.

Nvidia-Vize David Shannon begründete den Schritt mit den Veränderungen im Markt für digitale Geräte. Noch vor zehn Jahren, so der Manager, hätte es nur einen relevanten Computer gegeben - den PC. Inzwischen habe sich das vor allem im Bereich von Spielen zu einer breiten Palette vom Cloud-Server für Streaming bis hin zu kleinen Android-Geräten gewandelt.

"Es ist nicht gerade praktisch, für jeden Teil dieses wachsenden Marktes einen Chip oder ein System zu bauen" so Shannon weiter. Daher will Nvidia sein geistiges Eigentum nun vermarkten. In engen Grenzen hatte das Unternehmen das schon getan, aber vor allem mit einem Partner: Intel.

250 Millionen US-Dollar pro Jahr von Intel

Mit dem x86-Erfinder hatte Nvidia zwar seit 2004 ein Patentaustauschabkommen (Cross License Agreement), aber 2009 gab es Streit um die davon betroffenen Chipsätze, die Nvidia auch für Intel-Prozessoren anbot. Die beiden Unternehmen einigten sich schließlich außergerichtlich und erneuerten ihr Abkommen. Wie David Shannon nun erklärte, bekommt Nvidia jährlich 250 Millionen US-Dollar Lizenzgebühren von Intel. Weitere Details, etwa, ob Intel auch Nvidia-Technik in seinen immer schneller werdenden GPUs einsetzt, nannte Shannon nicht.

Neben Intel können nun aber auch andere Chiphersteller Nvidias Erfindungen nutzen. Damit reagiert die Geforce-Company offenbar auch darauf, dass sie in den Next-Generation-Konsolen nicht mehr vertreten ist, hier hat AMD das Rennen gemacht. In der Playstation 3 steckt dagegen noch eine GPU von Nvidia.

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