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IoT: Mini-Linux startet auf ESP32

Mit einigen Hacks ist es einem Bastler gelungen, den Linux-Kernel auf dem kleinen ESP32 zu starten. Der praktische Nutzen ist fraglich.
/ Sebastian Grüner
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Linux startet auf dem kleinen ESP32. (Bild: Pixabay)
Linux startet auf dem kleinen ESP32. Bild: Pixabay

Die Serie der vergleichsweise kleinen ESP32-Chips für das Internet of Things (IoT) ist eigentlich nicht dazu gedacht, dass auf diesen Linux läuft, dafür ist deren Ausstattung schlicht zu klein. Zusammen mit 8 MByte PSRAM und 2 MByte SPI-Flash ist der Chip aber offenbar gerade noch gut genug, um darauf einen Linux-Kernel zu starten, wie das Magazin CNX-Software zuerst berichtet(öffnet im neuen Fenster) hat.

Demnach ist es offenbar einem Bastler aus China gelungen, den vergleichsweise aktuellen Linux-Kernel 5.0 mit einigen Anstrengungen auf einem ESP32 zu starten. Zum Beweis gibt es dafür ein Bootlog, aus dem weitere Details dazu hervorgehen. Demnach handelt es sich bei der genutzten Plattform konkret um den Dual-Core ESP32-D0WD. Der Startvorgang für Linux ist dabei aber reichlich kompliziert und vor allem nicht nativ.

Dem Bootlog zufolge kommt auf dem ESP32 unmittelbar nach dem Bootloader mit JuiceVM(öffnet im neuen Fenster) eine eigene kleine und selbst geschriebene virtuelle Maschine zum Einsatz, die auf Github als RISC-V-VM beschrieben wird und ohne zusätzliche Abhängigkeiten außer einer C-Bibliothek laufen können soll. Darauf folgt OpenSBI(öffnet im neuen Fenster) , das RISC-V Open Source Supervisor Binary Interface, welches als Schnittstelle zwischen einer RISC-V-Firmware und einem Betriebssystem dient – in diesem Fall Linux. Letztlich folgt der Start des Linux-Kernels selbst samt einem kleinen Dateisystem.

Einige wenige weitere Informationen zu dem Projekt sowie auch Binärdateien zum Starten des Kernels finden sich auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) und dem chinesischen Forum Whycan(öffnet im neuen Fenster) . Ausführliche Informationen dazu, wie das Bastelprojekt selbst eingesetzt werden kann, gibt es jedoch nicht, so dass eigene Tests damit eher schwierig werden könnten. Ob der Linux-Kernel darüber hinaus auch sinnvoll auf dem ESP32 eingesetzt werden kann, ist außerdem fraglich. Immerhin sollten typische Linux-Anwendungen den Chip schnell an seine Grenzen bringen.


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