Zum Hauptinhalt Zur Navigation

iOS: Jailbreak-Malware greift 225.000 Nutzerdaten ab

Eine neu entdeckte Malware für iOS soll die Nutzerdaten von mehr als 225.000 Apple-Accounts abgegriffen haben und iPhones für die Benutzer sperren. Es sind nur Nutzer betroffen, die selbst einen Jailbreak aus chinesischen Cydia-Repositories installiert haben.
/ Hauke Gierow
41 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Gehackte Apple-Accounts (Bild: Palo Alto Networks)
Gehackte Apple-Accounts Bild: Palo Alto Networks

Von der bislang größten Anzahl gehackter Apple-Accounts sprechen Spezialisten, die 92 Samples einer neuen iOS-Malware mit dem Namen "Keyraider" untersucht haben. Die Malware findet sich in Jailbreak-Tools aus den Cydia-Repositories chinesischer Nutzer und soll die Zugangsdaten zu mehr als 225.000 Apple-Accounts sowie zahlreiche Zertifikate, private Schlüssel und Einkaufsbelege abgegriffen haben, wie die Sicherheitsforscher von Palo Alto Networks und Weiptech, einer chinesischen Apple-Community, melden. Betroffen von der Infektion sind nur Nutzer, die selbst einen Jailbreak auf ihrem Gerät vorgenommen haben.

Mit den erbeuteten Nutzerdaten können die Angreifer in fremdem Namen und auf fremde Rechnung Apps kaufen – mindestens 20.000 solche illegale Downloads verzeichneten die Sicherheitsforscher. Die Software legt die erbeuteten Nutzerdaten dazu mittels Man-in-the Middle-Verfahren automatisch der Apple-Accountabfrage vor. Sollte ein Account nicht funktionieren, wird der nächste Datensatz verwendet.

Erpressung von Nutzern

Die Malware soll es zudem ermöglichen, Nutzer zu erpressen(öffnet im neuen Fenster) . Dazu wird der Wert com.apple.lockdown.identity.activation auf 0 gesetzt – Nutzer können ihr iPhone dann weder offline durch Eingabe des korrekten Passwortes noch online über iCloud entsperren. Wird das Gerät so gesperrt, erscheint auf dem Bildschirm die Aufforderung, per QQ, einem chinesischen Chatprogramm, Kontakt mit den Erpressern aufzunehmen.

Bei der Nachforschung nutzten die Experten auch eine Sicherheitslücke in den Command-and-Control-Servern der Malware aus: Mittels einer SQL-Injektion gelang es, Zugriff auf Datenbanken mit den geklauten Apple-IDs, Passwörtern und Gerätenummern (GUIDs) zu erhalten und so die Dimension des Angriffes zu ermessen.

Apple ist informiert

Apple wurde von den Sicherheitsforschern über die Malware informiert – der akute Handlungsbedarf für die Firma ist jedoch begrenzt. Denn die Schadsoftware nutzt keine Sicherheitslücken von iOS selbst aus, sondern nur die durch den Jailbreak entstandenen Schwachstellen.


Relevante Themen