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iOS-Einkäufe: In-App-Store arbeitet mit Klartextpasswörtern

Einem Hacker ist es gelungen, Käufe innerhalb einer iOS-App kostenlos durchzuführen. Dabei fiel ihm auf, dass auf Apples Mobilgeräten die Passwortübertragung im Klartext stattfindet.
/ Andreas Sebayang
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Passwörter werden auf iOS-Geräten zum Teil im Klartext übertragen. (Bild: Apple)
Passwörter werden auf iOS-Geräten zum Teil im Klartext übertragen. Bild: Apple

Dem russischen Hacker Alexey V. Borodin ist es gelungen, In-App-Käufe kostenlos durchzuführen, wie unter anderem 9to5mac berichtet(öffnet im neuen Fenster). Mit einem In-App-Proxy konnte er den iOS-Anwendungen einen Apple-Server vortäuschen, der Käufe bestätigt. Allerdings funktioniert das nicht mit allen Anwendungen. Einige führen zusätzliche Validierungsschritte durch.

Als Nebenprodukt des Hacks wurde allerdings entdeckt, wie Apple mit schutzwürdigen Informationen umgeht. Borodin kann nämlich die Passwörter der Nutzer sehen, wie er Macworld erklärte(öffnet im neuen Fenster). Mit ein paar Zertifikaten und einem angepassten DNS-Server konnte er bereits zahlreiche Apple-IDs sowie die dazugehörigen Passwörter sehen.

Apple verlässt sich bei den Sicherheitsmaßnahmen darauf, dass mit einem Apple-Server kommuniziert wird. Offenbar wird deswegen das Passwort nicht verschlüsselt und kann einfach – samt Nutzernamen – mitgelesen werden.

Passwort und Nutzername sind bei Apples iOS-Geräten allerdings extrem wichtig. Wer an diese Kombination kommt, hat bei vielen Nutzern nicht nur Zugriff auf den iTunes-Zugang samt Guthaben, sondern auch auf die iCloud. Damit sind private Fotos und Backups der Geräte zugänglich. Selbst die Ortung der Apple-Nutzer ist möglich, wenn diese ihre Geräte mit der Funktion Find my iPhone verknüpft sind. Ein Transfer von Passwörtern im Klartext dürfte daher nicht passieren.

Apple untersucht das Problem bereits, wie der Konzern verschiedenen Medien mitteilte, ohne allerdings Details zu nennen.

Apple muss damit gleich zwei Schwachstellen beseitigen. Zum einen muss der Einkauf in Apps abgesichert werden. Und zum anderen muss der Umgang mit Passwörtern verändert werden.

Nachtrag vom 15. Juli 2012, 1:00 Uhr

In der ursprünglichen Fassung hieß es im letzten Absatz, dass die Passwörter von jedem gelesen werden können. Korrekt ist aber, dass nur der Betreiber des In-App-Proxys an diese Daten kommen kann, da das Klartextpasswort in einer SSL-Verbindung verschickt wird. Der entsprechende Absatz wurde korrigiert.

Nachtrag vom 16. Juli 2012, 10:00 Uhr

Bei dem Angriff, der eigentlich nur kostenlose In-App-Käufe ermöglichen sollte, handelt es sich um eine Man-in-the-Middle-Attacke, die prinzipiell auch andere hätten ausnutzen können. Der Angreifer versucht dabei, den Nutzer davon zu überzeugen, ein Zertifikat zu installieren und den DNS-Einträge zu manipulieren. Das iOS-Gerät vertraut diesem Zertifikat und dem damit ersetzten Appstore. Borodin ist das eigenen Angaben zufolge bei zahlreichen Nutzern gelungen, indem er ihnen kostenlose In-App-Käufe versprach. Bereits am Samstag sollen so 30.000 betrügerische Käufe registriert worden sein.

Damit gelang es ihm als Nebenprodukt, die eigentlich verschlüsselte Verbindung zu den Apple-Servern auszuhebeln und selbst die Daten zu empfangen. Da die Passwörter in dieser verschlüsselten Verbindung im Klartext übertragen werden, kam er an diese Daten heran. Über einen Social-Engineering-Angriff ist er somit an die Zugangsdaten zahlreicher Nutzer gekommen, obwohl die Verbindung an sich verschlüsselt ist. Der erfolgreiche Angriff benötigte also eine Kombination verschiedener Verfahren.

Borodin versichert auf seiner Webseite(öffnet im neuen Fenster), dass er die sichtbaren Daten nicht verwendet und das Loggen von Daten deaktiviert hat. Aus Sicherheitsgründen sollte dennoch niemand die Methode für kostenlose In-App-Käufe verwenden.


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