iOS: Apple will Tracking Anfang 2021 einschränken

App-übergreifendes Tracking hilft laut Apple nur dem datenindustriellen Komplex. Facebook sieht hingegen die Wirtschaft in Gefahr.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
App-übergreifendes Tracking unter iOS ab Anfang 2021 nur noch mit Zustimmung.
App-übergreifendes Tracking unter iOS ab Anfang 2021 nur noch mit Zustimmung. (Bild: Thomas Ulrich/Pixabay)

Trotz des Gegenwinds großer Online-Player wie Facebook wird Apple die neuen Möglichkeiten umsetzen, die Datensammlung durch Apps einzuschränken. Apple hatte die Einführung ursprünglich mit iOS 14 geplant, durch den Protest durch Werbefirmen jedoch auf Anfang nächsten Jahres verschoben. Dabei soll es bleiben.

Durch die Neuerungen soll auf Apple-Geräten leichter verhindert werden können, dass Apps und Werbedienste Informationen über ihr Verhalten über die Grenzen einzelner Anwendungen hinweg sammeln. Möchte ein Werbenetzwerk auf die gerätespezifische Werbe-ID unter iOS zugreifen, muss dies explizit für jede App über ein Pop-up erlaubt werden: ein Opt-in also.

Die Neuerung betrifft insbesondere Firmen wie Facebook, deren Tracker Informationen in vielen Apps sammeln und über die Werbe-ID zusammenführen. So kann Facebook über diese ID die Informationen aus einer Gesundheits- und einer Dating-App mit einer Person in Verbindung bringen, die bei dem sozialen Netzwerk angemeldet ist. Entsprechend warnt Facebook vor der Änderung: Diese würde das Werbegeschäft des Online-Netzwerkes erschweren. Firmenchef Mark Zuckerberg kritisierte zuletzt, weil viele kleine und mittlere Unternehmen auf Werbung im Netz angewiesen seien, könne dies die Erholung der Wirtschaft von der Coronapandemie beeinträchtigen.

Apple: Werbe-ID dient nur dem "datenindustriellen Komplex"

"Ich sehe das nicht so", sagte Apples Software-Chef Craig Federighi dazu der Deutschen Presse-Agentur. Das aufdringliche Nachverfolgen der Nutzer-Aktivität komme letztlich nur dem "datenindustriellen Komplex" und großen Tech-Konzernen zugute. "Wir denken, dass invasives Tracking dem gesamten Ökosystem schadet, weil es das Vertrauen der Nutzer in die Systeme vermindert." Apple sei überzeugt, dass sein neues Verfahren für alle Marktteilnehmer gut sei. "Die vorrangigen Verlierer sind vielleicht die großen Unternehmen, die ein Geschäft daraus machen wollen, große Mengen von Daten zu sammeln."

Allerdings wird Apple dafür kritisiert, dass es sich selbst von der aus Datenschutzsicht vorbildlichen Umsetzung der Einwilligung per Pop-up ausnimmt. So war in einer Vorab-Version von iOS 14 unter dem Reiter Privacy das Apple Advertising mit personalisierter Werbung bereits aktiviert und und konnte nur händisch deaktiviert werden. Ein Opt-out.

Beschwerde von Datenschutzorganisation gegen Werbe-ID

Die Datenschutzorganisation Noyb hatte erst kürzlich eine Beschwerde bei der Berliner Datenschutzbeauftragten gegen Apples Werbe-ID eingelegt. Diese sei mit Tracking-Cookies vergleichbar und benötige entsprechend der ePrivacy-Richtlinie eine Zustimmung des Nutzenden. Die Pläne, 2021 eine solche Zustimmung einzuholen, nannte Noyb halbherzig, da diese nicht für Apple selbst eingeholt werde. Dem widersprach Apple: Das Unternehmen greife nicht auf die Werbe-ID zurück.

In einer Studie der Datenschutzorganisation Noyb und des norwegischen Verbraucherschutzverbandes wurden im Januar zehn Dating-Apps untersucht. Diese sendeten Daten an 135 Trackingunternehmen, neben persönlichen und intimen Informationen wird dabei häufig die Werbe-ID des Smartphones mitgesendet. Selbst Gesundheitsapps wie Ada, die offensiv mit Datenschutz werben, übertrugen Daten an Trackingdienste, darunter auch eingegebene Symptome.

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