Viel iOS-9-Potenzial: Einige Funktionen gibt es nur für neue Geräte
Den größten Teil des Umbaus von iOS 9 können wir auf den vorhandenen Geräten noch nicht testen. Apple hat offenbar enorme Ressourcen in den Umbau der Menüführung für den druckempfindlichen Touchscreen (3D Touch) gesteckt und eine Unterstützung für druckempfindliche Stifte gibt es jetzt ebenfalls. Die dafür notwendigen Geräte sind aber noch nicht auf dem Markt. Das iPhone 6S (Plus) wird ab dem 25. September 2015 verkauft, das iPad Pro wird für den November erwartet.
Mit diesen neuen Geräten wurde das Betriebssystem recht umfangreich umgebaut und das Bedienungsparadigma wird mit der Entwicklung von 3D Touch von einer zu mehreren Druckstufen analog zur Mausentwicklung von einer zu zwei Tasten deutlich erweitert. Das System erhält so etwas wie Kontextmenüs, die mit verstärktem Druck ausgelöst werden. Diese Menüs bieten zusätzliche Aktionen für Apps, ohne dass der Nutzer direkt eine App starten muss. Und sie werden nicht für Altgeräte nachgerüstet.
Ähnlich sieht es mit der Stiftbedienung aus, die mit dem iPad Pro kommt. Ausgerechnet diesen Geräten fehlt 3D Touch. Der druckempfindliche Teil ist dafür in dem Stift vorhanden, der vom Funktionsumfang möglicherweise sogar die Bedingungen für rechtssichere elektronische Unterschriften beinhaltet. Zumindest deutet das Marketingmaterial darauf hin, dass die erforderlichen Daten beim digitalen Unterschreiben auch erfasst werden können.
Split View nur beim iPad Air 2
Die gleichzeitige Darstellung mehrerer Apps ist eine Neuerung, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung immerhin auf einem Gerät vollständig zu finden sein wird: dem iPad Air 2. Besitzer eines iPad Air der ersten Generation bekommen nur einen Teil der neuen Multitasking-Funktionen. Dass nur das iPad Air 2 alle Funktionen bietet, liegt vermutlich an dem chronischen RAM-Mangel fast aller iOS-Geräte. Eine Entscheidung, die sich mittlerweile rächt - oder auch Strategie von Apple war, damit die Unterschiede zwischen den Generationen besser in Erscheinung treten.
Nur das iPad Air 2 hat 2 GByte RAM, der Rest der noch von iOS 9 unterstützten Geräte arbeitet mit der Hälfte oder noch weniger Arbeitsspeicher. Wer ein iPad Air 2 hat, der kann mit iOS 9 nun verschiedene Funktionen nutzen, die tatsächliches Multitasking ermöglichen und frappierend an Microsofts Window-8-Entwicklung erinnern, im Vollbildmodus verschiedene Apps darzustellen. Diese Side-by-Side-Ansicht von Windows 8 in der Modern UI hat Apple im Prinzip übernommen.
Aktiviert wird das Ganze durch einen Wisch von der rechten Seite in das Bild. Dann wird zunächst eine App im linken Teil verkleinert dargestellt. Das nennt sich Slide Over. Wischt der Anwender innerhalb des Slide Over von oben nach unten, gibt es eine bereits vom Start weg umfangreiche Auswahl von Apple-Apps, die Slide Over unterstützen. Wir haben auch schon einige Dritthersteller-Apps entdeckt, die Slide Over unterstützen, wie etwa die App von HRS.
Wer etwas weiter wischt, der kann sogar ein Split View aktivieren. Dann nutzen zwei Apps je die Hälfte des Bildschirms. Das erste iPad Air beherrscht den Split View nicht. Slide Over funktioniert aber, wenn auch merklich langsamer verglichen mit dem iPad Air 2.
Videos schauen beim Surfen und Arbeiten
Alternativ gibt es noch den Bild-in-Bild-Modus, der auch mit dem iPad Air der ersten Generation funktioniert. Ein Klick auf den Homebutton lässt ein Video weiter laufen, während der Anwender sich eine neue App aussucht. Es gibt zudem eine separate Videokontrollschaltfläche in dem Videoplayer. Jedoch funktioniert das nicht mit allen Apps: Weder die Youtube-App noch Apples iTunes Store oder Apples Trailer-App beherrschen diese Funktion. Für Youtube und Apples Trailer App gibt es die Chance, dass sich das noch ändert, dank App-Updates. Der iTunes Store hingegen wird nur über Betriebssystemaktualisierungen auf den aktuellen Stand gebracht. So schlimm ist das jedoch nicht, weil der Anwender im iTunes Store in der Regel nur kurze Clips schaut. Es zeigt aber: Dies ist keine native Funktion der Videoabspielmechanismen, die einfach jeder App ohne Anpassung bereitstehen. Denn das gilt nicht einmal für Apples eigene Apps.
Entwickler müssen sich anpassen
Die Unterstützung von Split View, Slide Over und Bild-in-Bild erfordert allerdings noch einigen Entwicklungsaufwand. Alte Apps, die das nicht kennen, lassen sich auch mit neuen Apps nicht im Split View nutzen. Dann geht eingeschränkt nur der Slide Over. Ein Beispiel ist Youtube oder auch Apples Musik-App: Wenn die App läuft, ist hier nur ein Slide Over möglich. Split View wird nicht angeboten. Wer also im Split View gleichzeitig ein Youtube-Video und an Notizen arbeiten will, muss sich das Video über den Browser anschauen, bis es ein Update gibt.
Wir hoffen, dass sich die App-Entwickler schnell an die neuen Funktionen anpassen, fürchten jedoch, dass dies dauern wird, da eben nur wenige iPads die neuen Multitasking-Funktionen unterstützen. Und besitzt der Entwickler kein iPad Air (2) oder das noch kommende iPad Pro, wird er nicht unbedingt die Vorteile in der Praxis erkennen.
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Ganz kurzes Offtopic zum Thema 4s: Ich habe aktuell noch die Version 7.1 und würde gerne...
Das geht ja jetzt, musst nur den Source verteilen und dem Nutzer evtl unter die Arme...
Ja ich bin mir dessen bewusst, dass es an zu schwachen Keys liegt. Aber Nachrüsten bei...
Ja, ich habe mich dazu hinreißen lassen. Artikel überflogen, etwas von besser, schneller...