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Tracy Northups Helden der Kindheit waren Sportlerinnen.
Tracy Northups Helden der Kindheit waren Sportlerinnen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Ionencomputer: Wissenschaftler müssen dumme Dinge sagen dürfen

Tracy Northups Helden der Kindheit waren Sportlerinnen.
Tracy Northups Helden der Kindheit waren Sportlerinnen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Sport oder Labor? In ihrer Jugend hat die Physikerin Tracy Northup mehr Sportlerinnen als Wissenschaftler bewundert. Zur Physik kam sie aus Trotz. Es hat sich gelohnt: Heute beteiligt sie sich an der Entwicklung des Computers der Zukunft.
Ein Interview von Werner Pluta

Quanten! Quanten! Quanten! Am 23. Juni 2017 geht es auf der Golem.de-Quantenkonferenz um eines der wichtigsten Zukunftsthemen in der IT. Auf der Konferenz treten führende Quantenforscher aus aller Welt auf. Aber wer sind die Experten? Wir haben nachgefragt. Heute: Tracy Northup. Die Physikerin von der Universität in Innsbruck berichtet auf der Konferenz über die Arbeit im Quantenlabor.

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Golem.de: Wer war der Held Ihrer Kindheit?

Tracy Northup: Der Held meiner Kindheit? (lacht) Als Kind habe ich viel Eisschnelllauf betrieben und wollte wie eine dieser bekannten amerikanischen Eisschnellläuferinnen sein, wie Bonnie Blair zum Beispiel. Ich hatte Helden aus dem Sport.

Golem.de: Welche Erfindung bewundern Sie am meisten?

Northup: Da fällt mir keine ein.

Golem.de: Auf welches Gadget würden Sie nicht verzichten und warum?

Northup: Um ehrlich zu sein: mein Mobiltelefon, obwohl das ziemlich langweilig ist. Ich sollte unabhängiger von meinem Mobiltelefon sein. Leider. Als ich 2008 nach Innsbruck gezogen bin, hat mir mein Vater gesagt, ich brauche ein iPhone. Da ich in eine neue Stadt, sogar in ein neues Land gezogen bin, war es perfekt. Ich hatte alle Landkarten und Reiseinformationen zur Hand. Das war toll.

Golem.de: Was lesen Sie privat am liebsten?

Northup: Ich lese viel Zeitung. Aber auch Romane - das ist beruhigend. Damit verbessere ich auch mein Deutsch. Gerade lese ich Der alte König in seinem Exil von dem österreichischen Schriftsteller Arno Geiger.

Golem.de: Welchen technischen Trend lehnen Sie ab?

Northup: Wie alle hänge auch ich an meinem Smartphone, auch wenn ich wünschte, das wäre nicht so. Ich finde, wir sollten nach Möglichkeiten suchen, manchmal ohne Technik auszukommen.

Golem.de: Wie erklären Sie Ihren Großeltern Ihr Forschungsgebiet?

Northup: Ich würde mit dem Konzept einzelner Atome und einzelner Photonen anfangen. Ich denke, die Leute haben inzwischen gelernt, dass Computer mit Bits arbeiten und dass Bits aus Einsen und Nullen bestehen. Sie verstehen auch, dass man auf andere Weise kodieren kann - mit Atomen oder Lichtteilchen. Ich denke, dass die Leute das relativ leicht verstehen.

Wir erfinden das Computing neu

Golem.de: Was fasziniert Sie am Thema Quantentechnologie?

Northup: Nicht nur dass die Quantentechnologie uns einige wichtige Schritte weiterbringen kann, sondern auch dass sie auf einem komplett anderen Ansatz beruht. Quantencomputeralgorithmen sind andere Algorithmen, die die Stärke von Qubits, Verschränkung und Superposition ausnutzen. Es geht also nicht darum, die Arbeitsweise, die wir von den herkömmlichen Computern kennen, auf die Qubit-Struktur zu übertragen, sondern darum, Algorithmen neu zu denken, Fehlerkorrektur neu zu denken, also das Computing neu zu erfinden. Das fasziniert mich.

Golem.de: Wie lange haben Sie gebraucht, um Quantenphysik zu verstehen?

Northup: Ich glaube nicht, dass ich die Quantenphysik verstehe.

Golem.de: Wer war Ihr wichtigster Lehrmeister?

Northup: In verschiedenen Phasen meines Lebens gab es verschiedene Menschen, die sehr wichtig für mich waren. Während meines Bachelorstudiums, als ich entscheiden musste, was ich studieren will, war es ein Professor, dessen Physikkurs ich besuchte. Der Kurs war sehr schwierig. Aber ich wollte den Stoff unbedingt verstehen, also beschloss ich, mich auf Physik zu konzentrieren, weil es so eine Herausforderung war.

Später boten mir Leute Zutritt zu ihrem Labor, damit ich Experimente machen konnte. Es war aufregend, eine Ahnung davon zu bekommen, was es bedeutet, nicht nur zu studieren, sondern selbst zu forschen, im Labor zu arbeiten. Mein Doktorvater Jeff Kimble war sehr hilfreich als Modell für einen sehr engagierten Forscher, der versucht, interessante Fragestellungen zu finden. Als ich als Postdoc nach Innsbruck kam, war Rainer Blatt ein wichtiger Mentor, als Leiter einer Forschungsgruppe und als Wissenschaftler, der ebenfalls schwierigen Fragestellungen nachgeht.

Golem.de: Mit welchem beruflichen Erfolg geben Sie am liebsten an?

Northup: Vor einigen Jahren verschränkten wir Atome und Photonen in einem optischen Resonator. Zu sehen, dass wir das hinbekommen haben, war für mich sehr aufregend. Darauf bin ich immer noch sehr stolz, weil es Jahre gedauert hat, das zu erreichen.

Dumme Fehler darf man nicht vergessen

Golem.de: Welchen Misserfolg in Ihrer Forschungsarbeit würden Sie gern vergessen?

Northup: Ich versuche, die Misserfolge nicht zu vergessen. Wir machen jeden Tag so viele Fehler, und die einzige Möglichkeit voranzukommen ist, sie nicht zu wiederholen. Es ist verlockend, Dinge zu vergessen, von denen man denkt, das sei dumm gewesen oder dass man es hätte besser wissen sollen. Es ist schwer zu lernen, aber es ist wichtig für einen Wissenschaftler zu lernen, dass man eine Umgebung schaffen muss, in der jeder manchmal dumme Dinge sagen kann. Man lernt daraus, wenn man darüber spricht.

Golem.de: Was wäre für Sie in Bezug auf Ihre Forschung der absolute Alptraum?

Northup: Festzustellen, dass ich darin verwickelt bin, dass Kollegen nicht ehrlich waren bei der Auswertung ihrer Daten, und dass ich das nicht erkennen konnte. Für mich ist die Integrität in der Forschung und in der wissenschaftlichen Gemeinschaft sehr wichtig. Ein Verrat an diesem Vertrauen der Gemeinschaft wäre das Schlimmste.

Golem.de: Welche Frage beschäftigt Sie derzeit am intensivsten?

Northup: Ein neues Forschungsprojekt im Bereich Quantenoptomechanik aufzubauen. Da geht es um den quantenmechanischen Freiheitsgrad von Bewegungen größerer Objekte. Also nicht nur eines einzigen Atoms oder Ions, sondern von Millionen, in diesem Fall einer Glasperle. Wir haben diese Experimente noch nicht durchgeführt. Es gibt andere Forscher, die machen ähnliche Experimente, ich plane ein neues. Es ist sehr interessant, neue Experimente zu planen und ein neues Feld zu betreten, das ich bisher noch wenig kenne.

Golem.de: Werden Quantencomputer endlich die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest ermitteln?

Northup: Nein.


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der_wahre_hannes 20. Jun 2017

Der sagt doch aber, dass wir die globale Erwärmung brauchen, weil es im Winter in New...

__destruct() 20. Jun 2017

Bye.



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