Investor: Telekom vor Milliarden-Deal für Glasfaserausbau
Die Deutsche Telekom steht Finanzkreisen zufolge kurz vor dem Abschluss eines Abkommens mit einem externen Investor zur Finanzierung des Glasfaseranschlusses von vier Millionen Haushalten in ländlichen Gebieten in Deutschland. Der Konzern plant mit dem Investor ein Gemeinschaftsunternehmen, das bis 2028 rund sechs Milliarden Euro in die neuen Anschlüsse investieren will, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen dem Handelsblatt sagten(öffnet im neuen Fenster) .
Starten soll das Unternehmen mit rund 1 Milliarde Euro Eigenkapital, von dem die Telekom und der Investor je die Hälfte stellen sollen. Die Verhandlungen wurden von Insidern aus dem Konzern bestätigt. Kommende Woche soll auch der Aufsichtsrat auf einer Sitzung über das Thema beraten.
Laut einem Bericht des Manager Magazins(öffnet im neuen Fenster) sucht Jörg Weber, Head of Mergers & Acquisitions bei der Telekom, nach Pensionsfonds, die sich am Netz beteiligen wollen. Der Abschluss könnte laut den Angaben noch im Oktober gelingen.
Der Konzern hat nach der Übernahme des Netzbetreibers T-Mobile US von der japanischen Softbank gewachsene Schulden in Höhe von insgesamt rund 128 Milliarden Euro, was den finanziellen Spielraum des Netzbetreibers einschränkt.
Glasfaser schlecht für börsennotierte Unternehmen
Die Telekom braucht für den Glasfaserausbau Partner, die langfristig investieren können, da sich FTTH frühestens nach zehn bis zwölf Jahren amortisiert. Im Januar 2021 sagte Telekom-Sprecher Markus Jodl dem Deutschlandfunk(öffnet im neuen Fenster) zu den Ausbaukosten: "Im städtischen Raum sind Sie mit ein paar Hundert Euro dabei. Sie haben aber im ländlichen Raum einzelne Bauernhöfe, die irgendwo außerhalb liegen. Da geht das rauf bis 40.000 Euro." Die Telekom sei börsennotiert, und müsse "sehr genau darlegen, wie unsere Finanzen sind und wofür wir das Geld ausgeben."
Eine Amortisationszeit von zehn bis zwölf Jahren ist laut einer Studie von PwC aus dem Jahr 2021(öffnet im neuen Fenster) bei Glasfaserinfrastrukturen dann erreichbar, wenn der Netzbetreiber den Ausbau intelligent und ohne zu hohe Kosten betreibt sowie ihn an den Umsatzpotenzialen ausrichtet. Dazu müsse er Kunden passgenau akquirieren, seine Upselling-Potenziale realistisch einschätzen, die Bindung seiner Bestandskunden stärken, um Kundenschwund an den Wettbewerb zu vermeiden und dadurch weniger Opportunitätskosten zu riskieren sowie die Wholesale- und 5G-Backhauling-Potenziale vollständig ausschöpfen.
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