Investitionsbank Berlin: Antragsunterlagen für Corona-Hilfen falsch zugestellt

Die Investitionsbank stellt Hilfen für Unternehmen bereit, die durch die Coronavirus-Pandemie in eine schwierige finanzielle Lage kommen - und hat dabei eine größere Datenschutzpanne verursacht.

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"Warteschlange" heißt es zur Zeit für Kleinunternehmen, die Wirtschaftshilfen in Berlin beantragen.
"Warteschlange" heißt es zur Zeit für Kleinunternehmen, die Wirtschaftshilfen in Berlin beantragen. (Bild: Screenshot Webseite IBB)

Die Investitionsbank Berlin hat Unterlagen von Unternehmen, die aufgrund der Coronapandemie wirtschaftliche Unterstützung beantragt haben, an die falschen Personen verschickt. Das berichten mehrere Nutzer auf Twitter, Instagram und Facebook. Uwe Sachs, Pressesprecher der Investitionsbank Berlin, bestätigte dies Golem.de. "Tatsächlich wurden die Daten der Antragssteller kurzzeitig veröffentlicht", erklärte Sachs. Der Fehler sei noch gestern Abend behoben worden.

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Kleinunternehmen und Selbstständige können seit Freitagnachmittag Hilfen beantragen, die Teil eines Sofortprogramms des Landes Berlin sind. Doch mit der Vielzahl der Anträge war die Technik der Investitionsbank zunächst überfordert.

Warteschlange, da Formular überlastet ist

Zehntausende Nutzer, die das entsprechende Onlineformular ausfüllen wollen, werden auf eine Warteschlangenwebseite weitergeleitet. Diese wird von einem dänischen Service namens Queue-it betrieben. Aktuell werden wohl keine weiteren Anträge verarbeitet. Über die Position in der Warteschlange können sich die Nutzer jedoch per E-Mail informieren lassen.

Doch während verzögerte Anträge ärgerlich, aber nicht dramatisch sind, weisen zahlreiche Berichte von Nutzern darauf hin, dass das System auch ein größeres Datenschutzproblem verursacht hat. Nutzer, die erfolgreich Anträge gestellt haben, erhielten demnach anschließend einen Link auf Antragsunterlagen anderer Personen.

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Einige Nutzer bekamen ihre Antragsunterlagen manuell von denjenigen weitergeleitet, die sie fälschlicherweise erhalten hatten. So schreibt ein Nutzer auf Twitter: "Jemand hat mein PDF erhalten und es mir freundlicherweise zugeschickt."

Am Freitag, gegen 17:30 Uhr hat die Investitionsbank laut Sachs den Fehler bemerkt. Wie viele Nutzer von der Datenpanne betroffen waren und ob auch sensible Daten übermittelt wurden, konnte Sachs auf Nachfrage von Golem.de nicht beantworten. Auf der Webseite der Investitionsbank ist bisher zu den Falschzustellungen nichts zu lesen. Aus einem Tweet der Bank geht jedoch hervor, dass das Problem dort inzwischen bekannt ist: "Wir bedanken uns für die Hinweise zu den fehlerhaften Downloadformularen. Wir haben das umgehend behoben und stehen bereits im Austausch mit unserem Datenschutzbeauftragten. Die Daten der Personen sind trotzdem korrekt eingegangen."

Nachtrag vom 28. März 2020, 11:10 Uhr

Wir haben den Artikel um Zitate des Pressesprechers der Investitionsbank Berlin ergänzt.

Nachtrag vom 30. März 2020, 15:15 Uhr

Am 30. März teilte die Berliner Datenschutzbeauftragte mit, dass ihr die Datenpanne bei der Investitionsbank gemeldet wurde. Demnach soll es sich um einen schwerwiegenden Programmierfehler gehandelt haben, der am 27. März im Zeitraum zwischen 15:30 und 16:15 Uhr gestellte Anträge anderen Personen zugänglich gemacht hat. Anschließend sei die Antragsentgegennahme gestoppt worden.

"Bei der Antragstellung werden neben Daten zum Unternehmen auch Ausweis-, Steuer- und Bankdaten abgefragt. Antragstellerinnen und Antragsteller, die ihre Anträge im genannten Zeitraum gestellt haben, müssen daher davon ausgehen, dass ihre Daten an Dritte übermittelt wurden", schreibt die Datenschutzbeauftragte. Die Berliner Investitionsbank gehe von 390 Betroffenen aus, die derzeit ermittelt und informiert würden.

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