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Investitionen in KI: Tech-Konzerne lagern immer mehr Schulden aus

Zur Absicherung der Investitionen in KI-Infrastruktur setzen Unternehmen wie Broadcom, Nvidia und Meta auf Restwertgarantien für Zweckgesellschaften.
/ Mike Faust
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Für den Bau und die Ausstattung von Rechenzentren werden Zweckgesellschaften gegründet. (Bild: Anna Moneymaker/Getty Images)
Für den Bau und die Ausstattung von Rechenzentren werden Zweckgesellschaften gegründet. Bild: Anna Moneymaker/Getty Images

Große Technologiekonzerne greifen zunehmend auf außerbilanzielle Garantiestrukturen zurück, um den enormen Finanzierungsbedarf für den Aufbau von KI-Infrastruktur zu decken. Wie die Financial Times (FT) analysiert(öffnet im neuen Fenster), können die Konzerne dadurch ihre Finanzkraft nutzen, ohne die Verbindlichkeiten vollständig in ihren eigenen Bilanzen verbuchen zu müssen.

Über sogenannte Restwertgarantien (residual value guarantees) sichern Unternehmen wie Meta, Broadcom und Nvidia Schulden ab, die von Zweckgesellschaften (SPVs) für Rechenzentren oder Mikrochips ausgegeben werden. Damit kann ein Chiphersteller ein gezieltes Lieferantenfinanzierungsprogramm einsetzen, um den Absatz seiner Hardware abzusichern.

Für 20 Jahre exklusiv Nvidia-Hardware

So übernahm Broadcom eine Absicherung in Höhe von 29 Milliarden US-Dollar, um Chips an eine Zweckgesellschaft zu verkaufen, die diese an das KI-Labor Anthropic verpachtet. Nvidia wiederum kündigte ein Programm an, bei dem es bis zu 25 Prozent Restwertunterstützung für Investoreninitiativen bietet, die Kapital für KI-Infrastruktur bereitstellen.

Zudem stellte Nvidia Garantien über 105 Milliarden US-Dollar für einen Rechenzentrumscampus von SB Energy in Ohio bereit, der im Gegenzug 20 Jahre lang exklusiv Nvidia-Hardware nutzen wird.

Bei den führenden Tech-Konzernen war Meta ein Vorreiter dieser Finanzierungsform. Meta stellte eine Restwertgarantie über 28 Milliarden US-Dollar bereit, um ein Joint Venture für das gigantische Rechenzentrum Hyperion in Louisiana zu unterstützen. Mit dieser Struktur konnten 27 Milliarden US-Dollar an Fremdkapital zu Konditionen aufgenommen werden, wie sie Meta auch direkt erhalten hätte, ohne dessen Bilanz stark zu belasten.

Rating-Agenturen analysieren verdeckte Risiken

Insgesamt belaufen sich die außerbilanziellen Verpflichtungen und Kreditunterstützungen von sieben führenden Hyperscalern und Chipherstellern laut der FT auf über 3,1 Billionen US-Dollar. Diese Garantien bergen jedoch das Risiko, dass sich die KI-Investitionen wegen überschätzter Nutzerzahlen, Überkapazitäten bei der Rechenleistung oder fehlender Geschäftsmodelle nicht auszahlen.

Ratingagenturen wie S&P Global und KBRA analysieren diese verdeckten Risiken aufmerksam und nehmen Anpassungen an den Verschuldungsgraden vor. S&P rechnet etwaige Differenzen hinzu, wenn der garantierte Wert die geschätzten Erlöse bei einem Notverkauf übersteigt. Bislang bleiben die tatsächlichen Bilanzkorrekturen jedoch gering, da die Marktwerte der Rechenzentren und Chips meist nahe an oder über den abgesicherten Schulden liegen.


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