KI als Zensurwerkzeug: Russland will noch härter gegen VPN-Anbieter durchgreifen

Russland greift schon seit Jahren streng gegen VPN-Anbieter durch, die Anwendern Zugang zu Diensten gewähren, die innerhalb des Landes verboten sind. Künftig soll künstliche Intelligenz dabei helfen, unerwünschten VPN-Traffic aufzuspüren und zu blockieren. Wie aus einem Bericht des russische Forbes-Ablegers(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, will die russische Regierung 2,27 Milliarden Rubel (rund 25 Millionen Euro) bereitstellen, um entsprechende Tools zu entwickeln.
Die russische Kommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor verfolgt damit das Ziel, den Zugriff auf "verbotene Ressourcen" mittels KI effektiver zu blockieren und die unerlaubte VPN-Nutzung einzuschränken. Die Maßnahme ist den Angaben nach Teil eines neuen Digitalisierungsplans der Behörde.
Laut Forbes sind in Russland inzwischen mehr als eine Million Onlineressourcen verboten. Im Durchschnitt sollen zudem täglich 5.500 weitere IP-Adressen und Domains hinzukommen. Roskomnadsor führe schon seit 2012 ein Verzeichnis, in dem alle verbotenen Webseiten und Dienste registriert seien, heißt es. Russische Provider seien verpflichtet, die dort vermerkten Adressen zu blockieren.
Ergänzung zur Deep Packet Inspection
Bisher setzt Russland für die Blockaden wohl vor allem auf Deep Packet Inspection(öffnet im neuen Fenster) (DPI). Da die Kommunikationsdaten aber zunehmend komplex und verschlüsselt seien, sei nun jedoch "der Einsatz zusätzlicher Methoden" erforderlich, heißt es im Bericht. Insbesondere maschinelles Lernen soll künftig dabei helfen, den Traffic nach bestimmten Ausdrücken oder anderen Merkmalen zu filtern.
Neben den genannten VPN-Diensten soll das unter anderem auch in Russland verbotene Streamingdienste und Messenger treffen. Aber auch DDoS-Attacken und andere Cybercrime-Aktivitäten will Roskomnadsor damit gezielter eindämmen können.
Russland geht schon seit Jahren vehement gegen Dienstanbieter vor, die sich nicht an die Vorgaben der Regierung halten. Schon 2023 setzte die russische Regierung Hunderte von VPN-Diensten und E-Mail-Anbietern auf eine Sperrliste . Die Durchsetzung entsprechender Sperrmaßnahmen wurden damals für März 2024 angekündigt . Auch westliche Clouddienste wie jene von Cloudflare, Hetzner und OVH sind in Russland seit Mitte 2025 nicht mehr erwünscht .