Inventor Coding Kit angeschaut: Doctor Who lehrt Programmieren und knebelt Kunden

Elektronik und Programmieren lernen mit einem Open-Source-Mikrocontroller - das geht! Ob es aber auch wirklich gut funktioniert, haben wir ausprobiert.

Ein Praxistest von veröffentlicht am
Sifive-Mikrocontroller auf dem Hifive Inventor Board
Sifive-Mikrocontroller auf dem Hifive Inventor Board (Bild: Alexander Merz/Golem.de)

Programmier-Lernboards gibt es schon seit einigen Jahren, üblicherweise basieren sie auf ARM-SoCs oder Atmel-Mikrocontrollern. Doch seit Ende 2020 gibt es einen neuen Mitspieler: In Kooperation mit der BBC präsentierte die Firma Tynker ihr Doctor Who - Hifive Inventor Coding Kit. Als Mikrocontroller kommt allerdings kein Chip mit einer alten, geschlossenen Architektur zum Einsatz, sondern ein Sifive-SoC, das auf der quelloffenen RISC-V-Architektur basiert.

Inhalt:
  1. Inventor Coding Kit angeschaut: Doctor Who lehrt Programmieren und knebelt Kunden
  2. Doctor Who tritt ab
  3. Hifive Inventor Coding Kit: Verfügbarkeit und Fazit

Die Stichworte "Doctor Who" und "quelloffene" Architektur reichten, um unsere Neugier zu wecken und zu sehen, ob das Set das Potenzial hat, Kinder und Jugendliche dank eines interessanten Boarddesigns und sinnvoller Lernmaterialien an das Programmieren heranzuführen. Der Hersteller hat uns das Kit und zusätzlich eine einzelne Platine zum Testen bereitgestellt.

Der Handschuh wird ausgepackt

Das Inventor Kit enthält die Hifive-Platine in einem "Glove" genannten, sehr gut verarbeiteten und stabilen Plastikgehäuse mit drei Tastern, ein Batteriefach für drei AA-Batterien, ein Lautsprecher-Modul, das vermutlich kürzeste USB-Micro-Kabel der Welt und drei Krokodilklemmen. Das Set mit der einzelnen Platine enthält als Zubehör lediglich das USB-Kabel.

Der sehr kleine Sifive-FE310-G003-Mikrocontroller (32-Bit) sitzt recht unscheinbar auf der Vorderseite der Platine, dazu eine Matrix aus 8x6-RGB-LEDs, zwei Taster und ein Helligkeitssensor. Optisch abwechslungsreicher sieht es auf der Rückseite aus. Neben den Anschlüssen für USB und dem Batteriefach, einem Reset-Taster und einem Beschleunigungs-/Temperatursensor fällt uns sofort das ESP32-Modul auf. Darüber stellt das Board WLAN- und Bluetooth-Funktionalität bereit.

Stellenmarkt
  1. Clinical Trial Associate (f/m/d)
    ITM Isotope Technologies Munich SE, Garching
  2. Senior Software Entwickler Embedded Systems (m/w/d)
    Dentsply Sirona, The Dental Solutions Company(TM), Bensheim bei Darmstadt
Detailsuche

Letzteres ist auch ein deutliches Indiz dafür, dass es sich beim Hifive Inventor letztlich um eine Variante des bereits vor zwei Jahren vorgestellten Hifive1-Rev-B-Board handelt. Doch das ist nicht die einzige Verwandtschaft. Das untere Ende des Boards weist exakt die gleichen IO-Pins und Abmessungen auf wie der BBC Micro:bit. Interessanterweise weist der Hersteller aber nicht auf die Kompatibilität hin. Dabei wäre die umfangreiche Erweiterungspalette des Micro:bit eine sinnvolle Ergänzung zum Hifive Inventor.

Programmierzugang nicht für alle

In der Packung findet sich abseits der Hardware keine echte gedruckte Dokumentation. Ein englischsprachiger "Getting-Started"-Flyer liegt bei, der uns aber nicht wirklich sagt, wie wir nun starten. Alles was wir tun sollen, ist, auf die Inventor-Webseite zu gehen und den im Flyer abgedruckten Code einzugeben.

Das tun wir und werden direkt zur Registrierung weitergeleitet. Dort müssen wir uns als Eltern oder Lernende anmelden. Der Code ist übrigens der einzige Weg, um sich zu registrieren - und damit die webbasierte IDE zu nutzen. Eine Weiternutzung des Kits durch jemand anderen ist deshalb nur durch Preisgabe der eigenen Login-Daten möglich.

  • Links: Das vollständige Hifive Inventor Coding Kit. Rechts: Das Expansion Board-Set (Foto: Alexander Merz/Golem.de)
  • Der Inhalt des Inventor Coding Kit (Foto: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die Erweiterungsleiste der Platine steckt unter der abnehmbaren roten Kappe. (Foto: Alexander Merz/Golem.de)
  • Frontseite der Platine, die Erweiterungsleiste ist kompatibel zum BBC Micro:bit. (Foto: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die Rückseite der Platine mit dem prominent sichtbaren ESP32-Modul  (Foto: Alexander Merz/Golem.de)
  • Der eigentliche Mikrocontroller auf der Platine ist winzig. (Foto: Alexander Merz/Golem.de)
  • So begrüßt die Webseite die Nutzer nach der Registrierung. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Doctor Who führt durch den ersten Kurs. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die klassische Scratch-Web-IDE mit Einführungstexten (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Wir können auch abseits der Kurse die IDE direkt aufrufen. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die Micropython-IDE (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die erstellten Programme werden direkt per USB auf die Platine geladen. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Nettes Gimmick: Selbst Turtle-Grafik-Experimente sind möglich. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
  • Mithilfe der Freedom-IDE können wir Programme auch ohne Web-IDE schreiben. Aber leider nur in der Theorie. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)
So begrüßt die Webseite die Nutzer nach der Registrierung. (Screenshot: Alexander Merz/Golem.de)

Nach diesem Prozedere werden uns schließlich vier englischsprachige Lernkurse angezeigt. Auf den ersten Blick kommt uns das wenig vor, doch sobald wir loslegen, sind wir über den Umfang verblüfft.

Der ersten Kurse mit zehn Kapiteln konzentrieren sich auf das grafische Programmieren mit Scratch. Dabei lernen wir die Sprache kennen und werden an die Sensoren und Aktoren der Platine herangeführt.

Jedes Kapitel ist nach dem gleichen Schema aufgebaut: Zuerst werden wir über kurze Comic-Sequenzen aus dem Doctor-Who-Universum an das zu lösende Problem herangeführt. Der englischsprachige Dialog in diesen Sequenzen wird von der aktuellen Doctor-Who-Schauspielerin Jodie Whittaker gesprochen. Danach hören wir die eigentlichen Lerninhalte von einem anderen Sprecher, die wir parallel auch lesen können. Schließlich sollen wir in der webbasierten IDE das problemlösende Programm umsetzen. Sind wir erfolgreich, erhalten wir Erfahrungspunkte - die wir gegen virtuelle Sammelgegenstände eintauschen können.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Doctor Who tritt ab 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Pixel 6 (Pro)
Googles Tensor-SoC ist eine wilde Mischung

Viel Samsung, wenig Google: Der Chip kombiniert extreme Computational Photography mit einem kuriosen Design zugunsten der Akkulaufzeit.
Eine Analyse von Marc Sauter

Pixel 6 (Pro): Googles Tensor-SoC ist eine wilde Mischung
Artikel
  1. Krypto: Bitcoin steigt auf neues Allzeithoch
    Krypto
    Bitcoin steigt auf neues Allzeithoch

    Der Wert vom April 2021 ist übertroffen: Der Bitcoin steigt zwischenzeitlich auf über 66.000 US-Dollar.

  2. Nintendo Switch: Deutscher Jugendschutz sperrt Dying Light in Australien
    Nintendo Switch
    Deutscher Jugendschutz sperrt Dying Light in Australien

    Das frisch für die Switch veröffentlichte Dying Light ist in Europa und in Australien nicht erhältlich - wegen des deutschen Jugendschutzes.

  3. Samsung: Galaxy Z Flip 3 kann konfiguriert werden
    Samsung
    Galaxy Z Flip 3 kann konfiguriert werden

    Samsung bietet das Falt-Smartphone Galaxy Z Flip 3 künftig auch in der Bespoke-Edition an - also in konfigurierbaren Farbkombinationen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week Finale: Bis 33% auf Digitus-Monitorhalterungen & bis 36 Prozent auf EVGA-Netzteile • Samsung-Monitore (u. a. 24" FHD 144Hz 169€) • Bosch Professional zu Bestpreisen • Sandisk Ultra 3D 500GB 47,99€ • Google Pixel 6 vorbestellbar ab 649€ + Bose Headphones als Geschenk [Werbung]
    •  /