Intuitive Machines: Mondlander Nova-C offenbar umgekippt

Bei der ersten erfolgreichen privaten Mondlandung ist das Landegerät anscheinend umgekippt und liegt auf der Seite. Eines der Standbeine habe sich vermutlich beim Landemanöver verhakt und Nova-C sei dann umgefallen, sagte der Chef des verantwortlichen US-Unternehmens Intuitive Machines, Steve Altemus, in der Nacht zum 24. Februar bei einer Pressekonferenz(öffnet im neuen Fenster) .
Er zeigte sich dennoch optimistisch: Die Batterien würden via Solarpanels geladen und die meisten Geräte befänden auf der bodenabgewandten Seite des Landers. "Wir sammeln Daten" , sagte Altemus. Das Gefährt sei in der Nähe des geplanten Landeorts aufgekommen und stabil.
Lediglich eine Nutzlast mit einem Kunstobjekt sei auf der bodenzugewandten Seite angebracht, sagte Altemus. Der US-Künstler Jeff Koons schickte 125 Miniaturskulpturen aus rostfreiem Stahl, Moon Phases genannt, mit zum Mond.
Nova-C, auch Odysseus oder Ody genannt, erreichte in der Nacht auf den 23. Februar sein Ziel in der südlichen Region des Erdtrabanten. Zunächst hieß es, der Lander habe aufrecht auf der Mondoberfläche aufgesetzt.
Diese vermutlich falsche Annahme rühre von Sensoren in den Treibstofftanks her, sagte Altemus. Man hoffe, dass die Nasa-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter noch am Wochenende ein Bild des Landers mache, sagte Altemus. Dann könne man die genaue Position und Ausrichtung des Geräts ermitteln.
Erste US-Mondlandung seit einem halben Jahrhundert
Es ist das erste Mal seit einem halben Jahrhundert, dass ein US-Gerät auf dem Mond gelandet ist. Der Nova-C-Lander ist etwa so groß wie eine altmodische britische Telefonzelle, hat Aluminiumbeine, wiegt rund 700 Kilogramm und kann etwa 130 Kilogramm Ladung befördern. Einen großen Teil davon belegt die Nasa mit Forschungsgeräten und anderem Material, den Rest sicherten sich vor allem kommerzielle Unternehmen für ihre Vorhaben.
Nova-C war rund eine Woche zuvor vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet. Transportmittel war eine Falcon-9-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Technologiemilliardär Elon Musk.
Die Mission ist Teil des Nasa-Programms CLPS (Commercial Lunar Payload Services). Mit diesem Programm will die US-Raumfahrtbehörde auf ihrem eigenen Weg zurück zum Mond vergleichsweise günstig und effizient so viel Wissen sammeln wie möglich, indem sie Verträge für Mondlandungen an private Firmen vergibt und mit diesen zusammenarbeitet.
Mondlandungen gelten als technisch höchst anspruchsvoll und gehen häufig schief. Allein in diesem Jahr liefen schon zwei geplante Landungen anders als erhofft.



