Interview Unity 3D: "Der typische Unity-User ist schwer zu beschreiben"

Einst galt sie als Einsteiger-Engine, jetzt wird sie für die Branche wichtiger: Unity 3D. Golem.de hat sich mit Will Goldstone vom Entwicklerteam über Linux-Unterstützung, das neue Animationssystem und den Mobilmarkt unterhalten.

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Unity-3D-Butterfly-Effect-Trailer
Unity-3D-Butterfly-Effect-Trailer (Bild: Unity Technologies)

Normalerweise entscheidet die Grafik, welche Engine innerhalb der Spielebranche, aber auch beim Publikum als leistungsstark gilt. Das war damals bei der guten, alten Doom-Engine von John Carmack so. Es gilt aber im Grunde auch heute noch: Wer einen Entwickler oder Spieler morgens um drei Uhr mit gezückter Pistole in der Hand aus dem Schlaf reißt und ihn dann sofort nach seiner Lieblingsengine fragt, dürfte so gut wie immer "Unreal Engine" oder "Cryengine" zur Antwort bekommen - je nachdem, welches Spiel zuletzt bleibenden Eindruck mit seinen Spezialeffekten hinterlassen hat.

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In letzter Zeit allerdings etabliert sich eine weitere Engine auf dem Markt, die mit dem glänzt, was bislang als Sekundärtugend galt: Unity 3D von Unity Technologies, einer Firma mit Sitz in San Francisco. Ihr Produkt unterstützt zwar auch Grafikfunktionen wie SSAO und dynamische Schatten, aber die meisten Entwickler greifen zu Unity, weil die Lizenz günstig ist und weil man damit auch im Browser und auf mobilen Endgeräten schnell zu vorzeigbaren, stabilen Ergebnissen kommt. Die aktuelle Version Unity 3.5.5 unterstützt Webbrowser, Windows 7, Mac OS X, iOS, Android sowie die Spielekonsolen Nintendo Wii, Playstation 3 (PS3) und Xbox 360. Das kommende Unity 4 soll auch mit Linux (Ubuntu) sowie etwas später mit Windows 8 und Windows Phone 8 klarkommen.

"Der typische Unity-User ist sehr schwer zu beschreiben", sagt Will Goldstone, der bei dem Entwicklerstudio eine ganze Reihe von Funktionen innehat. Er erinnert sich an eine Mail von einem Kunden, dessen siebenjähriger Sohn sich damit die Spieleentwicklung beibringen wollte. "Das ist natürlich Irrsinn", sagt Goldstone. Die wichtigste Zielgruppe sind derzeit die Produzenten von Mobile Games - aber das ändere sich derzeit: "Die größeren Studios nehmen Unity immer ernster", so Goldstone.

Unity 4 mit verbessertem Workflow

Das liege unter anderem an einigen neuen Funktionen, mit denen die nächste Version der Engine aufwarten soll. Besonders im Vordergrund steht die integrierte Animationssoftware, mit der man laut Goldstone die "Arbeitsabläufe von Stunden auf ein paar Minuten" verkürzen könne.

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Immer mehr Bedeutung gewinnt auch die kommende Unterstützung von Linux. Nicht zuletzt, weil sich immer mehr Projekte auf Kickstarter bessere finanzielle Unterstützung durch die Community erhoffen, wenn ihr Spiel auch für das offene Betriebssystem verfügbar sein wird. Laut Goldstone legt das Team viel Wert darauf, dass es sich um eine "qualitativ hochwertige Unterstützung" handeln wird.

Wann Unity 4 erscheint, steht noch nicht endgültig fest; derzeit befindet sich die Version im öffentlichen Betatest. Zuletzt haben die Entwickler übrigens verstärkt darauf hingewiesen, dass auch Unity 3D grafisch beeindruckende Spiele ermöglicht - besonders gut zu sehen ist das im "Butterfly-Effect"-Trailer.

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