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Interview mit X-Net-CTO: Das Kaffeehaus als Vorbild

Chefs von Devs
Nikolaus Dürk erklärt uns für den Chefs-von-Devs -Newsletter, wie österreichische Kaffeehauskultur mit Open Source zusammenhängt.
/ Golem.de
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Nikolaus Dürk, Geschäftsführer, Gründer und einer der CTOs bei X-Net (Bild: X-Net)
Nikolaus Dürk, Geschäftsführer, Gründer und einer der CTOs bei X-Net Bild: X-Net

Die Linzer X-Net hat sich der Open-Source-Entwicklung verschrieben. Wie ein Kaffeehaus diene auch X-Net "der Inspiration, dem Ideenaustausch und der Verarbeitung von Kultur und Geist," Open Source und Gemeinwohl lebe man als Team und wolle das auch weitergeben, sagte Nikolaus Dürk, Geschäftsführer und einer der CTOs bei X-Net, im Interview für den Golem-Newsletter Chefs von Devs.

Dabei habe man über die Jahre viel gelernt, unter anderem, warum zu viel Konfrontation und Konkurrenz gerade für KMUs eher schädlich als nützlich ist und was CTOs daraus für den Fachkräftemangel und die Digitalisierung – nicht nur der Verwaltung – lernen können. Ohne Open Source, Inner Source und kooperative Ansätze wären viele Innovationen, die X-Net umsetzt, gar nicht möglich, Zusammenarbeit auch mit Konkurrenten sieht Dürk als große Chance für mittelständische IT-Firmen.

Im Interview erklärt er, wie mit anderen High-Tech-Unternehmen geteilte Experten-Pools allen Beteiligten helfen. "Wir können es uns nicht leisten, das Rad immer wieder neu zu erfinden," sagt Dürk, Open-Source-Software spiele hier eine entscheidende Rolle.

Derzeit würden Unsummen an öffentlichen Geldern für Softwarelizenzen ausgegeben, anstatt nachhaltig in Open Source zu investieren, sagt Dürk. "Wir lassen durch unser derzeitiges Handeln in Europa unsere Wertschöpfungsketten im IT-Bereich versiegen und sterben, anstatt sie durch Beauftragungen zu stärken und aufzubauen. Banken finanzieren lieber Hochhäuser anstatt Software."

Für die Finanzierung verweist Dürk auf Erfahrungen, die die X-Net mit Unternehmenskrediten von anderen Firmen, auch Auftraggebern gemacht hat, was in der Schweiz als Crowdlending, Cashare, Peer-to-peer-Lending oder Social Lending bereits gang und gäbe ist – mit circa 500 bis 800 Millionen Euro Kredit jährlich.

Dazu kommt der Open-Source-Boom: "Sogar Banken investieren mittlerweile in Open-Source-Projekte", erzählt Dürk, und vieles davon funktioniere über passende Unternehmensformen wie Genossenschaften oder andere gemeinnützige Modelle.

"Wir sind der lebende Beweis dafür, dass kollaboratives Verhalten und Open-Source-Gedanken auch für wirtschaftlichen Erfolg stehen können," so Dürk – er ist sich sicher, dass das Gelernte auch für andere Firmen und Branchen hilfreich sein kann.

Der Chefs-von-Devs-Newsletter erscheint alle zwei Wochen und kann hier kostenlos abonniert werden .


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