Interview mit René Wienholtz: Der Prototyp des modernen CTO
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Wienholtz' Karriere als Chief Technology Officer kann sich sehen lassen: Bei Strato wurde er in 17 Jahren zum Vorbild, für manche zum "Prototyp des modernen CTO". Online finden sich zahllose Interviews, Podcasts und Artikel von ihm und über ihn, in denen er anderen CTOs wegweisende Tipps gibt. Auch wenn er heute als Head of Operations das nationale EUDI-Wallet-Projekt leitet, haben ihn seine Erfahrungen bei US-Konzernen im Silicon Valley, in Deutschland und in der Open-Source-Welt geprägt.
Seine Karriere startete der studierte Wirtschaftsinformatiker bei Hightech-Unternehmen aus Kalifornien, etwa bei Silicon Graphics, Cray Supercomputers und Sun Microsystems, bevor er 2001 die Rolle des CTO und CIO von Strato antrat. Der Hoster war damals schon einer der weltweit führenden Anbieter, Wienholtz blieb 17 Jahre.
Head of Operations bei Sprind, COO bei Common Codes
Sich danach zur Ruhe zu setzen, war für den leidenschaftlichen Unternehmer keine Option: Seit Mai 2025 verantwortet er den Aufbau des EUDI-Wallet-Ökosystems in Deutschland bei der für das Projekt zuständigen Sprind als Head of Operations. Noch im September 2026 wird Sprind das EUDI-Wallet-Projekt an eine eigens gegründete GmbH ausgliedern. Sie hört auf den Namen Common Codes und Wienholtz wird ihr als einer der Geschäftsführenden vorstehen.
Ökosysteme, Open Source, Regularien und Compliance
Der deklarierte Geschäftsgegenstand des neu geformten Unternehmens spart nicht mit Schlagworten wie Nachhaltigkeit, Standardisierung, Ökosysteme, Open Source, Registerbetrieb und bürokratischen Begriffen wie Integrationsunterstützung, Community-/Developer-Relations, Compliance-, Sicherheits- und Zertifizierungsmanagement sowie Wissenschafts- und Innovationstransfer. Ziel der Entwicklung ist die EUDI-Wallet, eine digitale Brieftasche für Deutschland und Europa.
Wir haben mit René Wienholtz anlässlich eines schönen Jubiläums gesprochen: der 100. Ausgabe unseres Newsletters Chefs von Devs für IT-Führungskräfte. Wer den Newsletter abonnieren möchte, findet einen Link am Ende jeder Seite. Einige unserer Gesprächspartner haben uns außerdem zum 100. gratuliert, ihre virtuellen Blumensträuße haben wir an mehreren Stellen in den Text gepackt. Am Ende des Textes wartet obendrein eine kleine Umfrage.
Golem: Die EUDI-Wallet(öffnet im neuen Fenster) ist ein großes Projekt. Wie kann man denn bei solch großen Entwicklungen überhaupt in so kurzer Zeit erfolgreich sein?
Wienholtz: Der Druck der Umsetzung ist groß, keine Frage. Die Zeitlinie ist durch die eIDAS-Verordnung vorgegeben, und wir reden hier von einem wirklich großen und komplexen technischen Ökosystem im EU-Kontext. Damit so etwas erfolgreich gelingt, braucht es einerseits gestalterische Freiheiten, die wir als Sprind in Partnerschaft mit dem BMDS gefunden haben, andererseits natürlich hoch talentierte und motivierte Kolleginnen und Kollegen im Team.
"Ich lese den Newsletter nicht nur sehr gern, sondern durfte auch schon meine Gedanken einbringen. Vielen Dank, dass es euch gibt."
Stefan Queißer, Gründer von ostec
Ebenso wichtig ist aber auch unser Non-Profit-Ansatz und die Entwicklung unserer Lösung komplett als Open Source. Viele unserer Mitarbeitenden wollen mit ihrer Arbeit einen konkreten Beitrag zur Digitalisierung in Deutschland und Europa sowie zur Open-Source-Community leisten. Open Source steht da wie kein anderes Entwicklungsmodell auch für das Zurückgeben an die Community, den "Give Back". Wir alle profitieren häufig von Leistungen anderer, die ihren Code und ihre Lösungen für die Allgemeinheit "spenden". Mit dem EUDI-Wallet-Projekt können wir uns gewissermaßen ein wenig revanchieren.
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