"Als Währung schaffen sie mehr Probleme, als sie lösen"

Schmidt: Als Währung schaffen sie mehr Probleme als sie lösen. Ethereum find ich noch interessant, aber über die Unzahl an weiteren Projekten habe ich absolut keinen Überblick.

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Golem.de: Sind die hohen Energiekosten für Bitcoin-Transaktionen noch vertretbar? Sollte man das strenger regulieren?

Schmidt: Das Ziel von Bitcoin ist, eine unregulierbare inflationsgeschützte Währung zu erschaffen. Aber was hier auf den ersten Blick wie ein basisdemokratisches und freiheitliches Projekt aussieht (und sich so angefühlt hat!), ist heute weder das eine noch das andere.

Bitcoins sind äußerst ungleich verteilt und für den individuellen Nutzer inzwischen faktisch nicht mehr erzeugbar. Auch in der Bitcoinwelt scheißt der Teufel auf den größten Haufen, ohne dass es eine Notenbank und einen Staat gäbe, der - idealerweise demokratisch legitimiert - eine gesellschaftliche Kontrolle oder Korrektur veranlassen könnte.

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Eine Welt mit Bitcoin als dominierender Währung würde nur noch ungleicher und noch ungerechter. Für mich ist der barbarische Energieverbrauch ein Problem, das durch nichts aufgewogen wird.

Offen gesagt, das Bitcoin-Ökosystem gehört nicht irgendwie reguliert, es gehört zerstört - bevor sich so viele Großinvestoren darauf eingelassen haben daß es einen _too-big-to-fail_ Effekt gibt.

Golem.de: Wollen Sie trotz der Klimaproblematik noch Bitcoins behalten und damit Transaktionen vornehmen?

Schmidt: Ich habe seit 2011 keine Bitcoins mehr gekauft, seit 2013 steige ich sukzessive aus. Aber welche Rolle spielt's? Die Miner bezahlen ihren Strom ja nicht in Bitcoin, sondern in lokaler Währung. Was Bitcoin am Leben erhält, ist mithin das frische Geld, das hineinfließt - und es fließt in Strömen, seit nicht nur einzelne Risikoinvestoren, sondern auch Investmentbanken anfangen, sich dafür zu interessieren.

Golem.de: Wären Sie mit der Spende lieber anonym geblieben? So wie damals die angeblichen Spender von Helmut Kohl?

Schmidt: Helmut Kohls Spendern wurden auf jeden Fall keine Fragen gestellt, in denen sie mit Schwarzgeldskandalen assoziiert wurden. Ich befürworte die Veröffentlichungspflicht für Großspenden, es wäre ein sehr schlechtes Zeichen für unsere Demokratie, wenn anonyme Großspenden legal wären. Damit einhergeht zwangsläufig ein Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit, auf das ich persönlich auch hätte verzichten können.

Golem.de Engagieren Sie sich auch ehrenamtlich für die Grünen oder sind Sie eher passives Mitglied?

Schmidt: Ich pflege ein Dasein als Karteileiche.

Golem: Habeck oder Baerbock?

Schmidt: Ich kann mich nicht entscheiden, ich mag beide! Mir bleibt nur, auf Montag zu warten und dann zu schauen, wie sich's anfühlt.

Hinweis: Golem.de hat das Interview mit Moritz Schmidt schriftlich geführt. Schmidt wollte weder zu seiner Person noch zu seinem beruflichen Hintergrund als Software-Entwickler weitere Angaben machen.

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 Interview mit Grünen-Rekordspender: "Das Bitcoin-Ökosystem gehört zerstört"
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quineloe 22. Apr 2021

lol wie seine Filterblase so krass ausgebaut ist dass er den Link nicht mal gesehen hat...

Valknutr 22. Apr 2021

Selektive Wahrnehmung? Solar- wie Windbranche sterben in Deutschland. Zehntausende Jobs...

Flobee 22. Apr 2021

Wie wäre es, statt auf die grüne Werbung hereinzufallen: einfach mal mit Politik...

smonkey 21. Apr 2021

Dann denke gleich noch mal über Deine vorherige Aussage nach: Dann fällt Dir bestimmt...

BlindSeer 21. Apr 2021

Nette suggestive Formulierung, die ganz subtil das eine als gut und das andere als...



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