Browser: Burda bettelt um Rettung von Cliqz

Der Burda-Verlag hat seinen Browser Cliqz eingestellt. Der Focus nutzt ein Interview mit EU-Digitalkommissarin Vestager für einen Rettungsversuch.

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EU-Kommissionsvize Vestager findet das Aus von Cliqz ausgesprochen schade.
EU-Kommissionsvize Vestager findet das Aus von Cliqz ausgesprochen schade. (Bild: Yves Herman/Reuters)

Der Burda-Verlag hat sich auf höchster EU-Ebene für die Rettung seines vor kurzem eingestellten Browsers Cliqz stark gemacht. In einem Interview mit EU-Kommissionsvizepräsidentin Margrethe Vestager zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie stellte das zum Burda-Verlag gehörende Magazin Focus die Frage: "Wäre es nicht sinnvoller, Startups wie Cliqz zu retten, die die europäische Digital-Agenda nach vorn bringen und unsere digitalen Bürgerrechte schützen, als wieder dieselben Banken zu retten, die bereits 2008 nicht zu retten waren?" Vestager antwortete jedoch ausweichend und sagte: "Natürlich haben Sie einen Punkt, aber ich fürchte, die Sache ist komplizierter."

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Der Burda-Verlag hat Ende April 2020 bekanntgegeben, die Bereiche Browser und Suchtechnologien bei der Tochterfirma Cliqz einzustellen. Von der Umstrukturierung seien 45 Mitarbeiter betroffen, für die nach individuellen Lösungen gesucht werde. Die 100-prozentige Cliqz-Tochter Ghostery, die ein Anti-Tracking-Tool bereitstellt, ist davon jedoch nicht betroffen.

Die Cliqz GmbH war unter dem Namen 10betterpages GmbH im April 2008 von Jean-Paul Schmetz gegründet worden. Das Addon für Firefox gibt es seit Juni 2014. Der eigenständige Browser folgte Ende 2015 und ließ sich später auch als App für Android und iOS installieren. Der Cliqz-Browser nutzt ebenso wie Firefox die Gecko-Engine. Der Firefox-Entwickler Mozilla ist im August 2016 bei Cliqz eingestiegen.

In dem Interview mit Vestager ging es unter anderem um die Frage, wie die Marktmacht von IT-Konzernen wie Amazon und Facebook kontrolliert werden könne. In diesem Zusammenhang brachte der Focus das Aus für Cliqz ins Spiel: "Gerade vor diesem Hintergrund ist es schade, dass vergangene Woche der Suchmaschinendienst Cliqz abgeschaltet wurde. Die Marktmacht von Google war anscheinend zu groß." Worauf Vestager antwortete: "Ausgesprochen schade sogar."

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Doch mehr als ein Bedauern hat die EU-Kommissarin für den Browser-Anbieter jedoch nicht übrig. Zudem ist unklar, ob Vestager klar ist, dass Focus und Cliqz zum selben Unternehmen gehören.

In seiner Mitteilung zum Aus des Cliqz-Browsers hat Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen ebenfalls fehlende Unterstützung auf EU-Ebene bemängelt. "Wir haben über Jahre in Cliqz investiert, weil wir der Überzeugung sind, dass Europa eine eigene digitale Infrastruktur braucht, um zukunftsfähig zu bleiben. Ohne die hierfür notwendigen politischen Strukturen auf europäischer Ebene kommen wir gegen die Übermacht der Tech-Riesen aus den USA und China jedoch nicht an", sagte Kallen. Hinzu komme, dass durch die Corona-Pandemie ein weitreichendes Innovationsprogramm in Europa auf absehbare Zeit nicht zu erwarten sei. Die grundsätzliche Idee, "ein Gegengewicht zu USA und China im europäischen Suchsektor zu etablieren, ist nach wie vor die richtige", sagte Kallen.

Cliqz-Gründer Schmetz äußerte sich ähnlich: "Burda hat uns hierbei über Jahre intensiv begleitet und mit viel Mut und Optimismus dabei unterstützt, unsere Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Wir haben jedoch gegen einen übermächtigen Gegner wie Google, der den Markt in jeglicher Hinsicht dominiert und abschottet, langfristig keine Chance."

Gegen die Übermacht von Google auf dem Suchmaschinenmarkt ist unter anderem das Leistungsschutzrecht für Presseverleger gerichtet. Doch gerade in Deutschland hat vor allem Google vom Leistungsschutzrecht profitiert, da der Marktführer von der Verwertungsgesellschaft Media eine Gratislizenz erhielt, kleinere Anbieter hingegen nicht.

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berritorre 20. Mai 2020

Ich sehe Werbung nicht ganz so schwarz wie du, aber man muss natürlich immer auf der Hut...

berritorre 14. Mai 2020

Würde mich eher wundern, wenn dem nicht so wäre. Ich vermute mal er hat genug Networking...

IchBIN 13. Mai 2020

Für welchen? Cliqz? Hab ich nie benutzt. Ist doch letzten Endes Spyware, deshalb hat er...

AynRandHatteRecht 12. Mai 2020

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AynRandHatteRecht 12. Mai 2020

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