Interton VC 4000: Das deutsche Atari

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In den 1970er Jahren drangen weltweit Firmen auf den noch jungen Videospielmarkt vor, die bis dahin gar nichts mit Unterhaltungselektronik zu tun hatten. Ein deutsches Beispiel war SHG; der volle Unternehmensname Süddeutsche Elektro-Hausgeräte GmbH & Co. KG lässt kaum vermuten, dass es sich zeitweise um einen Videospielehersteller(öffnet im neuen Fenster) handelte. Tatsächlich produzierte die Firma sonst eher Haartrockner.
Auch der Hörgeräteproduzent Interton(öffnet im neuen Fenster) kam auf die Idee, eigene Pong-Konsolen auf den Markt zu bringen. Das ist an sich nicht ungewöhnlich, denn selbst die DDR hatte irgendwann ihren Pong-Klon .
Intertons Pong schaffte es aber sogar ins bundesdeutsche Fernsehen – als zentrales Element einer Spielshow mit Thomas Gottschalk(öffnet im neuen Fenster) . Ein Techniker beim Südwestdeutschen Rundfunk hatte das Gerät umgebaut, so dass es auf Töne reagierte; das Publikum steuerte die Schläger per Stimme.
Interton blieb im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen auch nach dem Pong-Hype am Ball und plante ab 1977 Großes: ein eigenes Spielsystem mit Wechselmodulen. Das 1962 von zwei Kölner Brüdern gegründete Unternehmen hatte eine Historie von Ausflügen in elektronische Trends: So gab es Taschenrechner(öffnet im neuen Fenster) , einen Wählcomputer für Telefone und sogar einen Organizer der Marke.

1975 hatte man mit dem Video 2000 zwar schon eine Konsole(öffnet im neuen Fenster) mit wechselbaren Spielen veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) , diese ließ aber nur sehr einfaches, auf Pong basierendes Gameplay zu.
Das neue System sollte hingegen neben Farbe und Ton auch vollkommene Freiheit bei der Spieleentwicklung bieten. Dazu lizenzierte man eine Plattform namens 1292 Advanced Programmable Video System.