Es hakt am Softwarenachschub
Die Verpackung zeigte aufregende Szenen aus Spielen, die es teilweise noch gar nicht gab.
Was veröffentlich wurde, war allerdings zeitgemäß: ein Space-Invaders-Klon, die üblichen Pong-Spiele und ein Autorennen. Wer diese Software damals entwickelte, ist heute größtenteils unbekannt. Neben Signetics selbst gab auch Radofin an, einige damals populäre Titel für das System umgesetzt zu haben.
Es existierten nämlich neben Interton auch noch etliche weitere Lizenzenten der Plattform, deren Konsolen nach und nach unter Namen wie Prinztronic, Hanimex und Audiosonic in ganz Europa und leicht abgewandelt als Emerson Arcadia in den USA erschienen.
So stieg der Druck, Nachschub für den Modulschacht zu produzieren.
Zumindest ein Programmierer für Interton ist namentlich bekannt – er wird hier von der Webseite Classic Consoles Center(öffnet im neuen Fenster) zitiert, der er in den frühen 2000er Jahren ein Interview gab.
Ein junger Programmierer hilft aus
Der junge Hans Heinz Bieling hatte sich aus den Signetics-Komponenten ein eigenes Computersystem(öffnet im neuen Fenster) zusammengebaut, mit dem er nativ Spiele entwickeln konnte. Da bei Interton Flaute herrschte, nahm man sein Angebot(öffnet im neuen Fenster) gern an und veröffentlichte Drag Race. Allerdings nicht unter diesem Namen.
Der Prospekt(öffnet im neuen Fenster) von Interton hatte nämlich schon länger für einen Titel namens Motocross geworben, der nie in Produktion gegangen war.
Also änderte Bieling kurzerhand den Schriftzug im Menü, die Verpackung wurde neu gestaltet und der Hinweis auf Motocross befand sich nur noch kaum erkennbar über dem Bild eines Rennautos.
Die Module fassten anfangs 2 KByte, was komplexere Spiele verhinderte. So galt das bereits erwähnte Schachspiel als eher schwach. Erst mit den fallenden Speicherpreisen wurden aufwendigere 4-KByte-Titel realisierbar, darunter das verbesserte Schach 2.
Die Bibliothek des VC 4000(öffnet im neuen Fenster) ist demzufolge qualitativ durchwachsen. Ein Spiel wie Solitär(öffnet im neuen Fenster) dürfte wohl kaum die bis zu 50 Mark wert gewesen sein, die ein Modul damals kostete. Der Pac-Man-Klon Monster Man(öffnet im neuen Fenster) hingegen ist nicht wesentlich schlechter als sein legal lizenzierter Verwandter auf dem VCS. Sowohl die Interton-Konsole als auch die Spiele waren preiswerter als beim Rivalen Atari, das half jedoch auf längere Sicht kaum.



