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Die rätselhafte Plattform

Deren Herkunft und Entwicklungsgeschichte ist etwas unklar. Die meisten Quellen geben den Hongkong-britischen Auftragsfertiger Radofin(öffnet im neuen Fenster) als Urheber an. Allerdings ist es wahrscheinlicher, dass der niederländische Konzern Philips das Projekt startete. Ein Blick auf die Spezifikationen mit dem zentralen Chip 2650(öffnet im neuen Fenster) von Signetics verdeutlicht das.

Die mit 1.2 MHz getaktete 8-Bit-CPU wurde 1975 auf den Markt gebracht. Philips hatte Signetics zu diesem Zeitpunkt übernommen und wollte den Prozessor offenbar nur für Hobby- und Spielzwecke vermarkten.

Das lag auch daran, dass das Chipdesign zu diesem Zeitpunkt bereits drei Jahre alt war und mit den sich schnell wandelnden technischen Anforderungen von richtigen Computersystemen nicht mehr mithalten konnte.

Signetics-Komponenten bestimmen das System

Auch der zweite wichtige Chip des Systems kam von Signetics. Das 2636 Programmable Video Interface(öffnet im neuen Fenster) vereinte alle damals relevanten Funktionen der Bild- und Tonausgabe. So konnte es beispielsweise vier bewegliche Objekte, einen Punktezähler, Vorder- und Hintergrund auf den Bildschirm zeichnen, las die analogen Joystickeingaben aus und hatte 37 Byte Speicher bei einer Auflösung von 128 mal 200 Pixeln.

Bereits im Sommer 1977 zeigte Interton auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin einen Prototyp seiner neuen Spielekonsole mit diesen Chips. Das Fachmagazin ELO berichtete unter der Überschrift "Glotzen-Spiele" , dass eines der ehrgeizigen Ziele der Entwickler ein funktionsfähiges Computerschachmodul sei.

Das klingt heute nicht sonderlich spektakulär, aber auf der gleichen Ifa präsentierte ein US-Hersteller einen der ersten Schachcomputer überhaupt(öffnet im neuen Fenster) – für rund 700 Mark. Auch in anderer Hinsicht war Interton am Puls der Zeit.

Denn das sehnsüchtig erwartete Atari VCS hatte Europa noch nicht erreicht, das Rennen um die Vorherrschaft bei den Multi-Modul-Spielekonsolen war vollkommen offen.

Interton hatte also eine ziemlich gute Ausgangsposition. Die Hardware war solide verarbeitet und bot dank der zwei mitgelieferten Analogcontroller eine exzellente Steuerung, die durch jeweils 14 frei programmierbare Knöpfe ergänzt wurde. Für diese waren wechselbare Papp-Einschübe vorgesehen, die manchen Spielen beigelegt wurden.

Mit dem Slogan "Ihr Fernsehgerät kann mehr, als sie glauben" bewarb Interton die Videocomputer 4000 getaufte Konsole ab 1978. Viel mehr gab es anfangs auch nicht zu sagen, denn das erst 400, dann bald 300 Mark teure Spielzeug hatte ein Problem: es gab kaum Software.


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