Interstellares Reisen per KI: Flug nach Alpha Centauri soll 2029 starten
Die Fermi Explorer Mission(öffnet im neuen Fenster) hat mithilfe einer für physikalische Berechnungen optimierten KI eine Mission zum der Erde nächstgelegenen Sonnensystem geplant. Für veranschlagte Kosten von 15 Millionen US-Dollar soll eine Traglast von 1 kg auf die 4,3 Lichtjahre (41 Billionen km) lange Reise zum Dreifachsternsystem, bestehend aus Alpha Centauri A, Alpha Centauri B und Proxima Centauri, geschickt werden.
Auf der berechneten Flugbahn soll die Sonde in weniger als 80.000 Jahren ihr Ziel erreichen. Genügen soll dafür eine Startmasse von 100 kg, der größte Teil davon Xenon zum Erreichen der nötigen Geschwindigkeit, dazu Solarzellen und wissenschaftliche Ausrüstung.
12 Jahre nach dem Start soll die Sonde ihre Reisegeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Sekunde für den Flug nach Alpha Centauri erreicht haben. Notwendig ist dafür eine Reihe von Manövern, die die Gravitation der Sonne ausnutzen. Erst danach kann die eigentliche Reise beginnen. Das geht aus den veröffentlichten Missionsunterlagen(öffnet im neuen Fenster) hervor.
0,4 Prozent der Kosten der Voyager-Mission
Sie würde damit nach der Voyager-Mission von 1977 erst als drittes von Menschen geschaffenes Objekt den interstellaren Raum erreichen – zu einem Bruchteil der Kosten. Für Voyager wurden mehr als 700 Millionen US-Dollar ausgegeben, was nach heutigem Stand knapp 4 Milliarden US-Dollar wären.
Wie Philips Johnston, Leiter der Fermi Explorer Mission, gegenüber MIT Technology Review(öffnet im neuen Fenster) erklärt, wird seine Sonde wahrscheinlich nicht die erste sein, die unser Nachbarsystem erreicht. Dafür soll sie die Erste sein, die den Versuch startet, das Fermi-Paradox aufzuklären.
Dem Fermi-Paradox auf der Spur
Die Überlegung des italienischen Physikers und Nobelpreisträgers Enrico Fermi besagt, dass außerirdische Intelligenz über Millionen von Jahren hinweg längst große Teile der Galaxie hätte kolonisieren müssen. Fehlende Hinweise auf entsprechende Spuren konnte er sich nicht erklären.
Die Fermi Explorer Mission will mögliche Gründe für fehlende Signale beleuchten. Darunter fallen die große Schwierigkeit, überhaupt ein Objekt zum nächsten Stern zu schicken. Auch könnte Leben im All viel seltener sein, als die Fülle an Exoplaneten mittlerweile vermuten ließen. Und schließlich könnten superintelligente Zivilisationen deutlich kürzer leben als von Fermi vermutet. Dafür sollen die Geräte der Fermi Explorer Mission bei Erreichen von Alpha Centauri wieder eingeschaltet werden, somit in knapp 80.000 Jahren.
Im vergangenen Jahr wurde mit Breakthrough Starshot ein anderes Projekt zum Erreichen von Alpha Centauri aufgegeben. Das hätte 100 Millionen Dollar kosten sollen, allerdings bei einer deutlich ambitionierteren Reisezeit von 20 Jahren.
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