Interpol greift durch: Fast 600 Festnahmen bei Anti-Cybercrime-Operation

Strafverfolgern mehrerer Länder ist zusammen mit Interpol ein großer Schlag gegen mehrere Cybercrime-Operationen gelungen. Laut Interpol-Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) konnten Einsatzkräfte aus 19 Ländern in ganz Afrika insgesamt 574 Tatverdächtige festnehmen und rund drei Millionen US-Dollar beschlagnahmen, die mit cyberkriminellen Aktivitäten in Verbindung gebracht wurden.
Die genannten Ermittlungserfolge sind laut Interpol Teil der Operation Sentinel und wurden vom 27. Oktober bis zum 27. November 2025 erzielt. Der Schwerpunkt der Operation lag auf der Bekämpfung von Ransomware-Aktivitäten, digitaler Erpressung und der auf Unternehmen abzielenden Betrugsform Business E-Mail Compromise (BEC).
Den Einsatzkräften ist es den Angaben zufolge auch gelungen, sechs verschiedene Ransomware-Varianten zu entschlüsseln und mehr als 6.000 bösartige Links unschädlich zu machen. Die beschlagnahmten drei Millionen US-Dollar decken allerdings nur einen kleinen Teil der Schäden ab, die die Täter angerichtet haben. Denn diese liegen Schätzungen zufolge bei über 21 Millionen US-Dollar.
Teile der Operation Sentinel
Interpol nennt in seiner Mitteilung mehrere Beispiele für erfolgreiche Strafverfolgungsmaßnahmen, die Operation Sentinel zugeordnet werden. Dazu zählt etwa ein BEC-Betrugsfall, der sich bei einem Mineralölunternehmen in Senegal ereignete und durch den eine Überweisung in Höhe 7,9 Millionen US-Dollar autorisiert wurde. Die Konten der Betrüger konnten in diesem Fall wohl rechtzeitig gesperrt und der Abruf der Gelder damit unterbunden werden.
Ein weiteres von Interpol genanntes Beispiel ist ein Ransomware-Angriff auf ein Finanzinstitut in Ghana, bei dem 100 TByte an Daten verschlüsselt wurden. Den lokalen Behörden ist es laut Mitteilung gelungen, mehrere Verdächtige festzunehmen und ein Entschlüsselungstool zu entwickeln, mit dem immerhin knapp 30 Prozent der Daten wiederhergestellt werden konnten.
Wie bei vielen groß angelegten Anti-Cybercrime-Operationen üblich , hatten die Strafverfolger umfassende technische Unterstützung von mehreren Cybersicherheitsunternehmen, etwa um Datenströme nachzuverfolgen oder Ransomware-Vorfälle zu untersuchen. An Operation Sentinel waren laut Interpol Team Cymru, die Shadowserver Foundation, Trend Micro, TRM Labs und Uppsala Security beteiligt.