Internetunternehmen: EU-Kommission will Facebook-Gewinne vor Ort besteuern

Große Internetunternehmen sollen zumindest einen Teil ihrer Gewinne dort versteuern, wo die Nutzer sich befinden. Das will die EU-Kommission durchsetzen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Das Hauptgebäude der EU-Kommission in Brüssel
Das Hauptgebäude der EU-Kommission in Brüssel (Bild: Dr Murali Mohan Gurram/CC-BY-SA 3.0)

Die EU-Kommission plant nach Angaben der Deutschen Presse Agentur (dpa) eine stärkere Besteuerung großer Internetunternehmen wie Facebook, Google oder Apple. Bislang verschieben viele Unternehmen über Buchhaltungstricks einen Großteil ihrer Gewinne in Niederlassungen, die in Ländern mit niedrigen Unternehmenssteuern angesiedelt sind, etwa in Irland.

Stellenmarkt
  1. IT-Berater (w/m/d) SAP PltP/SAP PP
    Heraeus Holding GmbH, Hanau
  2. (Junior) Netzwerkadministrator Schwerpunkt Security (w/m/d)
    dmTECH GmbH, Karlsruhe
Detailsuche

Einem Arbeitspapier der EU-Kommission zufolge könnten die Unternehmen künftig auch dort Steuern zahlen müssen, wo sich die Nutzer befinden. Dabei ist ein Steuersatz für die lokal erzielten Gewinne zwischen einem und fünf Prozent vorgesehen. Anwendung finden soll die Regelung nur dann, wenn ein Unternehmen weltweit mehr als 750 Millionen Euro im Jahr einnimmt und davon 10 Millionen Euro mit "digitalen Diensten" in der EU erwirtschaftet werden.

Steuervermeidung wird seit Jahren international diskutiert

Namentlich genannt werden nach dpa-Angaben Facebook, Google und Instagram, aber auch Airbnb und der Fahrdienstvermittler Uber wären von den Regelungen betroffen. Seit Jahren wird in internationalen Gremien wie den G7 oder den G20 darüber diskutiert, Steuervermeidung internationaler Konzerne zu bekämpfen, konkrete Regelungen gibt es aber bislang nur wenige. Viele Unternehmen stellen Tochterfirmen in bestimmten Ländern hohe Rechnungen für angebliche Lizenzgebühren, schöpfen so Gewinne aus Hochsteuerländern ab und versteuern die Gewinne dann in Ländern mit einem geringen Steuersatz.

Im Jahr 2016 war bekanntgeworden, dass Apple trotz hoher Umsätze mit seinen Apple-Stores in Deutschland nur wenig Steuern bezahlt hatte. Von 425 Millionen Euro Umsatz wurden nur 11 Millionen als Gewinn ausgewiesen. Letztlich zahlte Apple in Deutschland im Geschäftsjahr 2014/15 nur 1,45 Millionen Euro an Steuern - ein Anteil am Gesamtumsatz von 0,3 Prozent.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


ipodtouch 28. Feb 2018

Dann machen sie eben wie Aldi dutzende kleinere GmbHs auf, dere Umsatz nur 100 Millionen...

ipodtouch 28. Feb 2018

Warum bezieht sich das nur auf Internetunternehmen und nicht auf alle Steuervermeider wie...

Akaruso 28. Feb 2018

Die Umsatzsteuer bezahlt ja der Kunde als Mehrwertsteuer im Apple-Store und ist daher...

Asperos 28. Feb 2018

Eine relativ simple Möglichkeit wäre auch Quellensteuern auf Zinsen und Tantiemen bzw...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Garmin Fenix 7 im Test
Outdoor-Wearable mit fast allem Drin und Dran

Eine weitere Funktionslücke ist geschlossen: Nun hat auch die Garmin Fenix 7 einen Touchscreen - und noch mehr Akkulaufzeit.
Von Peter Steinlechner

Garmin Fenix 7 im Test: Outdoor-Wearable mit fast allem Drin und Dran
Artikel
  1. Musterfeststellungsklage: Parship kann eine Kündigungswelle erwarten
    Musterfeststellungsklage
    Parship kann eine Kündigungswelle erwarten

    Die Verbraucherzentrale ruft zur Kündigung bei Parship und zur Teilnahme an einer Musterfeststellungsklage auf. Doch laut Betreiber PE Digital ist das aussichtslos.

  2. Coronapandemie: Bayern und Sachsen-Anhalt steigen aus Luca aus
    Coronapandemie
    Bayern und Sachsen-Anhalt steigen aus Luca aus

    Immer mehr Länder wollen die Luca-App nicht mehr nutzen. Bayern will verstärkt auf die Corona-Warn-App setzen.

  3. Open Source: Antworten Sie innerhalb von 24 Stunden
    Open Source
    "Antworten Sie innerhalb von 24 Stunden"

    Die E-Mail eines großen Konzerns an den Entwickler von Curl zeigt wohl eher aus Versehen, wie problematisch das Verhältnis vieler Firmen zu Open-Source-Software ist.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3070 Ti 8GB 1.039€ • 1TB SSD PCIe 4.0 127,67€ • RX 6900XT 16 GB für 1.495€ • Razer Gaming-Tastatur 155€ • LG OLED 65 Zoll 1.599€ • Alternate (u.a. Razer Gaming-Maus 39,99€) • RX 6800XT 16GB 1.229€ • Thrustmaster Ferrari-Lenkrad 349,99€ • Razer Gaming-Stuhl 179,99€ [Werbung]
    •  /