Internetüberwachung: BND soll Zugriff auf Netzknoten DE-CIX in Frankfurt haben

Nicht nur die NSA, sondern auch der BND zapft offenbar den deutschen Internetverkehr an. Das Bundestagskontrollgremium will nun Aufklärung von den deutschen Geheimdiensten über ihre Rolle bei den Überwachungsprogrammen.

Artikel veröffentlicht am ,
DE-CIX Core switch
DE-CIX Core switch (Bild: DE-CIX)

Der Bundesnachrichtendienst (BND) und andere Dienste haben angeblich Zugriff auf mindestens einen Teil des Datenverkehrs, der über den Frankfurter Internetknoten DE-CIX läuft. Das berichtet Heise Online unter Berufung auf einen Experten aus dem Umfeld des Netzknotens. Ein Teil der Daten werde für den BND und andere "Bedarfsträger" ausgeleitet. Nach Angaben des Internet-Provider-Verbandes Eco dürfe der DE-CIX aus rechtlichen Gründen keine Auskunft darüber geben, in welchem Umfang die Geheimdienste auf den Datenverkehr zugreifen. Dies schreibe das Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses (G10-Gesetz) vor.

Stellenmarkt
  1. Fachinformatiker (m/w/d) für den IT Vor-Ort Support
    DATAGROUP Köln GmbH, Köln, München, Dessau
  2. Digital Transformation Manager (m/w/d)
    OEDIV KG, Bielefeld
Detailsuche

Die Betreibergesellschaft von DE-CIX hatte bislang lediglich für ausgeschlossen erklärt, "dass ausländische Geheimdienste an unsere Infrastruktur angeschlossen sind und Daten abzapfen". Ob das auch für inländische Dienste gilt, war unklar.

Aufklärung in dieser Frage könnte es am 3. Juli auf einem Treffen des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) des Bundestags geben. Auf Betreiben der SPD-Fraktion sind die drei Chefs der Geheimdienste BND, MAD und Verfassungsschutz sowie der für den BND zuständige Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) geladen. Das bestätigte ein Fraktionssprecher auf Anfrage von Golem.de. Die SPD-Fraktion will auch wissen, was den deutschen Geheimdiensten und dem Kanzleramt über die US-amerikanischen und britischen Überwachungsprogramme Prism und Tempora bekannt war. Das Treffen soll um 11 Uhr beginnen.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Michael Hartmann, sagte der Bild-Zeitung: "Es befremdet, wenn unsere Dienste gar nichts gewusst haben. Die Frage ist: Wollten sie nichts wissen oder haben absichtlich weggeschaut? Es wäre absolut nicht hinnehmbar, wenn es etwa eine Duldung der Ausspähung deutscher Staatsbürger gegeben hat und die Dienste und das Kanzleramt heimlich davon wussten." Hartmann ist ebenfalls Mitglied des PKGr und will bei der Anhörung auch wissen: "Wann wusste wer was? Und wann wurde das Kanzleramt und damit auch Bundeskanzlerin Angela Merkel informiert?"

Golem Karrierewelt
  1. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    19.-22.09.2022, virtuell
  2. IT-Grundschutz-Praktiker mit Zertifikat: Drei-Tage-Workshop
    04.-06.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Gegenwärtig fließen bis zu 2,5 TBit/s über den DE-CIX in Frankfurt. Rund 500 Internet Service Provider aus 50 Ländern tauschen ihren Internetverkehr dort aus. Zu den Kunden von DE-CIX gehören 1&1, Akamai, China Telecom, Facebook, Google und Telefónica. Das Unternehmen DE-CIX Management ist eine hundertprozentige Tochter des Internetverbandes Eco.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


politisch... 09. Aug 2013

In Deutschland glauben immer weniger an den Rechtsstaat bzw. an die...

FunkyArt 04. Jul 2013

Ne... die sagen ich hätte Origin dafür installieren müssen.

Raketen... 04. Jul 2013

Einmal angenommen die DE-CIX-Betreiber sagen die Wahrheit, keine "ausländischen...

h1j4ck3r 03. Jul 2013

Aber genau dagegen verstößt doch auch der BND wenn er ohne triftigen Grund(Gefahr im...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Krypto-Gaming
Spieleentwickler wollen nichts mit NFT zu tun haben

Die Gamesbranche wehrt sich bislang vehement gegen jedes neue Blockchain-Projekt. Manager und Entwickler erklären warum.
Von Daniel Ziegener

Krypto-Gaming: Spieleentwickler wollen nichts mit NFT zu tun haben
Artikel
  1. Mojo Lens: Erster Tragetest mit Augmented-Reality-Kontaktlinse
    Mojo Lens
    Erster Tragetest mit Augmented-Reality-Kontaktlinse

    Ein winziges Micro-LED-Display, ein Funkmodem, ein Akku - und kein Kabel: Der Chef von Mojo Lens hat seine AR-Kontaktlinse im Auge getragen.

  2. Ouca Bikes: E-Lastenrad für eine Viertel Tonne Fracht oder acht Kinder
    Ouca Bikes
    E-Lastenrad für eine Viertel Tonne Fracht oder acht Kinder

    Ouca Bikes hat ein elektrisches Lastenrad vorgestellt, das eine Zuladung von rund 250 kg transportieren kann. Das E-Bike fährt auf drei Rädern.

  3. Bill Nelson: Nasa-Chef warnt vor chinesischem Weltraumprogramm
    Bill Nelson
    Nasa-Chef warnt vor chinesischem Weltraumprogramm

    Gibt es Streit um den Mond? Nasa-Chef Bill Nelson fürchtet, dass China den Trabanten als militärischen Außenposten für sich haben möchte.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (G.Skill Trident Z Neo 32 GB DDR4-3600 149€) • The Quarry + PS5-Controller 99,99€ • Alternate (Acer Nitro QHD/165 Hz 246,89€, Acer Predator X28 UHD/155 Hz 1.105,99€) • Samsung GU75AU7179 699€ • Kingston A400 480 GB 39,99€ • Top-PC mit Ryzen 7 & RTX 3070 Ti 1.700€ [Werbung]
    •  /