Abo
  • IT-Karriere:

Internetsucht: US-Senator will Autoplay und Endlos-Feeds verbieten

Mithilfe psychologischer Tricks und bestimmter Techniken wollen soziale Netzwerke möglichst lange die Aufmerksamkeit der Nutzer an sich binden. Das will US-Senator Josh Hawley nun gesetzlich erschweren.

Artikel veröffentlicht am ,
US-Senator Josh Hawley
US-Senator Josh Hawley (Bild: Public Domain)

In den USA sollen bestimmte Praktiken sozialer Netzwerke verboten werden. Ein Gesetzentwurf des republikanischen Senators Josh Hawley sieht vor, dass Anbieter wie Youtube oder Facebook beispielsweise keine Videos automatisch abspielen dürfen. Auch soll es sozialen Netzwerken untersagt werden, dass in einem Newsfeed ohne ausdrückliche Anforderung des Nutzers unbegrenzt Inhalte nachgeladen werden.

Stellenmarkt
  1. Stadtverwaltung Kaiserslautern, Kaiserslautern
  2. Porsche Consulting GmbH, Stuttgart, Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, München

Dem Entwurf zufolge (PDF) nutzen solche Praktiken die menschliche Psychologie oder die Physiologie des Gehirns aus, "um die Wahlfreiheit erheblich zu beeinträchtigen". Soziale Medien sollen dem Gesetz zufolge Maßnahmen ergreifen, um die Risiken von Internetsucht und psychologischer Ausbeutung zu verringern. "Big Tech hat die Sucht als Geschäftsmodell angenommen. Ihre 'Innovation' zielt nicht darauf ab, bessere Produkte zu entwickeln, sondern durch psychologische Tricks Aufmerksamkeit zu erzeugen, die ein Wegschauen unmöglich machen", twitterte Hawley. Der frühere Generalstaatsanwalt von Missouri ist mit 39 Jahren der derzeit jüngste US-Senator.

Onlinezeit besser kontrollieren

Zu seinen Plänen gehört auch das Verbot, mehr neue Inhalte automatisch nachzuladen, als ein Nutzer typischerweise in drei Minuten durchscrollen kann. Mitglieder sollen auch nicht mehr durch spezielle Auszeichnungen oder Abzeichen dafür belohnt werden dürfen, wenn sie sich besonders aktiv in ein soziales Netzwerk einbringen.

Hawley will die Anbieter zudem zu technischen Maßnahmen verpflichten, die es dem Nutzer ermöglichen, seine Onlinezeit zu kontrollieren oder einzuschränken. Demnach müssen die Mitglieder die Möglichkeit haben, ein tägliches oder wöchentliches Zeitlimit zu setzen, das die Nutzung des Dienstes über alle Endgeräte hinweg begrenzt. Automatisch sollen die Netzwerke das tägliche Limit auf 30 Minuten begrenzen. Zwar sollen die Nutzer die Möglichkeit erhalten, dieses Limit manuell zu erhöhen. Doch zu Beginn jedes Monats soll es wieder automatisch auf 30 Minuten gesetzt werden. Doch selbst das reicht dem Senator noch nicht aus. Spätestens alle 30 Minuten soll den Nutzern durch ein "auffälliges Pop-up" die tägliche Nutzungsdauer angezeigt werden.

Warnungen von Insidern

In den vergangenen Jahren ist in den USA die Kritik an den Praktiken der sozialen Netzwerke stärker geworden. Vor allem Insider warnen vor den Gefahren. Im Januar 2018 sagte etwa Apple-Chef Tim Cook laut einem Bericht des Guardian in einer Rede, dass er seinem Neffen keine sozialen Netzwerke erlaube.

Im November 2017 hatte Sean Parker - Gründer von Napster und langjähriger Manager bei Facebook - erklärt, dass Facebook seinen Mitgliedern ab und an einen Dopaminkick verpasse. Das "ändert buchstäblich euren Umgang mit der Gesellschaft und untereinander", so Parker.

Anfang 2018 versuchten Organisationen wie das Center for Humane Technology und Common Sense Media mit einer öffentlichen Kampagne, die Nutzer für die Probleme im Umgang mit sozialen Medien und Smartphone zu sensibilieren.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 69,90€ (Bestpreis!)

ufo70 02. Aug 2019

Geblockt nicht, aber alte sind nicht vorhanden (auto delete) und ein Google/YT-Konto habe...

Daem 01. Aug 2019

Dieses Autoplay, wenn man bei einem Netflix-Titel kurz stehenbleibt... Ich hasse das >_<

Daem 01. Aug 2019

Das stell ich mir aber schwierig vor, denn man findet es in so vielen Bereichen. Z.B. im...

jjo 01. Aug 2019

Und davon rede ich doch: Der Mensch wurde über die Jahrzehnte entmündigt. Vieles wird...

Urbautz 01. Aug 2019

... Beim Fernsehen sollte die nächste sendung dann auch nicht mehr automatisch starten ;-)


Folgen Sie uns
       


Apple iPad 7 - Fazit

Apples neues iPad 7 richtet sich an Nutzer im Einsteigerbereich. Im Test von Golem.de schneidet das Tablet aufgrund seines Preis-Leistungs-Verhältnisses sehr gut ab.

Apple iPad 7 - Fazit Video aufrufen
Atari Portfolio im Retrotest: Endlich können wir unterwegs arbeiten!
Atari Portfolio im Retrotest
Endlich können wir unterwegs arbeiten!

Ende der 1980er Jahre waren tragbare PCs nicht gerade handlich, der Portfolio von Atari war eine willkommene Ausnahme: Der erste Palmtop-Computer der Welt war klein, leicht und weitestgehend DOS-kompatibel - ideal für Geschäftsreisende aus dem Jahr 1989 und Nerds aus dem Jahr 2019.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Retrokonsole Hauptverantwortlicher des Atari VCS schmeißt hin

Alexa: Das allgegenwärtige Ohr Amazons
Alexa
Das allgegenwärtige Ohr Amazons

Die kürzlich angekündigten Echo-Produkte bringen Amazons Sprachassistentin Alexa auf die Straße und damit Datenschutzprobleme in die U-Bahn oder in bisher Alexa-freie Wohnzimmer. Mehrere Landesdatenschutzbeauftragte haben Golem.de erklärt, ob und wie die Geräte eingesetzt werden dürfen.
Von Moritz Tremmel

  1. Digitaler Assistent Amazon bringt neue Funktionen für Alexa
  2. Echo Frames und Echo Loop Amazon zeigt eine Brille und einen Ring mit Alexa
  3. Alexa Answers Nutzer smarter Lautsprecher sollen Alexa Wissen beibringen

Elektromobilität: Warum der Ladestrom so teuer geworden ist
Elektromobilität
Warum der Ladestrom so teuer geworden ist

Das Aufladen von Elektroautos an einer öffentlichen Ladesäule kann bisweilen teuer sein. Golem.de hat mit dem Ladenetzbetreiber Allego über die Tücken bei der Ladeinfrastruktur und den schwierigen Kunden We Share gesprochen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Elektromobilität Hamburg lädt am besten, München besser als Berlin
  2. Volta Charging Werbung soll kostenloses Elektroauto-Laden ermöglichen
  3. Elektromobilität Allego stellt 350-kW-Lader in Hamburg auf

    •  /