• IT-Karriere:
  • Services:

Internetpionier: EFF-Gründer John Perry Barlow gestorben

Die Stimme der Unabhängigkeit ist verstummt: John Perry Barlow, Internetaktivist, Gründer der Organisation EFF und Texter von Grateful Dead, ist im Alter von 70 Jahren gestorben.

Artikel veröffentlicht am ,
John Perry Barlow (1947 - 2018): Lasst uns in Ruhe!
John Perry Barlow (1947 - 2018): Lasst uns in Ruhe! (Bild: Joi/CC-BY 2.5)

Er war Farmer und schrieb Songtexte für die bekannte US-Band Grateful Dead. Vor allem aber war er Internetpionier und ein Aktivist für die Meinungs- und Pressefreiheit: John Perry Barlow ist am Mittwoch gestorben.

Stellenmarkt
  1. iS Software, Regensburg
  2. ED. ZÜBLIN AG, Stuttgart

Es war die letzte Grenze und das Land jenseits davon sollte "gänzlich unabhängig von der Tyrannei, die ihr über uns auszuüben anstrebt", sein. Das forderte Barlow 1996 in der Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace. "Regierungen der industriellen Welt, ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Lasst uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Ihr habt keine Macht mehr, wo wir uns versammeln."

Ein Besuch beim FBI hat Auswirkungen

Sechs Jahre vor dieser Unabhängigkeitserklärung hatte er die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) gegründet - als Reaktion auf einen Besuch bei der US-Bundespolizei Federal Bureau of Investigation (FBI). Dort erlebte er nach eigenen Angaben eine staatliche Verwirrung, die die Freiheiten eines jeden in Gefahr bringe. Das sollte die EFF verhindern.

Barlow wurde am 3. Oktober 1947 im US-Bundesstaat Wyoming geboren und wuchs auf der Farm seiner Eltern auf. Als 15-Jähriger freundete er sich in der Schule mit Bob Weir an. Als Weir als Gitarrist bei Grateful Dead einstieg, wurde Barlow Texter der US-Rockband bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1995.

Barlow zog eine Weltreise Harvard vor

Barlow studierte vergleichende Religionswissenschaften an der Wesleyan University in Middletown im US-Bundesstaat Connecticut und schloss das Studium 1969 mit Auszeichnung ab. Er schrieb sich danach an der Harvard Law School ein, brach das Studium aber ab und reiste stattdessen zwei Jahre durch die Welt. 1971 übernahm er die Farm seiner Familie und betrieb sie 20 Jahre lang, während seine andere Aktivitäten wie Dead-Texte zu schreiben nebenher liefen.

Die letzten Jahrzehnte seines Lebens beschäftigte sich Barlow mit dem Internet. Er schrieb und hielt Vorträge darüber, wie sich das Internet und die Digitalisierung auf die Gesellschaft auswirken werden. "Es ist nicht übertrieben, zu sagen, dass große Teile des Internets, das wir alle kennen und lieben, heute existieren und gedeihen durch Barlows Vision und Führung. Er betrachtete das Internet immer als einen grundlegenden Ort der Freiheit, wo Stimmen, die lange zum Schweigen gebracht wurden, Gehör finden und Menschen sich mit anderen verbinden können, unabhängig von ihrer physischen Entfernung", würdigte ihn EFF-Chefin Cindy Cohn.

Barlow starb am 6. Februar 2018 in San Francisco, laut EFF friedlich im Schlaf. Eine Todesursache wurde nicht genannt, aber nach einem Herzinfarkt im Jahr 2015 war seine Gesundheit angeschlagen. Er wurde 70 Jahre alt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 31,99€
  2. 4,63€

emuuu 08. Feb 2018

kwt

M.P. 08. Feb 2018

Man kann der Gesellschaft auch viel geben, wenn man sein Leben nicht auf einen möglichst...


Folgen Sie uns
       


Tesla-Baustelle in Grünheide - Eindrücke (März 2020)

Golem.de hat im März 2020 die Baustelle der Tesla-Fabrik in Grünheide besucht und Drohnenaufnahmen vom aktuellen Stand des Großprojekts gedreht.

Tesla-Baustelle in Grünheide - Eindrücke (März 2020) Video aufrufen
Galaxy Note 20 im Hands-on: Samsung entwickelt sein Stift-Smartphone kaum weiter
Galaxy Note 20 im Hands-on
Samsung entwickelt sein Stift-Smartphone kaum weiter

Samsungs Galaxy Note 20 kommt in zwei Versionen auf den Markt, die beide fast gleich groß, aber unterschiedlich ausgestattet sind.
Ein Hands-on von Tobias Költzsch

  1. Samsung Galaxy Watch 3 kostet ab 418 Euro
  2. Galaxy Tab S7 Samsung bringt Top-Tablets ab 681 Euro
  3. Galaxy Buds Live Samsung stellt bohnenförmige drahtlose Kopfhörer vor

Golem on Edge: Wo Nachbarn alles teilen - auch das Internet
Golem on Edge
Wo Nachbarn alles teilen - auch das Internet

Mehr schlecht als recht arbeiten zu können und auch nur dann, wenn die Nachbarn nicht telefonieren - das war keine Dauerlösung. Wie ich endlich Internet in meine Datsche bekommen habe.
Eine Kolumne von Sebastian Grüner

  1. Keine Glasfaser, keine IT-Kompetenz Schulen bemühen sich vergeblich um Geld aus dem Digitalpakt
  2. Kultusministerien Schulen rufen kaum Geld aus Digitalpakt ab
  3. Change-Management Wie man Mitarbeiter mitnimmt

Pixel 4a im Test: Google macht das Pixel kleiner und noch günstiger
Pixel 4a im Test
Google macht das Pixel kleiner und noch günstiger

Google macht mit dem Pixel 4a einiges anders als beim 3a - und eine Menge richtig, unter anderem beim Preis. Im Herbst sollen eine 5G-Version und das Pixel 5 folgen.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smartphone Google stellt das Pixel 4 ein
  2. Android Googles Dateimanager erlaubt PIN-geschützten Ordner
  3. Google Internes Dokument weist auf faltbares Pixel hin

    •  /