Internetknoten Frankfurt: BND greift Daten mit eigener Hard- und Software ab

Der Bundesnachrichtendienst hat Details zur Überwachung am Internetknoten Frankfurt genannt. Die Weitergabe von 500 Millionen Daten aus Bad Aibling an die NSA sei eine "normale Größenordnung", sagte ein hochrangiger BND-Mitarbeiter dem NSA-Ausschuss.

Artikel veröffentlicht am ,
Vom bayerischen Bad Aibling aus gibt der BND millionenfach Daten an die NSA weiter.
Vom bayerischen Bad Aibling aus gibt der BND millionenfach Daten an die NSA weiter. (Bild: Christof Stache/AFP/Getty Images)

Der Bundesnachrichtendienst (BND) kooperiert nach eigenen Angaben mit mehreren Telekommunikationsanbietern zur Internetüberwachung am Knotenpunkt Frankfurt. Das hat der Unterabteilungsleiter aus dem Bereich Technische Aufklärung am Donnerstag im NSA-Ausschuss in Berlin gesagt. Für die Datenerfassung sei eine eigene Hard- und Software erforderlich. Der Telekommunikationsbetreiber stelle lediglich einen Übergabepunkt in seinen Räumlichkeiten zur Verfügung, sagte der Zeuge, der mit den Initialen W. K. vorgestellt wurde.

Inhalt:
  1. Internetknoten Frankfurt: BND greift Daten mit eigener Hard- und Software ab
  2. Weitergabe von 500 Millionen Daten im Monat ist normal

Die Datenerfassung in Frankfurt erfolgt derzeit im Zusammenhang mit der sogenannten strategischen Fernmeldeaufklärung. Der dortige Zugriff für die Operation Eikonal, einem gemeinsamen Projekt mit der NSA, wurde bereits im Jahr 2008 beendet und soll nur einen Telekommunikationsanbieter betroffen haben, vermutlich die Deutsche Telekom. In der rund fünfstündigen öffentlichen Vernehmung des BND-Mitarbeiters stand wieder die Frage im Mittelpunkt, wie der Geheimdienst sicherstellen kann, dass keine Daten deutscher Bürger rechtswidrig erfasst und möglicherweise an andere Geheimdienste weitergegeben werden können.

Unmut bei der NSA

Nach Darstellung des Zeugen versucht der BND möglichst frühzeitig, die abgegriffenen Daten zu filtern und die Datenmenge zu reduzieren. Aus diesem Grund werde auch am Frankfurter Netzknoten eigene Hardware eingesetzt. Diese vorgefilterten Daten würden dann weitergeleitet, um anschließend nach weiteren Kriterien aussortiert zu werden. Zudem achte der BND darauf, nur solche Leitungen anzuzapfen, bei denen möglichst wenig innerdeutsche Kommunikation zu erwarten sei. Der Zeuge räumte aber ein, dass bei der ersten Filterstufe noch Daten deutscher Bürger durchkämen.

Die Vernehmung bestätigte insgesamt das Bild, dass der BND schon in der vergangenen Woche zu zeichnen versucht hatte. Demnach haben die internen Vorgaben zum Datenschutz dazu geführt, dass die Kooperation mit der NSA schon nach wenigen Jahren beendet wurde. "Die Enttäuschung war groß bei den USA, wie ernst wir das mit dem Grundrechtsschutz genommen haben", sagte W. K. Dies habe zu einem gewissen Unmut geführt, weil die NSA "ziemlich in Vorleistung getreten war". Dem Zeugen zufolge gab es folgendes Tauschgeschäft: Technik und Informationen von der NSA gegen Informationen vom BND. Letzten Endes seien nur einige Hundert Inhaltsdaten aus Telefonie und E-Mails im Jahr an die USA weitergegeben worden. Trotz dieser geringen Ausbeute sei die Kooperationsbereitschaft der NSA aber nicht zurückgegangen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Weitergabe von 500 Millionen Daten im Monat ist normal 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Kleba 14. Nov 2014

Der Singular von "Daten" ist "Datum" und auf Seite 2 steht unter anderen: "Die hohe Zahl...

Wallbreaker 13. Nov 2014

Spielt im Grunde keine wirkliche Rolle was im Einzelnen ablief, die Tatsache dass sie...

jownes 13. Nov 2014

jetz mal ehrlich, wer hat das nicht erwartet bzw angenommen

joachim.k 13. Nov 2014

kwT



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Mars Attacks!
"Aus irgendeinem merkwürdigen Grund fehl am Platz"

Viele Amerikaner fanden Tim Burtons Mars Attacks! nicht so witzig, aber der Rest der Welt lacht umso mehr - bis heute, der Film ist grandios gealtert.
Von Peter Osteried

25 Jahre Mars Attacks!: Aus irgendeinem merkwürdigen Grund fehl am Platz
Artikel
  1. NIS 2 und Compliance vs. Security: Kann Sicherheit einfach beschlossen werden?
    NIS 2 und Compliance vs. Security
    Kann Sicherheit einfach beschlossen werden?

    Mit der NIS-2-Richtlinie will der Gesetzgeber für IT-Sicherheit sorgen. Doch gut gemeinte Regeln kommen in der Praxis nicht immer unbedingt auch gut an.
    Von Nils Brinker

  2. Artemis I: Orion-Kapsel ist in Mondorbit eingeschwenkt
    Artemis I
    Orion-Kapsel ist in Mondorbit eingeschwenkt

    Die Testmission für Mondlandungen der Nasa Artemis I hat den Mond erreicht. In den kommenden Tagen macht sich die Orion-Kapsel auf den Rückweg.

  3. Apple-Auftragsfertiger: Unruhen bei Foxconn und 30 Prozent iPhone-Produktionsverlust
    Apple-Auftragsfertiger
    Unruhen bei Foxconn und 30 Prozent iPhone-Produktionsverlust

    Foxconn soll Einstellungsprämien an Arbeiter nicht gezahlt haben, weshalb es zu Unruhen kam. Nun gab es Massenkündigungen. Für Apple ist die Situation gefährlich.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday bei Mindfactory, MediaMarkt & Saturn • Prime-Filme leihen für je 0,99€ • WD_BLACK SN770 500GB 49,99€ • GIGABYTE Z690 AORUS ELITE 179€ • Seagate FireCuda 530 1TB 119,90€ • Crucial P3 Plus 1TB 81,99 & P2 1TB 67,99€ • Alpenföhn Wing Boost 3 ARGB 120 3er-Pack 42,89€ [Werbung]
    •  /