Spaltet China mit eigenen technischen Normen das Internet?

Diesen Entwicklungs- und Schwellenländern schlugen Ingenieure von Huawei im September 2019 ein neues Internetprotokoll (IP) vor, da das bislang genutzte IP veraltet und seine technische Funktionalität beschränkt sei. Würde China das Konzept als neuen Standard für das Internet durchsetzen, könnte dies dazu führen, dass das Netz in unterschiedliche Räume zerfällt, warnen Brigitte Dekker, Maaike Okano-Heijmanns und Eric Siyi Zhang vom Clingendael-Institut. "Denn dann wäre denkbar, dass große Technologieanbieter wie Google ebenfalls eigene Systeme entwickeln, um besser kontrollieren zu können, was in ihrer Subdomäne des Netzes passiert."

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Auch Daniel Voelsen, Leiter der Forschungsgruppe Globale Fragen bei der SWP befürchtet, dass das Internet dann in unterschiedliche Räume zerfällt. Schon jetzt würden Länder Gesetze erlassen, um innerhalb ihrer Staatsgrenzen online erbrachte Dienste zu regulieren. Käme es zu einer Spaltung der Infrastruktur des Netzes wäre neben der juristischen Regulierung eine "echte Fragmentierung" des Internets zu befürchten, sagt Voelsen.

Das in der Volksrepublik quasi als Intranet gestaltete und weitgehend nach außen abgeschlossene Netz könne dafür als Vorbild dienen. "Denkbar wäre, dass China weitere Staaten in dieses System aufnimmt, etwa im Rahmen einer digitalen Seidenstraße", schreibt Voelsen in einem Bericht über Risse im Fundament des Internets (PDF).

China könnte die Freiheit im Internet weltweit beschneiden

Viele Experten sehen zudem die Gefahr, dass die Volksrepublik ihre Vorstellungen von einer autokratischen Regulierung des Cyberspace in andere Staaten exportiert. Schon jetzt wissen viele Regierungen Chinas Unterstützung bei der Unterdrückung von Menschenrechten und der Meinungsfreiheit im Internet zu schätzen.

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Ägypten, Äthiopien und Ecuador beispielsweise lassen Mitarbeiter des Staates von Vertretern der Volksrepublik darin unterweisen, wie sie Smart-City-, Tracking- und Videotechnologien nutzen können, um politische Gegner zu bespitzeln und zu unterdrücken. Wie Recorded Future berichtet, beauftragte Venezuelas Diktator Nicolas Maduro ZTE 2017 sogar damit, für 70 Millionen Dollar ein System zu entwickeln, mit dem er von Zahlungsvorgängen bis zu Äußerungen in sozialen Medien sämtliche Handlungen seiner Bürger im Cyberspace überwachen kann.

Solche Einschränkungen der Grundrechte und -freiheiten machen derzeit weltweit Schule. Die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation Freedom House berichtet in ihrem aktuellen Bericht Freedom on the Net 2021 (PDF) zum elften Mal in Folge über einen weltweiten Verlust der Meinungs- und Informationsfreiheit im Internet. Durch die für Demokratie und Menschenrechte feindlichste Cyberregulierung zeichnete sich dabei wie in jedem Jahr seit 2014 erneut China aus.

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 Lock-in für Chinas PartnerWeltweiter Datendiebstahl in großem Maßstab möglich 
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Vogel22 18. Mai 2022 / Themenstart

Ich arbeite in einem chinesischen Unternehmen und uns steht beinahe das ganze Internet...

Vogel22 18. Mai 2022 / Themenstart

Kannst dein OS ja auf den Bluetooth-Chip installieren. Den haben die ja anscheinend...

Vogel22 18. Mai 2022 / Themenstart

Viel Erfolg dabei! Ich frage mich nur, wo in Deutschland die Fabriken sind, die die...

ef3hc1 16. Mai 2022 / Themenstart

Ist Eine Analyse von unter dem Beitragstitel eine andere Form zur...

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