Lock-in für Chinas Partner

Außerdem profitieren von der Schaffung eines auf dem Yuan aufgebauten und von der Volksrepublik kontrollierten Zahlungsraums chinesische Anbieter von Online-Bezahl-Apps wie Alipay von Alibaba oder Wechatpay von Tencent.

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Überhaupt will die KP den wirtschaftlichen und politischen Einfluss der Volksrepublik ausbauen, indem sie durch die DSR die Präsenz chinesischer Unternehmen auf ausländischen Märkten für digitale Dienstleistungen sowie Infrastruktur stärkt, wie der Spezialist für Cybersecurity, Recorded Future, in einem Bericht (PDF) feststellt. Um das zu erreichen, bahnt die chinesische Regierung den Aufbau digitaler Infrastruktur im Ausland diplomatisch an und finanziert ihn durch günstige Kredite für Staaten, die chinesische Technik kaufen.

In Afrika, dem Mittleren Osten, Teilen Osteuropas und Lateinamerikas sowie in Südostasien sind viele Staaten auf diese Unterstützung angewiesen. Als etwa Tansania begann, ein Breitband-Netzwerk aufzubauen, verweigerte selbst die Weltbank dem ostafrikanischen Land finanzielle Unterstützung.

China füllte die Lücke gerne - wenn auch nicht selbstlos. Denn die Volksrepublik koppelt die Vergabe von Krediten an Ausschreibungsverfahren, bei denen im Grunde nur chinesische Unternehmen die entsprechenden Aufträge gewinnen können. In Tansania setzte die letztlich mit dem Breitbandausbau beauftragte China International Telecommunication Construction Corporation das Netz zudem so auf, dass nur Router von Huawei mit ihm kompatibel sind.

Wechsel zu nicht-chinesischen Anbietern nur schwer möglich

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Staaten, die im Rahmen der DSR die Unterstützung der Volksrepublik annehmen, geraten so in eine Lock-in-Situation, die es ihnen nur mit gewaltigem Aufwand und zu horrenden Kosten ermöglicht, zu nicht-chinesischen Anbietern von Netzwerktechnik zu wechseln. Die Länder sind deshalb am nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg chinesischer Technologieanbieter interessiert und meist bereit, diese in internationalen Gremien bei der Entwicklung technischer Standards für die digitale Infrastruktur zu unterstützen, wie Brigitte Dekker, Maaike Okano-Heijmanns und Eric Siyi Zhang vom niederländischen Institut für Internationale Beziehungen, Clingendael, in einem Bericht (PDF) zusammenfassen.

Die Volksrepublik macht sich diese Hilfsbereitschaft für ihre Chinese-Standards-2035-Politik zunutze. Sie soll die Position chinesischer Anbieter von Netzwerktechnik, aber auch künstlicher Intelligenz und Robotik, von IoT-, Automatisierungs- und Block-Chain-Technologien auf internationalen Märkten dauerhaft absichern, indem die Volksrepublik die Entwicklung der technischen Standards für diese Technologien in internationalen Normungsgremien so beeinflusst, dass chinesische Unternehmen davon mehr profitieren als ihre Wettbewerber aus Europa oder den USA.

Die lautlose Eroberung: Wie China westliche Demokratien unterwandert und die Welt neu ordnet (Deutsch) Gebundene Ausgabe

Diese könnten dadurch langfristig gezwungen werden, ihre Produkte an die von China gesetzten Normen anzupassen. Das verursacht hohe Entwicklungskosten. Noch teurer würde es, sollten die USA und die EU daneben die Einhaltung eigener Produktstandards verlangen. Denn dann müssten Unternehmen unterschiedliche Varianten ihrer Produkte entwickeln und herstellen oder auf den Zugang zu einzelnen Märkten verzichten. Dadurch gehen Umsätze und Arbeitsplätze verloren. Genau dies könnte China mit seiner Chinese-Standards-2035-Initiative allerdings beabsichtigen.

Um ihr Ziel zu erreichen, hat die Volksrepublik in Standardisierungsgremien wie der International Telecommunication Union (ITU) und der Internet Corporation for Assigned Names (ICANN) Chinesen als Vorsitzende oder Leiter von Arbeitsgruppen durchgesetzt. So ist Houlin Zhao seit 2015 Generalsekretär der ITU. Von 2015 bis 2018 führte ein Chinese auch die International Standardization Organisation (ISO). Seit 2020 ist der Chinese Yinbiao Shu Präsident der International Electrotechnical Commission (IEC).

Daneben hat die Volksrepublik die Wuzhen Internet Conference als Gremium aufgebaut, das die Entwicklung technischer Normen für das Internet im Interesse Chinas vorantreibt. Die Standards Administration of China wendet sich zugleich zunehmend von der Zusammenarbeit mit den USA und Europa ab und versucht, für ihre Arbeit die Unterstützung von Entwicklungs- und Schwellenländern zu gewinnen.

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 Glasfaserkabel, Datenzentren und Überwachungstechnik in der Digitalen SeidenstraßeSpaltet China mit eigenen technischen Normen das Internet? 
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Vogel22 18. Mai 2022 / Themenstart

Ich arbeite in einem chinesischen Unternehmen und uns steht beinahe das ganze Internet...

Vogel22 18. Mai 2022 / Themenstart

Kannst dein OS ja auf den Bluetooth-Chip installieren. Den haben die ja anscheinend...

Vogel22 18. Mai 2022 / Themenstart

Viel Erfolg dabei! Ich frage mich nur, wo in Deutschland die Fabriken sind, die die...

ef3hc1 16. Mai 2022 / Themenstart

Ist Eine Analyse von unter dem Beitragstitel eine andere Form zur...

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