• IT-Karriere:
  • Services:

Internetdienste: Ermittler sollen leichter an Passwörter kommen

Die Bundesregierung will Ermittlern den Zugriff auf Nutzerdaten bei Internetdiensten wie Mail-Anbieter, Foren oder sozialen Medien erleichtern. Die IT-Branche und die Opposition sehen einen "Albtraum für die IT-Sicherheit".

Ein Bericht von veröffentlicht am
Ermittler sollen leichter an Passwörter von Nutzern gelangen.
Ermittler sollen leichter an Passwörter von Nutzern gelangen. (Bild: Pixabay)

Die Bundesregierung will alle Internetdienstleister zur umfassenden Kooperation mit den Ermittlungsbehörden und Geheimdiensten verpflichten. Das geht aus einem Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums hervor, der am 12. Dezember 2019 bekanntwurde. Demnach sollen alle Anbieter von Telemediendiensten, wozu Mailprovider, Medien, Forenbetreiber oder soziale Netzwerke zählen, dazu verpflichtet werden, auf Verlangen die Bestands- und Nutzungsdaten ihrer Nutzer herauszugeben. "Dies gilt auch für Bestandsdaten, mittels derer der Zugriff auf Endgeräte oder auf Speichereinrichtungen, die in diesen Endgeräten oder hiervon räumlich getrennt eingesetzt werden, geschützt wird", heißt es in dem Gesetzentwurf (PDF).

Inhalt:
  1. Internetdienste: Ermittler sollen leichter an Passwörter kommen
  2. Elektronische Schnittstelle bereitstellen

Die neue Rechtsgrundlage findet sich in einem Gesetzentwurf "zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität". Damit sollen soziale Medien wie Facebook oder Twitter verpflichtet werden, offensichtlich rechtswidrige Inhalte nicht nur zu löschen, sondern auch den Behörden zu melden. Die geplanten Änderungen beim Telemediengesetz (TMG) beziehen sich aber nicht nur auf Rechtsextremismus und Hasskrimininalität, sondern allgemein auf "Verfolgung von Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten" oder "Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung".

Auch Nachrichtendienste erhalten Zugriff

Die Bundesregierung begründet die Änderung damit, dass das Auskunftsverfahren im TMG bislang "nur rudimentär geregelt" sei. Dies erschwere "das Einholen von Auskünften gegenüber Telemediendiensteanbietern, da der genaue Umfang ihrer Verpflichtungen nicht hinreichend klar geregelt ist". Allerdings verpflichtet der bisherige Paragraf 14 des TMG bereits die Anbieter von Telemediendiensten, die Bestandsdaten "im Einzelfall" herauszugeben.

Darauf verwies auch ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Passwörter seien auch nach geltendem Recht Teil der Bestandsdaten und könnten "in einem konkreten Ermittlungsverfahren unter der Sachleitung einer Staatsanwaltschaft herausverlangt werden". Zudem müssten aus Gründen der Datensicherheit Passwörter regelmäßig "in verschlüsselter Form gespeichert werden und können entsprechend nicht unverschlüsselt herausgegeben werden", daran ändere die neue Regelung nichts.

Passwörter müssen besonders geschützt sein

Stellenmarkt
  1. Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin
  2. Deutsche Welle, Bonn

Das trifft in der Tat zu: Die Internetdienste sind rechtlich verpflichtet, die Bestandsdaten ihrer Nutzer vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Dazu zählen vor allem Passwörter, die nicht mehr im Klartext bei den Anbietern gespeichert werden dürfen. Entsprechende Versäumnisse können zu hohen Bußgeldern durch die Datenschutzbehörden führen wie im Falle des Chatdienstes Knuddels.de im vergangenen Jahr.

Unklar ist daher, ob Telemediendienste künftig verpflichtet wären, bestimmten Mitarbeitern den Zugriff auf die Passwörter im Klartext zu ermöglichen. Möglich wäre auch die Herausgabe der Hashwerte, um beispielsweise über sogenannte Rainbow Tables an die Passwörter zu gelangen. "Für die Auskunftserteilung sind sämtliche unternehmensinternen Datenquellen zu berücksichtigen", heißt es in dem geplanten Artikel 15a. Die bisherige Bestandsdatenauskunft wird immer häufiger genutzt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Elektronische Schnittstelle bereitstellen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 389,00€ (Bestpreis)
  2. 379,00€ (Bestpreis)
  3. gratis
  4. 159,90€ + Versand (Bestpreis)

Thaodan 18. Dez 2019 / Themenstart

Wäre mir neu das ein Gesetz unter bestimmten Bedingungen eine Lizenz außer Kraft setzen...

Eheran 18. Dez 2019 / Themenstart

Ach hier hast du das auch reinkopiert? Dein tolles und wertvolles Zitat aus irgendeinem...

Piyo 17. Dez 2019 / Themenstart

Mein Mailanbieter wirbt z.B. mit Datenschutz und Sicherheit. Wenn er also so etwas...

E-Narr 16. Dez 2019 / Themenstart

Was mich betrifft: unter anderem wegen der klaren Positionierung zu Kernkraft, die Stand...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Rahmenloser TV von Samsung (CES 2020)

Der fast unsichtbare Rand des Q950TS hat anscheinend nicht nur Vorteile.

Rahmenloser TV von Samsung (CES 2020) Video aufrufen
Kaufberatung (2020): Die richtige CPU und Grafikkarte
Kaufberatung (2020)
Die richtige CPU und Grafikkarte

Grafikkarten und Prozessoren wurden 2019 deutlich besser, denn AMD ist komplett auf 7-nm-Technik umgestiegen. Intel hat zwar 10-nm-Chips marktreif, die Leistung stagniert aber und auch Nvidia verkauft nur 12-nm-Designs. Wir beraten bei Komponenten und geben einen Ausblick.
Von Marc Sauter

  1. SSDs Intel arbeitet an 144-Schicht-Speicher und 5-Bit-Zellen
  2. Schnittstelle PCIe Gen6 verdoppelt erneut Datenrate

Schräges von der CES 2020: Die Connected-Kartoffel
Schräges von der CES 2020
Die Connected-Kartoffel

CES 2020 Wer geglaubt hat, er hätte schon alles gesehen, musste sich auch dieses Jahr auf der CES eines Besseren belehren lassen. Wir haben uns die Zukunft der Kartoffel angesehen: Sie ist smart.
Ein Bericht von Martin Wolf

  1. Smart Lock Netatmo und Yale zeigen smarte Türschlösser
  2. Eracing Simulator im Hands on Razers Renn-Simulator bringt uns zum Schwitzen
  3. Zu lange Ladezeiten Ford setzt auf Hybridantrieb bei autonomen Taxis

Lovot im Hands-on: Knuddeliger geht ein Roboter kaum
Lovot im Hands-on
Knuddeliger geht ein Roboter kaum

CES 2020 Lovot ist ein Kofferwort aus Love und Robot: Der knuffige japanische Roboter soll positive Emotionen auslösen - und tut das auch. Selten haben wir so oft "Ohhhhhhh!" gehört.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Orcam Hear Die Audiobrille für Hörgeschädigte
  2. Viola angeschaut Cherry präsentiert preiswerten mechanischen Switch
  3. Consumer Electronics Show Die Konzept-Messe

    •  /