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Internetarchiv: Britisches Webarchiv ist verfügbar, aber nicht online

Ein Archiv für Onlineinhalte, das nicht online ist, ist paradox. In Großbritannien hat ein solches jetzt eröffnet.
/ Werner Pluta
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Lesesaal der British Library: Jahrelanger Streit zwischen den Bibliotheken und Verlegern (Bild: Paul Grundy/British Library)
Lesesaal der British Library: Jahrelanger Streit zwischen den Bibliotheken und Verlegern Bild: Paul Grundy/British Library

Mehrere große britische Bibliotheken haben ein Webarchiv eingerichtet. Es ist jetzt nutzbar, aber es ist nicht online.

Seit dem Frühjahr 2013 speichern die Bibliotheken alle britischen Websites sowie weitere frei zugängliche Online-Inhalte des Landes, etwa Einträge in sozialen Netzen, aber auch kostenpflichtige Inhalte wie E-Books, Zeitschriften und Zeitungen.

Ziel des Projekts ist, das digitale Wissen Großbritanniens zu bewahren. Beteiligt sind die British Library, die National Library Scotland, die National Library Wales, die Bodleian Libraries, die Cambridge University Library und die Trinity College Library in Dublin.

Archiv im Lesesaal

Das Archiv ist jetzt zugänglich, aber nicht über das Web: Wer die archivierten digitalen Inhalte betrachten will, muss sich in eine der fünf beteiligten Bibliotheken begeben. Nur in deren Lesesälen kann das Archiv eingesehen werden.

Diese Einschränkung verlangt der Legal Deposit Libraries Act(öffnet im neuen Fenster) aus dem Jahr 2003, der den Umgang mit Pflichtexemplaren(öffnet im neuen Fenster) regelt: Danach sei das Webarchiv ebenso zu behandeln wie früher die Papierarchive, berichtet die britische Tageszeitung The Daily Telegraph(öffnet im neuen Fenster) .

Geschäftsmodelle bewahren

Wäre das Archiv frei über das Internet zugänglich, könnte dies das Geschäftsmodell vieler Unternehmen untergraben, die auf Werbung basierten, erklärte Richard Gibby von der British Library. Deshalb sei es notwendig, den Zugang zu beschränken.

Der Einrichtung des Archivs war ein gut zehn Jahre langer Streit zwischen den Bibliotheken und Verlegern vorausgegangen. Kritiker glauben, dass dadurch bereits eine Menge digitale Daten, etwa in Form von Websites, unrettbar verloren ist.


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